Nach Inspektion Apple verbessert Arbeitsbedingungen bei Foxconn

Als in einer Fabrik Aluminiumstaub explodierte, starben vier Menschen - die Arbeitsbedingungen bei Foxconn stehen nicht erst seitdem massiv in der Kritik. Apple hat nun Arbeitsrechtler in die chinesischen Werke seines Zulieferers aus Taiwan geschickt. Diese kritisieren in ihrem Bericht vor allem die langen Arbeitszeiten. Apple und Foxconn kündigen nun an, die Bezahlung und die Sicherheit zu verbessern.

Foxconn steht mittlerweile für das böse China. Hier werden Arbeiter ausgebeutet und mit Centbeträgen abgespeist, um teure iPhones zu produzieren, lautet der Vorwurf. Die chinesischen Arbeiter selbst sehen das anders, betonte gerade der New Yorker. Die meist jungen Chinesen wollen weg vom Land, Freunde finden, Liebespartner. Sich entwickeln, Englisch lernen, ein bisschen mehr Lohn aushandeln. Dass sich jemand ein iPad wünscht, hat die Autorin in jahrelangen Gesprächen mit Fabrikarbeitern nie gehört.

Doch der öffentliche Druck auf Apple und seinen taiwanischen Zulieferer Foxconn wächst. Apple hatte dementsprechend im Februar zugesagt, unabhängige Beobachter in die chinesischen Fabriken zu schicken. Die NGO Fair Labor Association hat nun ihren Bericht vorgelegt (PDF-Datei), der Missstände bei Foxconn dokumentiert: zu lange Arbeitszeiten, gefährliche Sicherheitslücken. So hatte sich vergangenes Jahr etwa in einer Fabrik Aluminiumstaub entzündet, die Explosion tötete vier Menschen.

Apple und Foxconn haben auf den neuen Report bereits reagiert: Die Arbeitsbedingungen sollen verbessert werden, sagten die Unternehmen zu - weniger lange Dienste, mehr Geld. Die Manager sollen sich mehr aus den Gewerkschaften raushalten, Gesundheitsgefährdungen abgebaut werden.

Außerdem sollen Überstunden fairer bezahlt werden. Bislang vergütet Foxconn nur abgeschlossene 30-Minuten-Blöcke: Wer 28 Minuten extra gearbeitet hat, bekommt demnach nichts zusätzlich, bei 58 Minuten wird nur eine halbe Stunde angerechnet.

Die NGO hatte drei Foxconn-Fabriken untersucht und mehr als 35.000 Arbeiter befragt, die zufällig ausgewählt wurden - insgesamt etwa jeden fünften Beschäftigten. Insgesamt seien mehr als 50 Verstöße festgestellt worden. Die größten Probleme gab es bei den Arbeitszeiten. In heißen Produktionsphasen habe sogar die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit pro Kopf bei mehr als 60 Stunden gelegen. Foxconn habe zugesagt, die Arbeitszeit bis Juli 2013 den chinesischen Gesetzen anzupassen. Diese erlauben maximal eine 40-stündige Arbeitswoche plus bis zu 36 Überstunden im Monat.

Doch viele Foxconn-Beschäftigte wollen freiwillig länger arbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Foxconn versprach deswegen, die entgangenen Arbeitsstunden auszugleichen. Zudem sollen erheblich mehr Mitarbeiter eingestellt werden, es würden zusätzliche Wohn- und Kantinenkapazitäten aufgebaut.

Werden die Zusagen umgesetzt, werde dies das Leben der 1,2 Millionen Foxconn-Beschäftigten stark verbessern und einen neuen Standard für chinesische Fabriken setzen, sagte der Chef der Fair Labor Association, Auret van Heerden. Neben Apple gehören auch Amazon, Dell, Nintendo, Samsung, Sony, Hewlett-Packard, Lenovo, Motorola und Toshiba zu den Foxconn-Kunden.

Fast zwei Drittel der Arbeiter sagten in der Umfrage, sie könnten mit dem Gehalt nicht ihre Grundbedürfnisse finanzieren. Dabei gelten die Einkommen bei Foxconn als überdurchschnittlich in China, was die Jobs sehr begehrt macht. Die NGO will nun die Lebenshaltungskosten in den Städten Shenzhen und Chengdu untersuchen, um zu prüfen, ob die Gehälter ausreichend sind.

Linktipp: Die New York Times hat ein Dossier zu Foxconn zusammengestellt und es iEconomy genannt. Ein Ergebniss ihrer Recherchen: China ist nicht unbedingt ein guter Produktionsort, weil die Löhne so billig sind. Aber die Arbeiter sind so zahlreich und so flexibel, dass die Massenproduktion komplexer Produkte besonders gut funktioniert.