Die Krise bei Infineon spitzt sich zu: Vor allem die verlustreiche Tochter Qimonda hat den Chipkonzern tief in die roten Zahlen gezogen - und Besserung ist nicht in Sicht.

Der Chipkonzern Infineon steckt tief in den roten Zahlen. 763 Millionen Euro Verlust macht das Unternehmen allein in dem Ende September abgelaufenen vierten Geschäftsquartal. Damit summierte sich der Fehlbetrag für das Gesamtjahr bei einem Umsatz von 4,32 Milliarden Euro auf 3,12 Milliarden Euro. Auch für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Verlusten. Im Geschäftsjahr davor hatte Infineon noch einen Verlust von 368 Millionen Euro gemacht.

Krisenstimmung bei Infineon: Die taumelnde Speicherchip-Tochter Qimonda zieht den Konzern tief in die roten Zahlen. (© Foto: dpa)

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"Das Unternehmen geht davon aus, dass das Segmentergebnis in Summe im Geschäftsjahr 2009 negativ ausfallen wird", teilte Infineon mit. Den Umsatz sieht der Konzern um 15 Prozent zurückgehen. Im ersten Geschäftsquartal soll der Rückgang sogar bei 30 Prozent liegen bei einem ebenfalls negativen Ergebnis.

Das Problem von Infineon ist der enorme Preisverfall seiner Produkte. Dazu kommt die verlustreiche Speicherchip-Tochter Qimonda - und hohe Kosten für den laufenden Stellenabbau.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verschlechterte sich dagegen insbesondere wegen Kosten für den angelaufenen Stellenabbau von plus 71 auf minus 220 Millionen Euro. Die Sondereffekte summierten sich dabei auf 253 Millionen Euro.

Qimonda-Aktie auf Talfahrt

Gleichzeitig zwingt der Kursverfall der Qimonda-Aktie die Infineon-Führung zum Umdenken. Der Konzern will die kriselnde Speicherchip-Tochter im Notfall nicht mehr wie geplant verschenken. "Angesichts des aktuellen Kursniveaus der Qimonda-Aktie ist Infineon der Ansicht, dass die Zuteilung der Qimonda-Aktien an Infineon-Aktionäre in Form einer Sachdividende keine sinnvolle Maßnahme mehr ist", teile Infineon mit.

Das Unternehmen konzentriere sich nun auf eine "Transaktion mit einem Interessenten". Dadurch gebe es aber keine Sicherheit mehr, dass der Anteil an Qimonda wie vorgesehen von 77,5 Prozent auf unter 50 Prozent zur Hauptversammlung fällt.

Qimonda hatte am Montag angekündigt, mit mehreren möglichen Partnern in Verhandlungen zu stehen und einen Abschluss bis Mitte Dezember anzustreben. Dabei hatte das Unternehmen aber auch vor einer möglichen Insolvenz binnen vier Monaten gewarnt.

Infineon griff dies nun auf und warnte seinerseits: "Für den Fall, dass Qimonda seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, könnte Infineon bestimmten erheblichen Verbindlichkeiten des Qimonda-Geschäfts ausgesetzt sein." Als Beispiele führte Infineon Kartell- und wertpapierrechtliche Verfahren, die eventuelle Rückzahlung öffentlicher Fördermittel und finanzielle Forderungen im Zusammenhang mit Mitarbeitern an.

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(sueddeutsche.de/dpa/dpa-AFX/tob/mel)