In jedem Fall rechnen Experten mit dem Ende des Pkw-Booms in Deutschland und einen Händlersterben. Doch gerade bei den Autohändlern herrscht noch demonstrative Gelassenheit. Durch die Prämie hätten die Autohäuser in diesem Jahr gute Geschäfte gemacht und "ein wenig Fleisch" angesetzt, sagt ein Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK).

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Immerhin sorgte die staatliche Stütze nach Angaben des Importeursverbandes VDIK dafür, dass dass die Neuzulassungen um 28 Prozent kletterten. Seit Jahresbeginn wurden demzufolge 2,675 Millionen Wagen neu registriert, ein Plus von 26,8 Prozent.

"Die Umweltprämie hat sich ausgesprochen positiv ausgewirkt, auf den Arbeitsmarkt und die Umwelt", resümierte auch Bafa-Präsident Arnold Wallraff. "Das war eine sehr wirksame Maßnahme aus dem Konjunkturpaket II".

Besonders profitiert davon haben vor allem Anbieter von Kleinwagen, etwa Hyundai, Opel oder Dacia, die Billigmarke des Renault-Konzerns. "Wir wollten in diesem Jahr ursprünglich 40.000 Fahrzeuge verkaufen - jetzt könnten es 80.000 werden. Aber im Geschäftsleben darf man nicht traurig sein, auch nicht über das Auslaufen der Abwrackprämie", sagte Reinhard Zirpel, Vorstand Kommunikation bei Renault.

Auch die Statistiker sehen in der Umweltprämie einen Erfolg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legte der private Verbrauch im ersten Halbjahr dank dieser staatlichen Stütze um 0,1 Prozent zu, ohne sie wäre er um ein Prozent gesunken.

"Nun ist auch das Fass leer"

Die Autoindustrie und die Händler lobten die Maßnahme. "Für die Kfz-Branche war diese Förderungsmaßnahme das beste, was man sich nur vorstellen konnte", sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Robert Rademacher, dem Radiosender "MDR Info". Und Berthold Huber, Chef der Gewerkschaft IG Metall, meint: Die Umweltprämie ist das erfolgreichste Instrument der Konjunkturprogramme."

Doch nun sind in der Autoindustrie Jobs in Gefahr. "Wir können im Handel bis zu 6500 Betriebe verlieren", sagte Wolfgang Meinig vom Forschungsinstitut Automobilwirtschaft im "ARD-Morgenmagazin". Das wären rund 90.000 Arbeitsplätze.

Die von Deutschland eingeführte Prämie ist von zahlreichen Ländern kopiert worden und stabilisiert auch dort die Automobilkonjunktur.

Gelder auch in den USA aufgebraucht

In den USA sorgte das dort unter dem Namen "Cash for Clunkers" (Bargeld für Rostlauben) aufgelegte Programm dafür, dass der Pkw-Absatz im vergangenen Monat auf Jahressicht erstmals seit 21 Monaten zulegte. Allerdings sind auch in den USA die Gelder aufgebraucht.

Im August profitierten auf dem weltgrößten Automarkt vor allem asiatische Autobauer und der US-Konzern Ford von der Prämie von bis zu 4500 Dollar je Altwagen. Auch der Absatz von VW (plus 15,6 Prozent) wurde angeheizt.

Beim Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) dagegen brachen die Verkaufszahlen im ersten vollen Monat nach Abschluss der Blitz-Insolvenz um 17 Prozent ein.

Analysten machten eine verfehlte Modellpolitik des einstigen Weltmarktführers dafür verantwortlich, die immer noch auf große Wagen setze. Auch der von Fiat kontrollierte US-Autobauer Chrysler büßte deutlich ein (minus 12,2 Prozent) ebenso wie BMW (minus 18,3 Prozent) und die Daimler-Nobelmarke Mercedes-Benz (minus vier Prozent).

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  1. Rabattschlacht - jetzt erst recht
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(sueddeutsche.de/AP/pak/mel/tob/hgn)