Trotz der Einigung von IG-Metall und Arbeitgebern - vom Tarifabschluss werden wohl nicht alle profitieren, denn die ersten Unternehmen verweigern die Lohnerhöhung.

Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Metallindustrie haben sich eben erst auf einen Tarifvertrag geeinigt, doch möglicherweise wird das Lohnplus bei zehntausenden Beschäftigten entweder gar nicht oder nur mit großer Verzögerung ankommen, wie die Bild-Zeitung am Freitag berichete.

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Die IG Metall hatte eine Lohnerhöhung von acht Prozent gefordert, geworden sind es zwei mal 2,1 Prozent plus Einmalzahlung. (© Foto: ddp)

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Die im Tarifvertrag ausgehandelte Lohnerhöhung werde komplett mit den bereits übertariflich gezahlten Löhnen verrechnet, sagte etwa ein Opel-Sprecher der Zeitung. Deshalb erhalten die Beschäftigten im Bochumer Opel-Werk 2009 nicht mehr Geld. In den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern werde die Lohnerhöhung für die Beschäftigten einen Prozentpunkt geringer ausfallen als der Tarifvertrag vorsehe. Dem Konzern zufolge sieht dies der 2005 vereinbarte Zukunftsvertrag des Unternehmens vor.

Zudem berichtet die Zeitung, dass mehrere Firmen erwägen, die für Mai 2009 vorgesehene zweite Lohnerhöhung von 2,1 Prozent erst zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen. Neben Heidelberger Druck wollen demnach mindestens fünf größere Autozulieferer, darunter Continental, mit ihren Betriebsräten entsprechende Gespräche führen.

Empörung über Infineon

Diesen Puffer haben die Arbeitnehmer jedoch selbst eingeführt. Denn die zweite Stufe kann dem Tarifvertrag zufolge bis spätestens Dezember 2009 verschoben werden. Aufgrund der derzeitigen Rezession sei die mögliche Verschiebung der zweiten Erhöhungsstufe von 2,1 Prozent in Unternehmen mit Problemen, durchaus sinnvoll, sagte Tarifexperte Hagen Lesch vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. "Das hilft in der derzeitigen Lage", so Lesch.

Dass die Arbeitnehmer die flexiblen Regelungen nun vollends ausschöpfen, dürfte jedoch nicht dazu beitragen, die Stimmung an der Parteibasis zu bessern. Dort herrscht ohnehin schon große Empörung, da am Mittwochabend der Münchener Chiphersteller Infineon seinen Austritt aus dem bayerischen Arbeitgeberverband erklärt hatte, um die Lohnerhöhung nicht bezahlen zu müssen.

Laut Vertrag erhalten die Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie ab Februar 2009 2,1 Prozent mehr Lohn und drei Monate später in einer zweiten Stufe nochmals. Zudem erhalten die Metaller eine Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro.

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(sueddeutsche.de/afp/ld/mel)