Vom kommenden Jahr an dürfen osteuropäische Firmen Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden. Die Regierungskoalition streitet deshalb über einen Mindestlohn für Leiharbeiter - dabei könnte es um viel mehr gehen.
Die 700.000 Leiharbeiter in Deutschland werden bald womöglich harte Konkurrenten bekommen: Vom 1. Mai an gilt die volle Freizügigkeit für alle Arbeitnehmer aus der EU. Polnische und tschechische Firmen könnten dann auch Leiharbeiter hierher entsenden - und mit Mindestlöhnen von vier Euro die übliche Bezahlung hierzulande weit unterbieten. In der Regierungskoalition wird deshalb seit Monaten über einen neuen gesetzlichen Mindestlohn für die Leiharbeiter gestritten. Die Union ist dafür, die FDP dagegen. Die Zeit drängt, und indirekt könnte es dabei um eine noch wichtigere Frage gehen: Wann ist ein Lohn sittenwidrig?
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Johannes Vogel und die FDP sprechen sich gegen einen Mindestlohn für die Leiharbeiter aus. (© ddp)
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Für die Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Fraktion ist die Sache klar: Ihr Chef Peter Weiß warnt vor einem neuen "Wettbewerb bei der Bezahlung nach unten". Er verweist auf die Tarifverträge in Deutschland, nach denen in der untersten Lohngruppe ein Stundenlohn von 7,60 Euro im Westen und 6,40 beziehungsweise 6,65 Euro im Osten gilt. Diese Tarifverträge "sollten wir uns nicht kaputtmachen lassen", sagt er. Nach seinen Angaben würden sich die Tarifparteien schnell auf einen Mindestlohn einigen, den Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für allgemeinverbindlich erklären würde. Daran müssten sich auch ausländische Verleiher halten.
Der FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel hält davon aber wenig. "Es gibt bislang keine substantiellen Beweise dafür, dass polnische Zeitarbeiter in Scharen nach Deutschland kommen werden", sagt er. Die Liberalen schlagen vor, nach einer Frist Leiharbeiter wie Stammarbeitskräfte zu bezahlen. Das soll verhindern, dass Arbeitgeber Leiharbeiter beschäftigen, um ihre Lohnkosten zu drücken, statt damit Auftragsspitzen abzudecken. Gewünschter Nebeneffekt: Verleihbetriebe im Ausland, die über den Lohn einheimische Anbieter ausstechen wollen, wäre der Aufwand zu groß, hierherzukommen, wenn sie bald doch den üblichen Lohn zahlen müssten.
Der Ausgang des Koalitionsstreits ist offen. Eine Rolle könnte dabei auch die Überlegung spielen, dass mit einer Lohnuntergrenze in der Branche quasi durch die Hintertür erstmals in Deutschland ein branchenübergreifender Mindestlohn eingeführt wird. Schließlich arbeiten Zeitarbeiter in allen Branchen. Ein Mindestlohn für Zeitarbeiter könnte dann für Arbeitsgerichte als Richtschnur dienen, wenn sie über womöglich sittenwidrige Niedriglöhne entscheiden müssen. DGB und Arbeitgeberverbände halten diese Argumentation zwar für abwegig.
Doch der Bonner Arbeitsrechtler Gregor Thüsing sagt dazu: "Auch wenn es letztlich nicht überzeugt, ist das ein Weg, den die Rechtsprechung gehen könnte." Käme es so weit, müssten viele Betriebe Menschen, die bislang vielleicht vier, fünf oder sechs Euro Stundenlohn bekommen, deutlich besser bezahlen.
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(SZ vom 02.09.2010)
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würde "ein pole für 4 euro" wäre mein kommentar nicht veröffentlicht worden...
Nun Herr Vogel sie Experte dann machen sie doch bitte hier noch einen Gastbeitrag auf und rechnen uns einmal vor wie viel jemand mit sagen wir 4 € bei 172h im Monat sprich von 688 € vor Steuern leben kann.
Und wenn sie schon dabei sind. Schreiben sie Experte gleich mit dazu wie hoch für diese Person der Transferbedarf innerhalb der Gesellschaft ist. Und damit meine ich nicht nur Aufstockung durch Hartz IV.
Nein ich meine auch die Kosten, wenn dieser Mensch vielleicht einmal krank wird. Oder glauben Sie Experte, dass von den 1200 € Krankenkassenbeitrag pro Jahr wirklich die verursachten Kosten gedeckt werden können? Oder jene seiner Kinder?
Wenn Sie Herr Vogel ein EXPERTE sind, dann will ich keinen Laien aus ihrer Partei sehen.
Ich sage es ihnen mal kurz und knapp, ich habe die Schnauze gestrichen voll davon Arbeitgebern durch meine Steuern und Abgaben es zu ermöglichen Leute unsittlich zu bezahlen! Das dies durch die Parteien sogar noch forciert wird und von selben gleichzeitig über die Überbordenden Transferkosten gejammert wird ist ein Hohn und zeigt worin sie alle wirklich Experten sind. Nämlich darin so weit zu denken wie eine fette Sau hoch springt!
Würde man ihnen nämlich ihre Haupttätigkeiten für so genannte Erfolge (Personalabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bzw. Arbeitszeiten, schlechtere Entlohnung und Kürzung der Zulagen für die Gehalts- und Lohnempfänger, insbesondere bei Neuanstellungen, Outsourcing von möglichst vielen Arbeiten an Sklaventreiberfirmen, Schließung von unprofitablen Betrieben oder Betriebsteilen, Übergabe von jeder Menge Arbeitslosen und Frühpensionisten an den Staat zur Versorgung, wenn ihre kaufmännischen Unfähigkeiten zu Auftragseinbrüchen führen, Verlustabschreibungen, dass es Granada spielt, Steuergeschenke und Subventionen kassieren) völlig wegnehmen, würden sie ganz schön dumm aus der Wäsche schauen. Aber die Anordnung(!) solcher Maßnahmen könnte ja - bitte - auch ein "dressierter Affe" zur Not durchführen. Wer nicht?
Die Umsetzung all dieser Maßnahmen, die wirklich viel Know-how, Arbeit und Schweiß kosten, müssen sowieso jene durchführen, denen die Macher und Absahner immer möglichst viel wegnehmen wollen, damit sie höhere "Erfolgs"-Gehälter und Boni bekommen.
Wer führt denn alle notwendigen kaufmännischen Arbeiten und Berechnungen in den Betrieben durch? Wer ist für die technische Seite bzw. die technischen Einrichtungen und Berechnungen in den Betrieben zuständig bzw. verantwortlich?
Von den sündteuren Steuerberatern und Unternehmensberatern, die von den Machern und Absahnern ständig hinzugezogen werden müssen, ganz zu schweigen.
Was arbeiten denn eigentlich die unsittlich überbezahlten Macher und Absahner so den ganzen Tag selbst? Kann das jemand verraten?
Unser Problem in Deutschland ( vermutlich in den meisten Staaten ) ist, daß wir Politiker haben die nie arbeiten mußten!
Sie haben von Arbeit und Lohnerwerb keine Ahnung!!!!!
Unsere Politiker glauben, daß sie und deren engere Bekannte und Vertraute die schwer arbeitende Bevölkerung sind.
Ich glaube, sie können sich garnicht vorstellen, daß jemand 2000 € Brutto im Monat verdient und mit dem Netto von vielleicht 1.300 € sein Leben in den Griff bekommen muß. Das ist für sie abstrakt!
Das zu ändern wäre wichtig, aber vielleicht unmöglich!!
Die haben Kinder reicher Eltern in die Politik gebracht!Die haben wirklich gar keine Ahnung was Arbeit für die meisten bedeutet die sich so ihren Unterhalt verdienen müssen!Die Partei die nichts kann!
Paging