Nach 30 Jahren stellt Sony den Kassetten-Walkman ein. Das Ende der Kultmarke bedeutet nicht nur eine Verarmung des Musikkonsums - sondern ist auch ein Zeichen für einen Kulturverfall.
Der technische Fortschritt nimmt keine Rücksicht auf Verluste, aber er schafft Erinnerungen. Am Wochenende gab der Elektronikkonzern Sony bekannt, keine weiteren Kassetten-Walkmans zu produzieren. Nach mehr als 30 Jahren stellen die Japaner die Fertigung ein.
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Das Ende des Sony-Walkmans ist eine Zäsur in der Musikindustrie. (© picture-alliance / dpa)
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Es mag sentimental klingen, aber es ist wahr: Das Aus des ursprünglichen Walkmans ist eine Zäsur in der Musikkultur, die sich schon länger abzeichnete. Was bleibt, ist die Idee, Musik immer und überall hören zu können. Aber spätestens seit selbst ernannte Hipster mit weißen iPod-Kopfhörern Anfang der Nullerjahre die CD beerdigten, ist der Musikkonsum um drei Dinge ärmer geworden.
Erstens: Der Plattenladen, eine Oase entspannten Stöberns, stirbt aus. Nach einer Kassette, CD oder Schallplatte zu suchen, ist wie in der Zeitung zu blättern und mit dem Papier zu rascheln: ein überraschender Genuss für die Sinne. Und erst das Probehören, das anregende Knistern und Rauschen, ist Hörgeschichte.
Zweitens: Das MP3- oder AAC-Format von digitalen Musikdateien verschluckt ganze Frequenzbereiche. Bässe klingen hohl, die Höhen aufdringlich, oberflächlich, kurz gesagt: sehr schlecht.
Drittens: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis unsere Sprache vor diesem Kulturverfall kapituliert. Das schöne Wort Bandsalat, den Kassetten produzieren konnten, steht nicht mal mehr im Duden. Über die Goldene Schallplatte und das CD-Regal spricht man noch. Wer mag schon eine Goldene Musikdatei? Ein Regal braucht man ja nicht mehr, eher eine zusätzliche Festplatte. Diese sollte sich sowieso jeder zulegen, denn wer kann sich schon vor einem Computerabsturz schützen? Alles ist dann weg - früher hatte man wenigstens nur einen Bandsalat.
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(SZ vom 25.10.2010/aum)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Wozu gibt s CDs?
Ich fand diese sekundären Wiedergabe- und Speichermedien schon immer überflüssig. Also sowohl kassetten als später MiniDiscs und dann MP3s...
Auch auf CDs kann man liebevoll Musik zusammenstellen...
Und bei MP3 geht auch noch so viel Qualität verloren... Gut, die Leute, die nur über Laptop-Lautsprecher Musik hören, oder nur wummernde Bässe wollen, die nehmen das nicht wahr...
Aber ich könnte ohne HiFi-Anlage nicht leben... Sonst könnte ich auch in den Supermarkt zum Radio hören gehen...
- 90 Prozent der Kommentatoren kennen sich besser mit dem Thema .Mp3 und Audioqualität aus als der Autor.
- Man kann hier schreiben als man möchte, der Autor beteiligt sich nicht an der Diskussion oder korrigiert seinen Artikel.
- Ich denke mittlerweile das solche nutzlosen Artikel nur geschrieben werden um möglichst viele Kommentare zu bekommen, denn viele Kommentare bedeuten viele PageViews und Hits ...
Nachteile der Audiotechnik will ich mich hier mal gar nicht auslassen. Ich höre sowieso nicht mehr so gut.
Natürlich ist der Bedienkomfort und die Sortierfunktion eines MP3-Players gigantisch, wenn man dies mit der rein sequentiellen Abspielmöglichkeit eines Kassettenspielers vergleicht. Aber man wird doch zum Musikkonsum und zum Zappen durch die Alben verleitet. Immerhin hat sich ja der Künstler ja was dabei gedacht, als er die Reihenfolge der Lieder festgelegt hat.
Die Freude und die langanhaltende Beschäftigung mit einer CD oder Schallplatte, das Lesen des Booklets kann mir aber der Download von MP3-Dateien aus dem Internet nicht bieten.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die Künstler durch die vielen illegalen Downloads (macht natürlich hier kein Mensch!) nicht mehr von ihrer Kunst leben können bzw. andere Wege der Geldeinnahme suchen müssen.
Ohne Merchandising von T-Shirts und Mammuttouren etc. kämen viele Bands nicht mehr über die Runden !
Ich kaufe mir von meinen Lieblingsgruppen weiterhin wirklich aus Prinzip alle CD's, auch wenn's nur Coverversionen sind.
Ich weiss, das mich jetzt sehr viele hier für altmodisch halten. Ist mir aber egal.
Es gibt Forschungsergebnisse, dass die neurologische Stimulanz des analogen Musikgenusses bei digitaler Wiedergabe ausbleibt.
Hierbei ist es ganz unerheblich, ob die digitale Musik komprimiert ist oder losless wiedergegeben wird.
Es spielt auch keine Geige, ob mit 44 kHz/ 16 bit oder 192 kHz / 24 bit kodiert wurde.
Andererseits verhindert das Knistern der LPs keineswegs ihren stimulierenden Effekt auf unser Denkorgan.
Wir befinden uns kulturell auf dem Regress: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist gar nicht mehr in der Lage, ein Buch zu lesen, geschweige denn zu verstehen.
Multimediale digitale Dauerberieselung via TV oder Monitor lässt auf breiter Front verblöden: Das ist Fakt!
Wenn jeder derartig an nostalgischem hängen würde, wie der Autor, säßen wir heute noch vorm offenen Feuer und würden Brei aus dem Kupferkessel kratzen.
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