Run auf die US-Zeitungen zur Obama-Wahl: Etliche Titel waren ausverkauft, selbst die nachgedruckten Exemplare reichten nicht aus. Viele Käufer hoffen auf massive Wertsteigerungen.
Nach dem historischen Sieg Barack Obamas hat in den USA ein Ansturm auf die Zeitungen und Sonderausgaben zur Wahl eingesetzt. In den großen Städten warteten am Mittwoch (Ortszeit) die Menschen in langen Schlangen vor den Verlagshäusern, um sich doch noch eine Ausgabe der Washington Post, der New York Times oder der Chicago Tribune zu sichern - als Andenken an die historische Präsidentenwahl.
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Trotz Nachdrucks - die Zeitungsstände in den USA waren in Windeseile leer gekauft. (© Foto: AFP)
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"Ich habe eine zweijährige Enkelin, und ich will ihr eine Ausgabe aufheben", sagte der 68-jährige Vernon Short, der in der Hauptstadt Washington für eine Sonderausgabe der Washington Post mit etwa 400 weiteren Menschen anstand: "So etwas passiert nur einmal im Leben, ich möchte eine Erinnerung daran haben." Ein anderer Amerikaner hielt stolz eine New York Times hoch und meinte: "Das ist ein Stück Geschichte, das ich meinen Kindern zeige."
Zeitungen nachgedruckt
Die Washington Post reagierte schnell auf die große Nachfrage - zusätzlich zur ohnehin geplanten Aufstockung der Nach-Wahl-Ausgabe um 30 Prozent legte der Verlag eine weitere Viertelmillion Exemplare nach.
Die New York Times hatte ihre normale Auflagenzahl ebenfalls von vornherein um 35 Prozent erhöht, entschied sich dann aber zum Nachdruck weiterer 75.000 Zeitungen.
Auch in Chicago waren die 690.000 planmäßigen Exemplare der Tribune so schnell ausverkauft, dass der Verlag noch einmal rund 120.000 Stück nachdrucken wollte.
Derweil hat im Internet ein Run auf die Zeitungen eingesetzt. Für eine Originalausgabe der New York Times wurden am Donnerstag Spitzenpreise von 850 Dollar (rund 660 Euro) geboten.
Ähnliche hohe Preise wie für die Obama-Ausgabe werden im Internet bislang nur für eine andere Wahlausgabe gezahlt: Bei der Präsidentenwahl 1948 titelte die Tribune am Morgen nach der Wahl: "Dewey besiegt Truman" - und lag damit falsch, denn Harry Truman gewann die Wahl. Im Internet werden für diese historische Falschausgabe 1000 Dollar geboten.
(sueddeutsche.de/AFP/dpa/ld)
Linke mit neuer Führung
Je stärker der Rausch, desto schlimmer nachher der Kater.
In Obama einen Messias zu sehen, halte ich für stark übertragen. Die Demokraten sind einfach die weniger schlechte der beiden amerikanischen Parteien. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.
850 Dollar? Na dann kann die Finanzkrise die Amerikaner noch nicht wirklich getroffen haben... ;-)