Lohndumping wird künftig unmöglich: Von Juli an gibt es in der Pflegebranche verbindliche Mindestlöhne. 800.000 Beschäftigte sind betroffen.
In einigen Branchen ist der Mindestlohn bereits Realität - etwa bei den Gebäudereinigern oder im Malerhandwerk. Nun werden auch die 800.000 Beschäftigten in der Alten- und ambulanten Krankenpflege verbindliche Lohnuntergrenzen bekommen.
In der Alten- und ambulanten Krankenpflege wird es von Juli an einen verbindlichen Mindestlohn geben. (© Foto: AP)
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Noch in diesem Jahr soll es einen flächendeckenden Mindestlohn geben. Eine vom Bundesarbeitsministerium eingesetzte Kommission hat für Pflegehilfskräfte verbindliche Lohnuntergrenzen von 8,50 Euro im Westen und von 7,50 Euro im Osten Deutschlands empfohlen, teilte der Arbeitgeberverband Pflege mit. Vom 1. Juli an soll die Regelung gelten.
Zum 1. Januar 2012 sowie zum 1. Juli 2013 soll sich der beschlossene Mindestlohn um jeweils 25 Cent erhöhen.
Nun hat es die Arbeitsministerin in der Hand. Ursula von der Leyen (CDU) muss nun den Mindestlohn per Rechtsverordnung für die gesamte Branche vorschreiben. Die Voraussetzungen dafür hatte voriges Jahr noch die große Koalition mit der Aufnahme der Pflege in das Entsendegesetz geschaffen.
77.000 neue Pflegekräfte benötigt
In der Kommission sind die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die kommunalen und privaten Arbeitgeber sowie für die evangelische und die katholische Kirche Diakonie und Caritas vertreten.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bezeichnete den Mindestlohn für die Pflegebranche als "lange überfällig". Einem "maßlosen Lohndumping" werde damit ein Riegel vorgeschoben, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke in Berlin. Forderungen nach einem noch höheren Mindestlohn sowie nach einheitlichen Sätzen für Ost und West seien am privaten Arbeitgeberverband und der Diakonie gescheitert, bedauerte Paschke.
Bislang galt eine Verständigung auf eine Mindestlohnhöhe als besonders schwierig. Denn in der Branche gibt es keinen bundesweiten Tarifvertrag für alle Anbieter. Die kirchlichen Arbeitgeber Caritas und Diakonie schließen zudem keine Tarifverträge ab, sondern vereinbaren die Löhne nach eigenen Richtlinien.
Alleine in den kommenden zehn Jahren werden nach Angaben des Verbandes zusätzlich 77.000 Pflegefachkräfte benötigt, weil es immer mehr ältere Menschen in Deutschland gibt. Das sei ein bedeutender Tag für die deutsche Sozialwirtschaft, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Pflege, Thomas Greiner.
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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/pak)
Demonstrationen in Hamburg
gibt es nicht in diesen Branchen Tarifverträge???
Bei einem Lohn von 7,50 o. 8,50 pro Stunde - natürlich brutto - muß man über 200 Std. im Monat arbeiten, um nicht doch noch staatlich Hilfen zu beantragen.
Außerdem bedeutet das im Falle von Arbeitslosigkeit den sofortigen Absturz auf "Hartz IV" Niveau!
oder gilt dieser "Lohn" nur für Ungelernte?
Wenn die deutschen Reinigungs- und Pflegekräfte einen Mindestlohn von 7,50 und 8,50 bekommen sollen, dann sollte man sich überlegen ob eine Tschechin oder bald auch eine Bulgarin, die auf Rechnung arbeitet nicht den gleichen Job für 2 Euro genauso gut oder sogar besser machen könnte.
erstens, in den Boomjahren vor dem Crash waren die Reallöhne in Deutschland rückläufig, was sogar mal Mama Merkel zugegeben hat. Also ist ihr Statement einfach unwahr. Die Arbeitgeber interessieren sich einen feuchten Schmutz um ihre Angestellten solange sie ihnen mit der Entlassung drohen können und das für die Angestellten die finanzielle Vernichtung und Hartz IV bedeutet.
zweitens, "institutionelle Investoren", woher denken Sie eigentlich hat ein Fonds sein Geld? Materialisiert da Gold aus dem Nirvana? Oder handelt es sich dabei "vielleicht" um die "Investitionen" der 10% der Bevölkerung die sich sowieso niemals Sorgen um ihre Rente machen müssen?
20 Jahre nach der Wende zeigt mir auch wieder dieser Lohnabschluss, was wer wert ist in diesem Land ... aber unabhängig davon, es wird neuerliche Erfindungen wieder mal geben, wo auch wieder diese Mindestlohn umgangen wird. Und die Menschen, die es betrifft werden sich nicht wehren, weil sie Angst haben, auch das wenige zu verlieren.
Naja ob nun unbedingt Gleichgewicht herrschen muss mag ich in Zweifel stellen - wichtig ist doch, dass der Arbeitnehmer von der Prosperität des Unternehmens ebenso profitiert wie der Arbeitgeber. Was übrigens bei den meisten Arbeitgebern auch so ist, das sich Mittelständler gar nicht erlauben können in Boomjahren nicht mehr Geld locker zu machen um das Betriebsklima nicht zu gefährden.
Was das "leistungslose Kapital" angeht muss ich schmunzeln, dabei handelt es sich ja eher um institutionelle Investoren und oder Staatsfonds und weniger um Unternehmen oder Superreiche. Dort wird leider viel zu sehr über einen Kamm geschoren weils dem pseudolinken Dauernörgler ganz gut in den Kram passt wenn der der mehr hat als er in irgendeiner Art und Weise ein mieses Schwein ist.
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