Die niederländische TNT Post will aufgrund der Einführung des Mindestlohns den geplanten Ausbau ihres Angebotes in Deutschland auf Eis legen.
Die Öffnung des Briefmarkts in Deutschland droht schon vor dem Start Anfang kommenden Jahres zu scheitern: Die Post-Konkurrenten TNT Post und Hermes haben wegen der Einführung eines Mindestlohns für Briefträger ihre Pläne für einen gemeinsamen Briefzustelldienst in Deutschland auf Eis gelegt.
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"Ein gemeinsames Angebot an Briefdienstleistungen für Privatkunden und Kleinunternehmen durch TNT Post und die Hermes Logistik Gruppe werde es vorerst nicht geben", teilte die TNT-Post am Montag mit.
Ursprünglich wollten beide Unternehmen ab Anfang kommenden Jahres in den 13.500 Hermes-Paketannahmestellen auch Briefe annehmen. Nun wurde das Projekt einschließlich aller geplanten Investitionen gestoppt.
Lohnniveau zu hoch
Damit beschränkt sich die niederländische TNT auf dem deutschen Markt weiterhin auf Geschäftskunden - Briefe von Verbrauchern, Freiberuflern und Kleinunternehmen wird das Unternehmen nicht transportieren.
Die TNT und die mehrheitlich dem Springer-Konzern gehörende Pin-Group galten als die beiden wichtigsten Konkurrenten der Deutschen Post, wenn diese Anfang des kommenden Jahres das letzte Teilmonopol für Briefe bis 50 Gramm verliert.
Ungewiss ist noch, ob sich der Springer-Konzern weiter auf dem Briefmarkt engagieren wird. Derzeit prüft der Konzern alle Optionen bis hin zur Aufgabe des Geschäfts. Springer hatte erst im Sommer die Mehrheit der Pin-Group erworben.
Briefträger sollen künftig im Westen einen Mindestlohn von 9,80 Euro erhalten, im Osten von acht Euro. Die Post-Konkurrenten zahlen bislang im Schnitt 7,33 Euro je Stunde.
Die Konkurrenten sehen sich angesichts des geringeren Briefvolumens nicht in der Lage, mit diesen Löhnen gewinnbringend zu arbeiten. Der Mindestlohn für Briefträger wurde nach einer heftigen Debatte von der Bundesregierung abgenickt.
Vor allem die SPD hatte sich dafür stark gemacht. Befördert wurde die Einführung eines Mindestlohns davon, dass viele Briefträger von ihrem Gehalt nicht leben können und zusätzlich auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen sind.
(sueddeutsche.de/hgn)
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Klar, die gefahr besteht, dass Unternehmen ihre Löhne entsprechend niedrig halten, wenn der Staat eh bezuschusst. Da muss dann der Staat als dritter Tarifpartner eingreifen, dass dort kein Missbrauch entsteht.
Für mich ist aber entscheidend, dass echte Anreize zum Arbeiten bestehen. Ein Mindestlohn von ein paar Euro Fuffzig ist kein echter Anreiz. Wenn jeder weiß, ein Job bringt mir weitaus mehr als ein niedriger Hartz4 Satz, überlegt man sich das schonmal eher, arbeiten zu gehen. Für mich ist dann auch klar, dass der Binnenmarkt erheblich gestärkt wird und somit wieder neue Jobs entstehen, und zwar solche im Normallohnbereich.
Es wird ja auch keiner gezwungen Rechtsanwalt zu werden, sei hier für gewisse Spezialisten dieses Forums angemerkt.
Wenn im aktuellen Fall der Briefpost tatsächlich eine Benachteiligung der Möchtegern-Wettbewerber besteht, kann man das auf transparente Weise zeitlich angemessen begrenzt regulieren.
der sich selbst so versteht, daß er seinen Mitarbeitern keine auskömmlichen Löhne zahlt, ist eine wettbewerbsfeindliche Fehlentwicklung des Marktes und für den Arbeitsmarkt absolut kontraproduktiv.
Man stelle sich einmal vor, ein Geschäftsmodel erfordert eine Maschine welche aber in Anschaffung und Unterhalt leider 30% kostspieliger ist, als der Unternehmer bereit, oder in der Lage ist zu bezahlen, da hat der Unternehmer dann zwei Möglichkeiten:
1. er lässt es sein,
2. er versucht staatliche Subventionen zu bekommen.
Dagegen ist es in der Regel völlig ausgeschlossen, daß der Hersteller einer Maschine, von üblichen Rabatten auf den Kaufpreis einmal abgesehen, einen Teil der laufenden Betriebskosten für seinen Kunden übernimmt, -er würde für Verrückt erklärt und währe wohl binnen kurzer Zeit pleite.
Handelt es sich nicht um eine Maschine, sondern um einen Menschen, heisst es aber auf einmal, dessen Arbeitsplatz würde subventioniert, was offensichtlich völlig abwegig ist, vielmehr wird die Firma mit dem nicht tragfähigen Geschäftsmodell subventioniert und das ggf. auch noch von ihren eigenen Angestellten.
Wettbewerber können unter diesen Umständen kaum ein funktionierendes Geschäftsmodel entwickeln und schaffen somit auch keine Arbeitsplätze.
Briefträger, Wachleute. Gebäudereiniger und viele andere Berufe sind nicht durch emsige Chinesen oder Inder bedroht, es gibt keinen vernünftigen Grund sie nicht normal, d.h. ausreichend für ein auskömmliches Leben zu bezahlen.
Mit einer Maschine welche man sich nicht leisten kann, kann man ja auch nicht arbeiten, es ist offensichtlich absolut Menschenverachtend zu glauben, mit Angestellten könne man es ja machen.
Um auch auf Seiten der Unternehmen Wettbewerbsgleichheit her zu stellen, ist die Einführung von Mindestlöhnen für alle Beteiligten am besten, außerdem sind für Selbständige und Kleinunternehmer Mindestsätze welche nicht unterschritten werden dürfen, analog zu Honorarsätzen wie sie von den Berufsverbänden der Architekten, ärzte oder auch Rechtsanwälte usw. festgelegt werden, denn wieso soll etwas ein Rechtsanwalt besser geschützt sein als ein Kleinunternehmer der etwa als Kurierfahrer gegenwärtig oft zur Selbsausbeutung genötigt ist. (Es wird ja auch keiner gezw
Ich gebe Ihnen recht, dass auch das unternehmerische Risiko honoriert und die Bereitschaft, Arbeitsplätze zu schaffen, belohnt werden muss. Das gilt aber meines Erachtens für Arbeitsplätze, die den Arbeitnehmern es ermöglichen, auch zumindest einen bescheidenen Lebensstandard zu sichern. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer Zuschüsse beziehen müssen und teilweise nicht wissen, wovon sie ihre Miete bezahlen müssen und auf der anderen Seite die Gewinnerwartungen überzogen werden. Wenn Unternehmen in einem Niedriglohnsektor tätig sind, ist es für meine Begriffe logisch, dass auch die Gewinne dieses Unternehmens niedrig sind. Vielleicht eine etwas illusorische Umkehrung des Spruchs: "Wenn es dem Unternehmen gut geht, gehts auch den Arbeitnehmern gut." In diesem Fall: "Wenn es den Arbeitnehmern nicht gut geht, darf es auch dem Unternehmen nicht glänzend gehen". Und es geht weniger um Sozialismus oder linkes Gedankengut, sondern eher um Moral und Ethik - obwohl ich mich kaum noch traue, im Zusammenhang mit Wirtschaftsunternehmen diese beiden Begriffe zu erwähnen. Ich war mal in einem mittelständischen Unternehmen beschäftigt, in dem der Chef jeden mit Namen kannte und grüßte. Er war ständig präsent. Der Mann hat wirklich richtig gut Geld verdient. Es kam NIEMALS in den zwanrzig Jahren unter dem Personal die Frage auf, ob die Gewinne zu hoch wären oder die Gehälter zu niedrig. Es stand in einem gesunden Verhältnis zueinander. Da war nix mit Neiddebatte oder ähnlichem. Das Unternehmen wurde abgegeben und der neue Betrieber fuhr eine Politik des Niedriglohns. Die Unzufriedenheit ist kaum noch zu überbieten, die Leute von früher sind teilweise weg, wenn sie was anderes gefunden haben. Seine Erwartungen waren zu hoch - als Quittung hat er jetzt einen Betrieb, der nicht mehr so gut läuft.
Ich gebe Ihnen grundsätzlich recht, die Erwartungen müssen an die Realität angepasst werden. Genauso, wie ein normaler Arbeitnehmer zwar 50% Gehaltssteigerung pro Jahr erwarten kann, aber dann auch nicht rumjammern darf, wenn es anders kommt.
Andererseits ist das Problem, dass Sie Geld investieren können, aber nicht müssen. Sie können Geld anlegen, momentan zu schätzungsweise 4% in eine sichere Anlage. Sie können es auch investieren, gehen ein Risiko ein, schaffen unter Umständen damit sogar Arbeitsplätze, aber für das Risiko wollen sie natürlich auch eine höhere Rendite haben.
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