Sechs weitere Branchen erhalten Mindestlöhne - doch die Politik kann Unternehmen keinen Stellenplan vorschreiben, sie werden nur so viele Jobs anbieten, wie es der Geschäftserfolg zulässt.
Monatelang, jahrelang hat die deutsche Politik über gesetzliche Mindestlöhne gestritten. Jetzt hat der Bundestag einen vorläufigen Schlusspunkt gesetzt und entsprechende Gesetze verabschiedet. Also gelten für weitere Branchen gesetzliche Vorgaben; mehrere Millionen Beschäftigte sind davon betroffen. Die Lohngrenzen sind unterschiedlich, mal sechs Euro, mal acht Euro die Stunde. Gemeinsam ist ihnen eine pharisäerhafte Hilflosigkeit.
Lohnuntergrenzen sollen künftig auch im Wach- und Sicherheitsgewerbe, in der Altenpflege, in der Weiterbildung sowie für Abfallentsorger, Textilreiniger und Bergbau-Spezialarbeiter gelten. (© Foto: ddp)
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Wer Mindestlöhne einführt, erweckt den Eindruck, etwas für die Menschen zu tun. Namentlich die SPD kann sich in diesem Lichte sonnen, trieb sie doch die Union bei diesem Thema von Anfang an vor sich her. In ihrem Bemühen, Schlimmeres zu verhindern, reichte die Kanzlerin der SPD erst den kleinen Finger, dann noch einen Finger und am Ende die ganze Hand.
Am besten kann sich die Linkspartei fühlen, die sich zwar nicht durchgesetzt hat, aber mit der Forderung nach einem allgemeinen Mindestlohn die Herzen am heftigsten wärmt. Dabei müsste doch jedermann auf Anhieb das Problem erkennen: Entweder ein Mindestlohn ist so niedrig, dass er die Unternehmen nicht stört, dann hat er aber auch nur symbolische Wirkung. Oder er ist so hoch, dass er den Mitarbeitern wirklich hilft, dann aber vernichtet er Arbeitsplätze.
Denn eines kann die Politik ganz sicher nicht: Sie kann privaten Unternehmen nicht ihren Stellenplan vorschreiben. Die Firmen werden immer so viel Beschäftigung anbieten, wie es der Geschäftserfolg zulässt. Je höher dabei die Löhne sind, desto weniger Jobs gibt es.
Bitte keine Hungerlöhne? Klingt gut, schließt aber als Norm Menschen von Arbeit aus. Nicht immer führen hehre Prinzipien zum Erfolg.
(SZ vom 23.01.2009/mel)
sondern nur das, was eine Arbeit schafft, die unseren Anforderungen an ein menschenwürdiges Dasein gerecht wird. Zu dieser Begrifflichkeit einer menschenwürdigen Daseins gehörte über Jahrzehnte die Übereinkunft, dass Löhne und Gehälter so bemessen sein müssen, dass man davon menschenwürdig leben kann. Ein menschenwürdiges Leben umfasst mehr, als Essen, Trinken und Schlafen - das wäre lediglich ein Vegetieren. Es umfasst über die Befriedung von rein materiellen Bedürfnissen hinaus Dinge wie Freizeit, Urlaub, Bildung, Unterhaltung, Anerkennung, Liebe und Sex, soziale Zugehörigkeit und soziale Kontakte, Bewegungsfreiheit, Sicherheit.
Von den Neoliberalen wurde diese gesellschaftliche Übereinkunft aufgekündigt. Dieser menschenverachtenden Grundhaltung (mit ihrem Dogma "besser eine geringbezahlte Arbeit, als keine Arbeit!") kann man nur eines entgegenhalten: "Besser keine Arbeit als eine menschenunwürdige Arbeit!"
Arbeitsplätze, die ihren Inhabern nicht ein Mindestmaß an einem menschenwürdigen Dasein garantieren, haben schlicht und einfach keine Existenzberechtigung. Und ein Wirtschaftsmodell, das nicht in der Lage ist in ausreichendem Maße solche Arbeitsplätze bereitzustellen, hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit seine Kapitalrenditen dafür zu verwenden, den im Wirtschaftsprozess freigesetzten (wie es so schön euphemistisch heisst) Menschen auf seine Kosten dennoch ein menschenwürdiges Dasein zu garantieren!
Das war lange Jahre gesellschaftlicher Konsens! Geistige Ergüsse, wie dieser von Beise offenbaren, welchen Schaden die marktliberalistische Ideologie der Turbokapitalisten mittlerweile schon angerichtet haben.
Es wird höchste Zeit diese verfassungsfeindlichen (jawohl, verfassungsfeindlich, siehe Artl. 1 GG und Sozialstaatsgebot im GG) Umtriebe endlich zu stoppen!
*** Aufstocker bekommen 100% Prämie bei Kauf eines Neuwagens ***
Her Beise, auch durch Wiederholung werden falsche Darstellungen nicht glaubhaft! Überlassen Sie dieses Gefasel der FDP und den Kampagnen!
Wie einfach Wirtschaft funktioniert an einem Beispiel:
Langfristig 20% der Mitarbeiter in Zeitarbeit und prekärer Beschäftigung in der Autoindustrie ergibt 20% Umsatzrückgang.
So gesehen trifft es in der Krise genau die richtigen Industriezweige, welche auch die "Kostenoptimierung" perfektioniert haben.
Nur wenn Konsument seinen Konsum auch bezahlen kann funktioniert der Markt!
Wenn der Staat uns am Nasenrung durch die Manege führt und ausbeutet, dann sind wir unfrei, wenn Kapitalgesellschaften genau dasselbe tun, dann sind wir frei.
Mein Kommentar eben wurde irgendwie verzerrt.
Wenn der Staat uns am Nasenrung durch die Manege führt und ausbeutet, dann sind wir unfrei, wenn Kapitalgesellschaften genau dasselbe tun, danWenn der Staat uns am Nasenrung durch die Manege führt und ausbeutet, dann sind wir unfrei, wenn Kapitalgesellschaften genau dasselbe tun, dann sind wir frei.n sind wir frei.
Vielen Dank für den Erklärungsversuch, aber ich muss mich outen, ich kann Ihrer Argumentation nicht folgen und ich weiß nicht, was Sie mir damit sagen möchten.
Paging