Apple und Google werden zur Kasse gebeten: Weil sie für Musik- und Videodienste viele Daten durch das mobile Internet jagen, will die Telekom jetzt mehr Geld von den Konzernen.
Apple und Google bitte zur Kasse: Weil ihre Dienste sehr Datenintensiv sind, will die Telekom, dass die Konzerne künftig mehr bezahlen. "Ein gut gemachtes Netzangebot ist am Ende auch kostenpflichtig" sagte Telekom-Chef René Obermann dem Manager Magazin.
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Die Telekom will mehr Geld von Apple und Google, weil ihre Angebote mit Musik und Video sehr datenintensiv sind. (© ag.dpa)
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Wenn die Telekom besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies "auch differenziert bepreist werden". Entsprechende Diskussionen mit Dienste-Anbietern wie Google seien angestoßen. Einige Telekomkonzerne planen in Zukunft mit differenzierten Tarifen, mehr Geld für höhere Datenvolumina auf ihren Netzen zu bekommen.
Bei den Mobilfunkanbietern zeichnet sich ein Trend ab, die Datentarife fürs mobile Internet nach unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu staffeln. Vodafone hat bereits Anfang des Jahres einen Tarif für eine höhere Bandbreite eingeführt. Bei der Deutschen Telekom ist dazu noch keine Entscheidung gefallen.
"Smarte Expansion" statt milliardenschwerer Zukäufe
Im Gespräch mit dem Manager Magazin wiederholte Obermann außerdem frühere Aussagen zum Thema Übernahmen. Die Deutsche Telekom will künftig vor allem mit eigenen Internetprodukten in neue Auslandsmärkte expandieren. So sollen beispielsweise die Produkte der konzerneigenen Load-Familie Musik, Spiele, Filme und Software zum Herunterladen sowie die Angebote der Scout-24-Gruppe verstärkt im Ausland angeboten werden.
Auf diese Weise könne der Bonner Konzern weitere Märkte erschließen, ohne ein eigenes Netz zu kaufen, sagte Obermann. "Diese smarte Expansion ziehen wir milliardenschweren Zukäufen vor." Kleinere Akquisitionen, etwa im Internetbereich, seien indes weiterhin denkbar.
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(sueddeutsche.de/dpa/stl/pak)
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Die Schlacht um Teilchen vom Kuchen hat begonnen. Die Content-Industrien wollen für Verweise auf Inhalte Geld von Gugel, die Telekom möchte gern Bares für ihr schnell ausgebautes Netz sehen - am besten von allen Beteiligten, und dann nochmal zusätzlich, wenn es um Premium-Content geht. Wer die falschen Dienste nutzt, muss wohl dafür in Zukunft extra zahlen. Schöne neue Welt, in der nur noch diejenigen Dienste nutzen können, die dafür zahlen - tunlichst schon bevor sie ihren Laden eröffnen.
Plumper Versuch die Margen zu erhöhen. Wenn der Netzanbieter künftig populäre Dienste langsamer bereitstellt als technisch möglich wechsle ich den Anbieter und nicht den Tarif!
Man könnte es sich sicher leicht ausmale, was es für die Benutzerzahlen von T-Offline bedeutet, wenn ihre Kunden plötzlich kein YouTube mehr aufrufen können.
Umgekehrt dürfte es Google kaum kratzen, wenn ein paar Leecher wegfallen.
Kurz: die Telekom ist da in keiner sehr guten Verhandlungsposition.
Problematischer ist es, dass jemand, der eingentlich eine Ahnung von der Materie haben sollte, mit solchen Ideen auftaucht.
Und schlimmer noch: Kleinere Internet-Sites, die in keiner so starken Verhandlungsposition sind, würden durch eine solche "Bandbreitensteuer" ungerechterweise benachteiligt.
Was wir wirklich baruchen ist eine gesetzlich verankerte Garantie der "Netzneutralität". Anders kann das Netz nicht funktionieren.
ag.
Da bezahlt man als Nutzer für seinen Datenverkehr. Und der Diensteanbieter bezahlt ebenso für seinen Datenverkehr, wo immer das auch sein mag. Und die Provider rechnen untereinander ab.
Wofür will Obermann gleich nochmal kassieren? Entbehrt das nicht jeder Grundlage?
Die Telekom (oder wie sie inzwischen heißt) soll das tun, wofür sie bezahlt wird: die Möglichkeit zur Verfügung stellen, Daten auszutauschen; und nicht von irgendwelchen Fantasiesteuern träumen.
"höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete"
Für genau _das_ bezahlen die _Kunden_ die Telekom: für das zur Verfügung stellen der Übertragungswege.
Und von "höchster Übertragungsqualität" kann ich nichts berichten: ich zahle hier (Telekom ist an meinem durchaus dicht besiedelten Wohnort Monopolist) für 6000 kbit/s, bekomme 2000 - 3000 kbit/s und weiß, dass ein weiterer Ausbau nicht geplant ist. Tolle Qualität.
Das Netz, wie wir es heute kennen, ist auch ohne Primat des Profites entstanden. Hier liegt der eigentliche Paradigmenwechsel. Ich befürchte, die Netzneutralität wird diesem Primat nicht mehr lange standhalten können.
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