Bankchef Kemmer geht womöglich - der Rest des Vorstands könnte bleiben: Vieles spricht dafür, dass sich der Verwaltungsrat der BayernLB auf diese Lösung verständigen wird.

Der Verwaltungsrat werde am Freitag wahrscheinlich allen Vorständen mit Ausnahme von Vorstandschef Michael Kemmer das Vertrauen aussprechen, verlautete am Vormittag aus Regierungskreisen in München.

Demo für Kemmer: Die Mitarbeiter stellen sich vor ihren Chef. (© Foto: Getty)

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Die CSU macht Kemmer für die zögerliche Information über die notwendige Kapitalspritze von 6,4 Milliarden Euro für die Landesbank verantwortlich. Finanzminister und Verwaltungsratschef Erwin Huber, der wegen des Debakels die politische Verantwortung übernommen und seinen Rückzug aus der Landesregierung angekündigt hatte, forderte am Freitag erneut personelle Konsequenzen im Vorstand der BayernLB.

Es bleibe natürlich dabei, dass auch andere Verantwortung übernehmen müssten, sagte er. Es sei "auch klar, dass heute Entscheidungen fallen müssen", sagte Huber. Da sowohl der Freistaat als auch die Sparkassen jeweils 50 Prozent Anteil an der BayernLB hätten, müsse man zu einer gemeinsamen Lösung kommen.

Mitarbeiter wollen Kemmer behalten

Rund 1500 BayernLB-Mitarbeiter demonstrierten am Mittag gegen eine Ablösung Kemmers. Betriebsrats-Chef Diethard Irrgang erklärte, die Mitarbeiter seien sprachlos über die Äußerungen der Politik.

Für den Nachmittag kündigte er eine weitere Kundgebung an. Bei einer Krisensitzung des Verwaltungsrats am Donnerstagabend hatten die Sparkassen als Miteigentümer die von Vertretern des Freistaats zunächst geforderte Ablösung aller sechs Vorstände strikt abgelehnt. Hunderte Mitarbeiter der Bank hatten bereits damals für Kemmer demonstriert.

Der Verwaltungsrat und Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger erklärte, bei dem nächtlichen Krisentreffen habe es klare Fronten zwischen Sparkassen und Vertretern des Freistaates gegeben.

"Von mir aus kann alles so bleiben wie es ist", sagte Schaidinger. "Diejenigen, die was anderes wollten, konnten sich nicht durchsetzen."

Die Debatte im Verwaltungsrat sei streckenweise "mit sehr viel Emotionen" geführt worden. Schließlich gehe es auch um viel, denn "eine falsche Entscheidung bringt die Bank in erhebliche Probleme".

Mitarbeiter der Landesbank sagten, bei einer Ablösung des gesamten Vorstands wäre die Bank mit ihren 19.000 Mitarbeitern handlungsunfähig und müsste von der Aufsichtsbehörde Bafin geschlossen werden. Den Landespolitikern warfen sie blinden Populismus vor. Der erst seit März an der Spitze stehende Kemmer sei der "richtige Mann, den Karren aus dem Dreck zu ziehen".

Kemmer war seit 2006 Finanzchef der BayernLB und hatte im März Vorstandschef Werner Schmidt abgelöst, der überraschenden Abschreibungen und Wertberichtigungen von 1,9 Milliarden Euro seinen Hut nehmen musste.

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(sueddeutsche.de/AP/hgn/mel)