7,50 Euro für ein stärkeres Wachstum: Einer Gewerkschafts-Studie zufolge würde ein Mindestlohn Millionen Geringverdienern helfen - und einen Konjunkturschub auslösen.
Von der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 7,50 Euro pro Stunde würden knapp vier Millionen Arbeitnehmer mit einem Vollzeitjob und etwa fünf Millionen Arbeitnehmer profitieren, die geringfügig oder teilzeitbeschäftigt sind. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das das Institut Econometrics im Auftrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verfasst hat.
Eine Studie der Gewerkschaft Verdi belegt: Ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro würde Millionen Arbeitnehmern helfen. (© Foto: ddp)
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Nach der Studie, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, würde ein solcher Mindestlohn kurzfristig einen Konsumschub auslösen und hierdurch bis zu 225.000 zusätzliche Arbeitsplätze in den nächsten zwei Jahren schaffen.
"Das Gutachten beweist, dass ein gesetzlicher Mindestlohn von zunächst 7,50 Euro ein schnell wirkendes Konjunkturprogramm wäre. Nicht nur Banken brauchen einen Schutzschirm in der Krise, sondern auch die Arbeitnehmer und vor allem die Niedriglöhner", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, am Montag der SZ.
Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, eine wirksame Bremse gegen Lohndumping hätte auch eine positive Wirkung auf Tarifverhandlungen. "Die Tarifautonomie, die durch Tarifunterbietung, Austritte von Unternehmen aus den Arbeitgeberverbänden und Armutslöhne ausgehöhlt wird, würde so wieder besser funktionieren."
Neue Nahrung für eine hitzige Debatte
Die Debatte um einen Mindestlohn dürfte damit neue Nahrung erhalten. Sozialdemokraten und Gewerkschaften, Grüne und Linke haben sich für eine bundesweite Lohnuntergrenze ausgesprochen. Union und FDP sind dagegen.
In dem Gutachten des Econometrics-Ökonomen Klaus Bartsch wird mit einem Mindestlohn von 7,50 Euro gerechnet, der von 2010 an gilt. Diese Untergrenze erhöht sich schrittweise auf neun Euro bis Juli 2011. Dann wird simuliert, welche Effekte dies auf den Arbeitsmarkt hätte.
Das Ergebnis: Durch die deutliche Steigerung würden bis Mitte 2011 etwa neun Millionen Beschäftigte im Niedriglohnsektor einen höheren Verdienst erhalten. Nach Angaben des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen beliefen sich 2007 die durchschnittlich im Niedriglohnsektor erzielten Stundenlöhne im Westen auf 6,88 und im Osten auf 5,60 Euro.
Auch die Rentner profitieren
Dem Econometrics-Gutachten zufolge würden von dem Mindestlohn auch Rentner zeitversetzt profitieren, weil ihre Ruhestandsbezüge mit steigenden Bruttolöhnen tendenziell ebenfalls anziehen. Auch die Gehälter oberhalb der Mindestlohnschwelle legten wegen des leicht höheren Beschäftigungsgrades und der stärkeren Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zu.
Den Konsumschub und prognostizierten Zuwachs an Jobs begründet das Institut mit der erhöhten Nachfrage: "Menschen mit niedrigem Einkommen geben praktisch jeden zusätzlichen Euro vollständig aus. Zum Sparen kommen sie erst gar nicht." Das Institut Econometrics in Neuendorf in Brandenburg hatte bereits mehrfach Studien für Gewerkschaften erstellt.
In dem Gutachten wird unterstellt, dass ein Mindestlohn keine Jobs vernichtet. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Fünf Wirtschaftsweise") verwies in seinem letzten Jahresgutachten dagegen auf mehrere Studien, die hohe Beschäftigungsverluste prognostizieren.
Die Kehrseite: Arbeitsplatzverlust
Den stärksten Stellenabbau sagen das Ifo-Institut und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung voraus. Sie rechnen bei einem Mindestlohn von 7,50 Euro mit einem Verlust von mehr als einer Million Arbeitsplätzen.
Das frühere Mitglied des Sachverständigenrats, Bert Rürup, befürwortet allerdings in einem Minderheitsvotum einen Mindestlohn von 4,50 Euro. Gerade der internationale Vergleich zeige, dass es bislang keine klaren Antworten darauf gebe, wie sich eine Lohnuntergrenze ökonomisch auswirke, merkte Rürup an. In 21 von 30 in der OECD organisierten Industriestaaten gilt bereits ein gesetzlicher Mindestlohn.
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(SZ vom 28.07.2009/kfa)
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Sagen Sie doch gleich Gutmensch. Das ist doch der spöttische Begriff nach dem Sie suchen.
Dumpinglöhne haben nichts mit wirtschaftlicher Vernunft oder Verstand zu tun, besonders nichts mit volkswirtschaftlicher Vernunft.
Wie schon oft gesagt, Geldkreislauf, Güterkreislauf, Finanzkreislauf - da ist es schädlich wenn es zu abartig hohen Anhäufungen kommt, die im Ausland investiert bzw. verliehen werden müssen weil hier die Kaufkraft der Bürger fehlt. Je breiter die Bürger am Wohlstand teilhaben, desto mehr Nachfrage(r) nach Dienstleistungen und Waren in Deutschland, desto weniger Kostendruck beim Konsumenten und damit letztlich beim Unternehmer.
Die Exportlobby - der ist es egal ob die deutsche Volkswirtschaft den Bach runter geht, Hautsache billig produzieren und ab ins Ausland mit Waren UND Kapital.
Die auf dem deutschen Markt tätigen Unternehmer sollten aber anfangen weiter zu denken.
Mit der vierteljährlichen Abrechnung für den Aktionär geht auch eine mittel- bis langfristige Sicht völlig verloren. Gerade im Bereich F+E ist die tödlich. Daher stammen auch die überwiegende Mehrheit aller Erfindungen und Patente aus den klein- und Mittelbetrieben, logischerweise in Familienbesitz...!
Durch die Aushöhlung der Finanzen durch die Aktionäre/Dividende fehlen Mittel für weitere Innovationen. Dieses Geld wird dann über die Banken aufgenommen und danach wieder Dividende und einen noch grösseren Kredit, am Schluss die Insolvenz!
.......am Markt vorbei produzierter Opel, durch ML noch weiter verteuert..??..wer kauft den ?
Klar profitorientiert, weil erfolgsbeteiligt. Die Definition für Erfolg ist unserem Systen die Maximierung des finanziellen Ertrages und nicht die Maximierung der Anzahl der Mitarbeiter.
Diese Regeln haben ja nicht die Manager gemacht sondern die Aktionäre, Fondsmanager, Banken und sonstige Anleger etc.
Schwer da nicht mitzuspielen...so wird kurzfrsitiger finanzieller Erfolg gesucht...Rendite möglichst hoch und am besten jetzt gleich.
Die Manager spielen das Spiel mit, sacken soviel wie möglich ein weil Sie wissen, das in max. 3 Jahren schon ihr Nachfolger anklopft.
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Ein amerikansiches Management, welches nur auf Profitoptimierung aus ist und somit OPEL finanziell ausblutete, ein deutsches Management, welches jahrelang am Markt vorbei produziert. Wer zahlt am Schluss die Zeche? Jeder einzelne Mitarbeiter...
Es gibt keine komplizierten Lösungen, nur Einfache!
Wenn die Bundesrepublik nicht den Anspruch "Billiglohnland" für Europa gepachtet hätte, wäre der Mindestlohn längst bei 12 und wir wären einige Probleme subito los.
Ich bin gebürtiger Schweizer mit deutschem Pass (Doppelbürger).
ja das klingt toll.
Wenn man aber falsch gebettet ist schlafen die Mitarbeiter auch nicht mehr so gut (siehe Opel).
Ich kann ihren Worten nur entnehmen das die meisten Unternehmer eigensüchtige Volldeppen sind und das halte ich nicht für richtig. Auch ist mir ihre Sicht viel zu
einfach gemacht. Natürlich wenn man alle Auflagen erfüllt hat man keine Probleme. Wenn man nicht krank ist, ist man gesund - so einfach ist das Leben.
Ich muß jetzt noch scnell ein Paar Mitarbeiter entlassen und dann zuhause Luxus geniessen !
Übrigens...waren Sie schon immer in der Schweiz ?? Oder erst dorthin gezogen ??
Paging