Von Nina Bovensiepen

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, hat die Union massiv angegriffen - und das Hin und Her der Kanzler-Partei beim Post-Mindestlohn kritisiert.

"Es ist schon merkwürdig, wenn zwei Koalitionspartner etwas gemeinsam beschließen und einer in Häme ausbricht, wenn das Beschlossene kaputtgeht", sagte Sommer in Berlin. Der Gewerkschaftschef bezog sich auf die Reaktionen von Unionspolitikern, die ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts begrüßt hatten, demzufolge der Mindestlohn für Briefdienste nicht zulässig ist. Auf den Post-Mindestlohn hatten sich SPD und Union gemeinsam verständigt.

DGB-Chef Michael Sommer (© Foto: ddp)

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Die CDU-Spitze machte indes klar, dass sie zum Vereinbarten steht. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, Vorstand und Präsidium der Partei begrüßten es, dass Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) Berufung gegen das Urteil eingelegt habe. Das Berliner Gericht habe die Rechtsprechung von Bundesgerichten nicht berücksichtigt. Es sei mit einer Aufhebung des Urteils zu rechnen.

Die Konkurrenten der Post forderten Scholz dagegen auf, die Rechtsverordnung zum Post-Mindestlohn bis zur gerichtlichen Klärung auszusetzen. Sollte der Vollzug "der nichtigen Norm weitere Schäden hervorrufen, besteht ein Staatshaftungsanspruch", schreibt eine Kanzlei des Verbandes der Kurier-Express-Post-Dienste an Scholz. Es seien Millionen-Schäden zu befürchten sowie der Verlust zahlreicher Jobs, heißt es in dem Schreiben, das der SZ vorliegt.

Verdi kündigt Protest an

Die Gewerkschaft Verdi kündigte unterdessen an, Strafanzeige gegen eine Konkurrenz-Gewerkschaft zu stellen, die nach der Einigung auf den Post-Mindestlohn gegründet worden war. Verdi ist der Auffassung, dass es sich bei der Organisation um eine von den privaten Post-Arbeitgebern subventionierte Vereinigung handelt.

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(SZ vom 11.03.2008/mel)