Nach Einstieg von Katar bei Deutscher Bank Die Sch...-Idee mit der "Scheich-Idee"

Diese Anzeige ärgert manche Genossenbanker.

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Was ist in die Genossen gefahren? Der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken schaltet eine Werbeanzeige gegen die Deutsche Bank, die manchen in den eigenen Reihen fremdenfeindlich vorkommt.

Von Andrea Rexer, Frankfurt

Eigentlich geben sich die Genossenschaftsbanken immer gern das Gutbanker-Image. Sie sind die Kleinen, die keinem etwas zuleide tun, die in der Finanzkrise nicht gezockt haben, den Kunden nicht übers Ohr hauen, harmlos und ruhig vor sich hin arbeiten. Und dann das: "Wir würden nie auf so eine Scheich-Idee kommen", prangt über einer Werbeanzeige der Bankengruppe. Es ist ein Frontalangriff auf den Konkurrenten Deutsche Bank und auf Investoren aus dem Ausland.

Hintergrund der Anzeige ist, dass die Deutsche Bank in der vergangenen Woche bekannt gegeben hat, dass die Herrscherfamilie von Katar neuer Ankeraktionär werden wird.

Intern hat die Anzeige eine heftige Debatte ausgelöst. Die Anzeige wird im Genossenschaftslager mehr als nur kontrovers diskutiert. Nach außen hin will niemand den Verband angreifen, aber man kann sich vorstellen, was hinter den Kulissen vorgeht.

Ein Genosse, der nicht namentlich genannt werden will, wird deutlicher: "Mir ist völlig unerklärlich, wieso in Berlin niemand auf die Idee gekommen ist, das Ding in den Schredder zu stecken. Das ist echt peinlich", sagt einer. Ein anderer sagt: "Es geht überhaupt nicht, dass man die Wörter "Scheich" und "Scheiß" gleichsetzt. Das ist doch fremdenfeindlich. Das passt überhaupt nicht zu uns."

Der Genossenschaftsverband BVR selbst verteidigt die Anzeige, sie sei keineswegs fremdenfeindlich, man habe mit der Anzeige nur die "unterschiedlichen Geschäftsmodelle" aufzeigen und neue Mitglieder damit werben wollen. Aber immerhin ein implizites Zugeständnis gibt es doch: Die Anzeige wird nicht nochmal geschaltet.