Auf dem direkten Weg in die Bedeutungslosigkeit: CSU-Chef Seehofer und Bundeskanzlerin Merkel richten das einst so wichtige Wirtschaftsministerium zugrunde.
Man muss Karl-Theodor zu Guttenberg wohl eine Chance geben, schon der Höflichkeit halber. Vielleicht also, so der fromme Wunsch, wird der 37 Jahre alte Franke ein guter Bundeswirtschaftsminister. Zu erwarten ist das nicht angesichts der Vorarbeiten der eigenen CSU. Halten wir fest: Es sitzt nun einer auf Ludwig Erhards Stuhl, weil er immerhin a) nicht der falschen Partei (CDU oder SPD) angehört und b) nicht aus der falschen Region (Oberbayern) kommt. Ob der Mann ausreichend kompetent ist oder dass es bessere Kandidaten gegeben hätte, spielt keine Rolle - Hauptsache, man hat einen CSUler aus Franken mit telegenem Gesichtsausdruck. Willkommen, Herr Minister!
Neuer Chef im Wirtschaftsministerium: Karl-Theodor zu Guttenberg. (© Foto: AP)
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Wer einen derart kruden Start hat, mag schon wieder froh sein: Es kann doch nur noch besser werden. Sehr ernsthaft aber besteht die Gefahr, dass es eben nicht besser wird. Warum auch? Die Postenvergabe im Wirtschaftsministerium zeigt, dass dieses Amt nun endgültig am unteren Ende der Bedeutsamkeit angekommen ist; andernfalls hätte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit all ihrem Machtinstinkt ganz sicher das Heft des Handelns nicht dem querulatorischen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer überlassen.
Merkel tut es ihrem Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) nach. Der missachtete ebenfalls das einst stolze Amt, indem er es erst mit einem smarten Internetunternehmer besetzen wollte, dann den parteilosen Leisetreter Werner Müller bestimmte, der in Wirklichkeit des Kanzlers Generalbevollmächtigter für den Atomausstieg war. Nach dem Machtwechsel 2005 gab die CSU dem Amt den Rest. Edmund Stoiber warf den ihm zugedachten Posten weg wie ein Stück Dreck. Michael Glos verwaltete ihn lieblos. Guttenberg ist Proporz. Was insofern konsequent ist, als die CSU nur selten als Hüterin der Ordnungspolitik auftritt. Sie ist vielmehr Meister im Alltagsmauscheln, mal hier ein Subventiönchen und dort eine kleine Zuwendung, auf dass am Wahltag alle zufrieden sein mögen.
Das Bundeswirtschaftsministerium war vor vielen Jahren mal ganz anders gedacht gewesen. Unter Ludwig Erhard war es ein Querschnittsressort, das auch für die in anderen Ministerien betriebene Wirtschaftspolitik zuständig war. Eine Art Aufsichtsministerium der Marktwirtschaft, das permanente schlechte Gewissen der Regierenden, die für die Lösung der Augenblicksprobleme gerne alle Grundsätze über Bord werfen. Ein solches Ministerium wäre heute wichtiger denn je. Denn in Zeiten der Krise spielt Marktwirtschaft keine große Rolle mehr. Stattdessen herrscht eine Ärmel-hoch-Stimmung, die sich vor allem im Bereitstellen von immer neuen Milliarden-Hilfen austobt. Gerade diese Art von Krisenmanagement aber bedarf eines marktwirtschaftlichen Kompasses. Damit beispielsweise aus einem Schutzschirm für Banken nicht plötzlich ein Rettungsfonds für alle und jede Firma in Not wird - ein Thema, bei dem der Wirtschaftsminister Glos durch Gleichgültigkeit auffiel.
Wer den Wirtschaftsjob so betreibt wie Glos, kann ihn gleich dem überaus aktiven, wenn auch prinzipienarmen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zuschlagen. Schon einmal, zwischen Mai 1971 und Dezember 1972, hatte es unter erst Karl Schiller, dann Helmut Schmidt ein Superministerium Wirtschaft & Finanzen gegeben. Später hatte der kantige "Markt"-Graf Lambsdorff wenigstens eine Erinnerung daran vermittelt, was Erhard einmal aufgebaut hatte. Heute möchte man resigniert sagen: Macht zu, das Ministerium, spart den Ministerjob ein und alle Staatssekretäre gleich mit und schlagt die häufig klugen Beamten je nach Sachzusammenhang den anderen Ministerien zu. Und dann vergesst die ganze Sache, und wir beerdigen Ludwig Erhard endgültig.
Michael Glos, der treue Mensch aus Unterfranken, hat seiner Partei bereits manches Gute getan. Nun könnte er einen letzten Dienst dem ganzen Land erweisen - und die Erhard-Büste wieder mitnehmen, die er bei Amtsantritt im Ministerium aufgestellt hat. Die hat dort schon lange nichts mehr zu suchen.
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(SZ vom 10.02.2009/mel)
Großprojekte in Berlin
werden in seiner offiziellen Vita verschwiegen: das hat wohl Gründe.
Es ergeben sich Fragen: bei welchen Banken war der Herr und war er in die
Vergiftungskampagne des Euro und der deutschen Banken involviert - ähnlich Assmussen?
Unsere Politiker haben keine Fragen.Unsere Politiker haben keine Antworten. Unsere Politiker haben keine Ahnung.Unsere Politiker machen nur Zwangsgesetze im Hinblick auf befürchtete Unruhen: Es wird keine Unruhen geben, die Leute werden sich auf die Straße stellen und sonst nichts - bis Alle da oben begriffen haben, dass es keinen Bürgerkrieg mehr geben wird in Deutschland und keine blassierten Kannixdafüre.
Es war bisher immer so, das gesellschaftliche Entwicklungen Technologiegetrieben sind.
Wir haben heute die nachindustrielle Gesellschaft, ob uns das gefällt oder nicht.
Das heisst, das die Zeiten, indenen zehntausende Arbeitnehmer durch die Werkstore
marschierten, sind ein relikt aus dem letzten Jahrtausend.
Das diese Entwickling bei uns im Osten bereits in den neunzigern einsetzte und im Westen gerade Jetzt, spielt in diesem zusammenhang keine Rolle.
Entscheidend ist, das SPDCDUFDP Politiker den Menschen diesen Fakt immer noch vorenthalten, Arbeitslose diffamieren, Vermögende entlasten, Arbeitnehmer belasten.
Damit knallt es irgendwann zwangsläufig, d.h. die Revolution findet statt, ob Sie das nun gut finden oder nicht.
Ich habe selbst lange an die selbstheilungskräfte des Kapitalismus geglaubt, offenbar
funktioniert das aber nur in Skandinavien und der Alpenregion.
In Deutschland ist die Gier gewisser Kreise zu groß.
klar, was bleibt den Verlierern, mir zahlt keiner Millionen-Boni, dafuer kuerzen sie mir (und natuerlich auch Ihnen, aber wenn Sie nicht darauf angewiesen sind, koennen Sie ja wahlweise Westerwelle oder Seehofer waehlen, die sind fuer Steuersenkungen) seit Jahren real die Rente und erhoehen die Kosten (zB fuer Krankenversicherung, selbe Kiste wie oben).
MUTIGE Menschen!
Wagen wir das Neue.
Was Erhard geleistet hatte, war nur in der damaligen Zeit möglich. Ein vom Krieg zerstörtes Land und die Entstehung eines* Wirtschaftswunders*, ist das eine Kunst?
Wie fantasielos sind denn hier im Forum die Ideen. Immer nur nach rückwärts gewand.
Ich sage es gerne nochmal.
In einer endlichen Welt(Rohstoffe),kann es kein unendliches Wachstum geben.Eine Marktwirtschaft mit einem an Zinsen gebundenen Geldsystem braucht das Wachstum!
Eine freie Marktwirtschaft, welche an ein Zinssystem gebunden ist, ist NICHT frei.
Durch die Kapitalmarktkrise darf die Marktwirtschaft nicht in Frage gestellt werden.
Wir müssen aber unterscheiden zw. Kapitalismus und freier Marktwirtschaft.
Die Marktwirtschaft braucht keinen Kapitalismus!
+Insofern ist die Befreiung der Marktwirtschaft vom Kapitalismus ein Systemwechsel, denn wenn etwas Jahrtausende lang eins war und in Zukunft getrennt wird, dann entsteht etwas Neues.+(aus Zeitschrift Humane WirtschaftDez.2008)
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