Vor dem heutigen Treffen des Koalitionsausschusses haben sich namhafte Wirtschaftsexperten gegen die bundesweite Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen ausgesprochen. Sogar die Höhe des Stellenrückgangs bei einem Mindestlohn von 6,50 Euro pro Stunde wurde berechnet.
Führende Wirtschaftswissenschaftler haben vor dem Koalitionsgipfel am Montag in Berlin vor der bundesweiten Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen gewarnt. "Dass dadurch neue Arbeitsplätze entstehen, ist auszuschließen", wird der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup, in der Bild-Zeitung zitiert. DGB-Chef Michael Sommer rief dagegen Union und SPD auf, sich doch noch auf Mindestlöhne zu verständigen.
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Rürup sagte dem Blatt zufolge, jeder Mindestlohn über fünf Euro führe zu Jobverlusten insbesondere in Ostdeutschland. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn: Nach Ifo-Berechnungen würde ein Mindestlohn von 6,50 Euro zum Verlust von 465.000 Arbeitsplätzen führen, sagte er, bei 7,50 Euro wären es sogar 621.000 Stellen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, bezeichnete Mindestlöhne als einen "eklatanten Eingriff in die Freiheit der Arbeitsplatzwahl".
Demgegenüber erklärte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Sommer, in der Frankfurter Rundschau: "Der DGB erwartet, dass die große Koalition in Sachen Mindestlohn endlich Nägel mit Köpfen macht." Es sei neben den Tarifparteien auch Aufgabe des Staates, in einer sozialen Marktwirtschaft menschenunwürdige Löhne zu verhindern, erklärte er. Benötigt werde ein "einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn, der 7,50 Euro nicht unterschreiten darf".
Dass bei dem Treffen des Koalitionsausschusses eine Einigung über den Mindestlohn erzielt wird, gilt als unwahrscheinlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn am Wochenende erneut eine klare Absage erteilt. Die SPD setzt trotzdem weiter auf ein Entgegenkommen des Koalitionspartners.
(AP)
Gysi gegen Lafontaine
Ich denke, dass an ihren Argumenten einiges dran ist.
Mich persönlich ärgert es nur, dass es Leute aus der Wirtschaft sind die uns
"das" Allheilmittel verschreiben wollen.
Der eigentliche Skandal ist aber, dass dies Leute tun, die wenig später wegen Korruption,
siehe Harz, vor Gericht gestellt werden.
Mit anderen Worten, ich pfeife auf die Stimmen aus der Wirtschaft unter ihnen sind genug
Kriminelle bestes Beispiel Siemens.
Die sollten erst mal ihren Wirtschaftsschweinestall ausmisten bevor sie uns gute Ratschläge
erteilen.
Jetzt höre ich auf sonst werde ich noch ausfällig.
wenn ich das Ganze aus dem Ausland betrachten würde und sähe wie die Deutschen sich gegenseitig mit voller Inbrunst darin toppen:
-"ich will weniger Lohn"
-"nein ich will noch weniger, mein Wirtschaftsweiser hats mir gesagt"
-"und ieeeech, ich bring sogar noch Geld mit"
und dann noch die Politiker betrachte, welche ihr Volk im Dreieck verarschen,
ich würde ja aus dem Lachen nicht mehr rauskommen.
Aber so mittendrin, bleibt mir das Lachen im Hals stecken.
Die Beispiele England und Frankreich zeigen es eindeutig: setzt man ein Mindestlohn zu hoch, zerstört es Arbeitsplätze = Frankreich. Fragen Sie doch die Ausgegrenzten in den Banlieux ob es ihnen egal ist, wenn der SMIC ihre potentielle Arbeitsplätze verhindert.
Geht man von fast Vollbeschäftigung aus und fängt mit dem Mindestlohn ganz niedrig an, kann man es langsam anheben. Dabei analysiert man sorgfältigst, ob nicht Arbeitsplätze dabei verschwinden = England.
Aber die ganze Diskussion ist irrelevant: die SPD versucht sich aus Angst vor der Linkspartei sozial zu profilieren. Aber sie tun den Arbeitslosen keinen Gefallen: vor allem Arbeit muss her.
Ich bin schon erstaunt über die geballte Wirtschaftskompetenz die sie hier versammelt hat. Nicht minder erstaunlich ist hier auch die Anzahl der sachlichen Beiträge und die Art sich ohne ideologische Klischees dem Thema zu stellen. Einfach zu behaupten: die Experten sind entweder doof oder gekauft ist recht putzig.
na klar werden auch akademiker raus geschmissen und nur noch über zeitarbeitsfirmen wieder beschäftigt. aber die akad. haben nach wie vor bessere karten als die "alten" oder ungebildeten.
die arbeit wird einfach weniger, und momentan ist noch keine lösung in sicht wie es wieder mehr arbeit geben wird, sondern die verbliebene arbeit wird unnötig verteuert. ich hätte gerne mein bruttogehalt, als mein nettogehalt...
Paging