Nach Swiss-Leaks Justiz ermittelt gegen Schweizer HSBC-Tochterbank

  • Die Justiz in Genf hat ein Verfahren gegen die Schweizer Tochter der Großbank HSBC eingeleitet.
  • Der Vorwurf lautet Verdacht auf schwere Geldwäsche.
  • Vertrauliche Dokumente zeigen, wie das Geldhaus mit Steuerhinterziehern und anderen Kriminellen Geschäfte machte.

Ermittlungen gegen die Bank und einzelne Personen

Die Genfer Justiz hat gegen die Schweizer Tochterbank der britischen Großbank HSBC ein Verfahren wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche eröffnet. Gegenstand des Verfahrens seien sowohl die Bank selbst als auch unbekannte Personen, hieß es von der Kantonsregierung. Seit diesem Morgen laufe eine Hausdurchsuchung.

Die Bank nahm dazu zunächst keine Stellung. "Ich kann nichts dazu sagen", sagte ein Sprecher in Genf.

Geschäfte mit Waffenschiebern und Diamantenhändlern

Vertrauliche Dokumente belasten die Schweizer Tochter der britischen Großbank HSBC. Sie zeigen, wie das Unternehmen unter anderem Geschäfte mit Steuerhinterziehern machte. Angestoßen wurden die Ermittlungen durch den Whistleblower und ehemaligen Mitarbeiter der HSBC in Genf, Hervé Falciani, der Tausende Kundendaten der Bank entwendet und französischen Behörden übergeben hatte. Dies könnte auch Auswirkungen auf deutsche HBSC-Kunden haben. In den Dokumenten finden sich auch mehr als 2000 Personen, die für deutsche Steuerfahnder interessant sind.

Durch die Recherchen von weltweit mehr als 140 Journalisten aus 45 Ländern, geleitet vom Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ), wurde erstmals bekannt, in welchem Ausmaß die HSBC Schweiz ihre Kunden bei der Verschleierung von Geldern unterstützt hatte. Die Papiere dokumentieren auch Geschäfte der Banker mit mutmaßlichen Waffenschiebern, Blutdiamantenhändlern und al-Qaida nahestehenden Personen.