Die Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich auf weitere Unannehmlichkeiten einstellen: Die Lokführer wollen in der kommenden Woche erneut streiken - selbst wenn sich das Unternehmen mit den übrigen Beschäftigten einigt.

Nach einem Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn kündigte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Manfred Schell, an, seine Organisation bestehe auf einem eigenen Tarifvertrag und werde diese Forderung kommende Woche mit einem erneuten Warnstreik unterstreichen.

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Die Aktion werde rechtzeitig angekündigt, damit die Bahnkunden anderweitig planen könnten. Sollte die Bahn mit den beiden anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag abschließen, werde seine Gewerkschaft sich dem nicht anschließen.

Bahn bietet 3,4 Prozent

Bereits von Montag bis Mittwoch hatten Streiks der GDL sowie auch der beiden anderen Gewerkschaften den Zugverkehr in ganz Deutschland erheblich beeinträchtigt.

Die Bahn hatte am Donnerstag ihr Tarifangebot für alle 134.000 Beschäftigten auf 3,4 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 450 Euro verbessert. Allerdings soll auch die Wochenarbeitszeit von 39 auf 40 Stunden verlängert werden. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften Transnet und GDBA eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent gefordert.

Die Lokführer-Gewerkschaft will indes für die 20.000 Zugführer und das Zugbegleitpersonal wegen der höheren Verantwortung und stärkeren Belastung bei ihren Tätigkeiten Erhöhungen von bis zu 30 Prozent. Lokführer verdienen derzeit brutto zwischen 1980 und 2142 Euro plus bis 300 Euro Zuschläge für Nacht- und Sonntagsdienste.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften Transnet und GDBA sind mittlerweile auf Sonntag vertagt worden. Verhandlungsort werde wieder Berlin sein, teilte ein Sprecher der Bahn mit.

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(sueddeutsche.de/Reuters)