Minus an der Börse Trump bremst deutsche Autobauer aus

  • US-Präsident Trump lässt prüfen, ob die nationale Sicherheit der USA durch Autoimporte gefährdet ist.
  • Einfuhrzölle von 25 Prozent könnten die Folge sein - mit schwerwiegenden Konsequenzen für deutsche Autobauer.
  • An den europäischen Börsen rutschen Autoaktien als Reaktion ins Minus, BMW und VW kritisieren die US-Pläne.

Die US-Androhung von Importzöllen auf ausländische Fahrzeuge hat die Aktien von Autobauern ins Schlingern gebracht. In Deutschland sackten die Titel von Volkswagen, Daimler und BMW um je gut zwei Prozent ab und waren unter den größten Verlierern im Leitindex Dax. In Frankreich verbilligten sich die Titel von Renault und Peugeot um jeweils etwa ein Prozent. Auch in Asien kamen Autoaktien unter die Räder. Mazda, Toyota, Subaru und Nissan schlossen bis zu fünf Prozent schwächer. Der europäische Auto-Index gab 1,5 Prozent nach und war mit Abstand der schwächste Branchenindex.

"Importzölle auf Autos wären ein Albtraum für die deutsche Autoindustrie und würden massive Absatzeinbußen bedeuten", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Donald Trump denkt offensichtlich gar nicht daran, den Handelsstreit zu beenden." Der US-Präsident hatte das US-Handelsministerium am Mittwoch angewiesen, zu prüfen, ob die Auto-Einfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohten. Nach einem Bericht des Wall Street Journal könnte der Aufschlag auf Autos, Lkws und Autoteile bis zu 25 Prozent betragen. Auf die Autohersteller würde dadurch ein erheblicher Kostendruck zukommen.

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Kritik aus deutschen Konzernzentralen und China

Kritik an Trumps neuestem Rundumschlag zum Schutz der US-Wirtschaft kam prompt aus China. Man werde seine Rechte und Interessen gegen die missbräuchlich als Sache der nationalen Sicherheit dargestellten Zölle entschieden verteidigen, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Auch aus Deutschland meldeten sich kritische Stimmen. Ökonom Jens Suedekum forderte eine entschlossene Reaktion der Europäischen Union. Man müsse Trump klarmachen, dass er mit diesem Schritt auch amerikanische Jobs gefährde.

BMW und Volkswagen übten ebenfalls Kritik. Freier Marktzugang sei ein entscheidender Faktor, denn man habe ein weltweites Produktionsnetz und nutze weltweit Einkaufsmärkte, hieß es am Donnerstag bei BMW. Das Unternehmen sei aber nicht überrascht von Trumps Schritt: "Nach zahlreichen Ankündigungen zu diesem Thema durch den Präsidenten der USA war damit zu rechnen. Wir beobachten die weiteren Entwicklungen genau." Volkswagen mahnte am Mittwoch: "Einseitiger Protektionismus hat langfristig niemandem geholfen." Die Autoindustrie habe lange Investitions- und Produktionszyklen und sei daher auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Der Konkurrent Daimler wollte Trumps Schritt nicht kommentieren.

US-Handelsminister Wilbur Ross soll untersuchen, ob die Einfuhr von Fahrzeugen und Autoteilen die nationale Sicherheit gefährdet. Trump hatte sich dabei auf eine gesetzliche Handelsbestimmung berufen, die ihn ermächtigt, Importe zu begrenzen und Zölle zu erheben, wenn dafür Gründe der nationalen Sicherheit vorliegen. In diesem Fall haben Strafzölle eine größere Chance, ein mögliches Klageverfahren bei der Welthandelsorganisation WTO zu überstehen. Denselben Winkelzug hatte Trump bei den Strafzöllen für Stahl und Aluminium angewandt.

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