Die großen Plattenlabels wollen die Dominanz des iTunes-Stores von Apple nicht mehr hinnehmen. Sie steigen daher zunehmend in den digitalen Musikhandel ein, der in Deutschland aber noch vergleichsweise klein ist.
Apple überholt alle: Noch im Februar hatte die US-Marktforschungsgruppe NPD Group bekanntgegeben, dass der iTunes-Store von Apple die US-Einzelhandelsketten Best Buy und Target im Musikgeschäft hinter sich gelassen habe und zum zweitgrößten Musikhändler in den USA aufgerückt sei. Den aktuellen NPD-Zahlen zufolge hat Apple nun aber auch den bisherigen Branchenführer Wal-Mart überholt.
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Demnach hält iTunes einen Marktanteil von 19 Prozent am US-Musikmarkt, gefolgt von Wal-Mart mit 15 Prozent und Best Buy mit 13 Prozent. Den vierten Platz teilen sich Target und Amazon.com mit einem Marktanteil von jeweils sechs Prozent.
Amazon.com: Aufholbedarf im digitalen Geschäft
Der Triumph beim neuen Marktführer Apple ist groß, doch die Konkurrenz schläft nicht. So möchte beispielsweise Amazon künftig im elektronischen Musikhandel mehr mitreden als bislang.
Seit der Gründung vor 14 Jahren hat der weltgrößte Buchhändler großes Know-how für den Versand physischer Produkte wie etwa Bücher, CDs oder Film-DVDs entwickelt - doch im digitalen Vertrieb ist der Online-Handelskonzern aus Seattle gegenüber Apple ins Hintertreffen zu geraten.
Dies soll sich nun ändern: Mit seinem neuen MP3-Musicstore will Amazon iTunes künftig Marktanteile abjagen. Allerdings bietet Amazon sein digitales Musikangebot bislang nur in den USA an, wo es nach vier Jahren Entwicklungszeit im vergangenen Herbst online ging. Das Besondere daran: Die vier großen Musiklabels Universal, Sony BMG, EMI und Warner Music sind mit im Boot, obwohl der MP3-Musicstore ohne das bei den Nutzern verhasste digitale Rechtemanagement DRM im allgemein kompatiblen MP3-Format arbeitet.
So können die Kunden die Musik auf allen Geräten inklusive Apples iPod abspielen. Die Auswahl ist zudem groß: Mehr als vier Millionen Songs stellten die Plattenfirmen Amazon inzwischen zur Verfügung. Gestartet war der MP3-Musicstore noch mit 2,7 Millionen Titeln.
Apple kann zwar einen Katalog mit mehr als sechs Millionen Titeln vorweisen, davon liegen allerdings nur knapp zwei Millionen Songs ohne Kopierschutz vor.
Amazon hält sich allerdings bedeckt, wann es digitale Musik auch in Deutschland verkaufen will: "Unser MP3-Musicstore wird noch in diesem Jahr in einem weiteren Land an den Start gehen", sagte eine Amazon-Sprecherin zu sueddeutsche.de. Dies könne neben Deutschland allerdings auch in Großbritannien, Frankreich oder Japan sein, so die Sprecherin weiter.
Über die US-Seite könne ein deutscher Nutzer derzeit keine Songs aus dem MP3-Musicstore herunterladen.
iTunes noch nicht unter den Top Ten in Deutschland
Der elektronische Musikmarkt ist in Deutschland im Vergleich zu den USA noch unterentwickelt. Nach den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist die Dominanz des klassischen Einzelhandels nach wie vor erdrückend: "iTunes ist bei uns noch nicht unter den Top Ten der Verkäufer", sagte Christoph Freier von der GfK.
Unangefochtener Marktführer sei vielmehr Media Markt vor Saturn und Amazon.de. Würden ausschließlich die digitalen Musikverkäufe betrachtet, liege iTunes vor Musicload, dem MP3-Dienst von T-Online, so Freier weiter.
Was den digitalen Vertrieb von Musik angeht, besteht in Deutschland also ein Aufholpotential, das für Amazon durchaus interessant sein könnte. Die Zeit drängt allerdings, denn den Amerikanern sitzen weitere Konkurrenten bereits im Nacken. So will etwa die größte Internet-Kontaktbörse Myspace ein Vertriebsmodell für Musik im Internet aufziehen.
Der neue Online-Dienst Myspace Music soll unter anderem direkt abrufbare Musik und das Herunterladen von MP3-Stücken, Konzertkarten sowie Klingeltönen erlauben.
Allerdings gelang es Myspace im Gegensatz zu Amazon nicht, alle vier großen Labels für den neuen Dienst zu erwärmen: Teilnehmen wollen lediglich Sony BMG, Universal und Warner Music - EMI ist bislang nicht mit von der Partie. Die Briten sollen mit Myspace aber bereits über eine Teilnahme verhandeln.
Starten will Myspace Music ebenfalls in den USA, doch es solle schnell internationalisiert werden, kündigte Myspace kürzlich an.
Der Markt für digital vertriebene Musik könnte in Deutschland also bald deutlich bunter werden.
(sueddeutsche.de/hgn/mel)
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Ich hab freunde in der Branche und von denen hat nur einer seinen Job als Manager behalten weil er jetzt Klassik und Volksmusik macht. Der Markt ist total kaputt gegangen.
Aber die Schuld trägt MTV die den billigen Ramsch aus USA über unsere Köpfe geschüttet hat. Wer das Mitte der 80er erlebt hat weis was ich meine, noch nie gab es eine größere Vernichtung kreativer Musiker als damals. CD Verkauf und rigorose Unbeliebtheit durch GEZ und Gema kamen noch dazu. Wir danken den Musikern, nicht den anmaßenden Verkäufern.
Heute kann jeder Musiker seine CDs selber machen und vertreiben, das hat zu einen gewissen Aufwind geführt.
iTunes Konkurrenz zu machen wird schwierig, weil iPod und iTunes gebündelt sind. Das ist zwar ein Thema für die Gerichte, besonders weil kein anderes Program den iPod ansprechen kann, aber solange das sich nicht ändert, kann man mit wir-möchten-auch-dabei-sein Programmen nichts erreichen. Besser man senkt den CD-Alben Preis. 20,- für eine CD sind einfach zu viel.
die alles als innovative recyclingware, die als musik auf den markt geworfen wird ist ihr geld nicht wert. und schon gar nicht 1.-- pro mp3-download, wovon nur ein geringer prozentsatz bei den urhebern ankommt. so war das gema-system nicht gedacht! die industrie ist nichts ohne musiker und künstler, die die ware/das material liefern, aber umgekehrt dürfte das ganze sich durchaus rechnen, dank internet.
Also nochmals zum Mitschreiben:
- Als die CD von LP's/Singles abgelöst wurde, war es den Labels und Plattenfirmen nicht zu schade, oft völlig unbearbeitet, ohne Booklet, ohne Aufwand ihren Katalog lieblos und völlig überteuert nochmals als CD auf den Markt zu schmeissen. Gerade in den ersten 10 Jahren ohne ditigale Überarbeitung.
- Seit über 10 Jahren hat die gesamte Musikindustrie den Online-Anschluss verpasst. Das gesamte Management hat verpennt. Statt den Trend und v.a. dem Bedürfnis nach legalem Musikdownload zu erkennen und zu nutzen, hat man die Tauschbörsen bekämpft, statt sie ins Boot zu holen. Dass Musik kostenlos sein soll, hat nie jemand wirklich gedacht. Weil die Industrie über Jahrzehnte den Onlinetrend verpasste, entwickelte sich erst der Gedanke: "He, kriege ich alles auch kostenlos".
- Dann kam iTunes, nicht als Erstes, aber am erfolgreichsten. Und wieder das Gleiche: Statt sich zu freuen, dass es zwar viel zu spät, aber immerhin eine lukrative, gute Idee, etabliert und benutzerfreundlich und v.a. legal gibt, passt es der Musikindustrie auch wieder nicht. Sie tun so, als hätten sie den Onlinemarkt entdeckt und sägen am Ast, auf dem sie sitzen, auf Kosten der Kunden.
Gebt uns endlich, was wir wollen. Die goldenen Zeiten sind vorbei - selbstverschuldet. Also Mund halten und mit iTunes zusammenarbeiten. Herrschaft! Diese Arroganz macht es einem wirklich schwer, für Musik noch bezahlen zu wollen....
Ich kann mir vorstellen dass der Vorsprung des ITMS nicht wirklcih schrumpfen wird - Apple setzt alles daran das Angebot zu erweitern (Videos, Serien, Leih-Spielfilme) und arbeitet stark dran den potentiellen Konsumenten den Medienkonsum in der gewohnten Fernseh-/Couch Umgebung zu ermöglichen. Auch wenn Apple mit letzterem z.Zt. nur so vor sich hin dümpelt der Grundstein ist gelegt und der KnowHow Vorsprung nicht wegzuleugnen.
Allerdings ist natürlich jede Konkurrenz zu begrüßen der ITMS bewegt sich ja auch nur wenn er unbedingt muss (siehe DRM Freie Musik)
nur wegen diesen raffgierigen Labels hier in Deutschland, die nicht genug bekommen können, bekommen wir hier in Deutschland für gutes Geld nur wenig.
In USA dagegen gibt es soviel richtig gute Sachen in den Download-Stars.
Schande über Euch, Ihr elenden Raffkes von Universal & Consorten.