Milliardenbetrug an der Wall Street Madoff legte vor allem Amerikaner und Deutsche herein

Bernard Madoff nach einer Gerichtsverhandlung in New York

(Foto: REUTERS)

"Nur die Wüste Gobi und die Polkappen verschont": Bernie Madoff hat wohl deutlich mehr Menschen um ihr Geld betrogen, als bisher angenommen. Laut einer Liste des US-Justizministeriums beläuft sich die Zahl der Betroffenen auf mehr als 50 000. Die meisten ausländischen Geschädigten kommen aus Deutschland.

Der Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff hat auch viele Deutsche um ihr Geld gebracht. Das legt eine am Dienstag vom Opferfonds des US-Justizministeriums veröffentlichte Liste nahe. Demnach haben lediglich US-Amerikaner mehr Schadensfälle geltend gemacht. Es folgen Deutsche, Italiener, Franzosen und Schweizer.

Insgesamt gingen 51 700 Anträge auf Entschädigung ein. "Es scheint, als ob mindestens doppelt so viele Investoren wie zuvor gedacht in dem Madoff-Betrug Geld verloren haben", erklärte Richard Breeden, der den "Madoff Victim Fund" verwaltet. "Nur wenige Plätze auf dieser Erde wie die Wüste Gobi und die Polkappen scheinen von diesem Betrug verschont geblieben zu sein."

Madoff hatte Anleger über Jahrzehnte mit Traumrenditen gelockt, die er aber mit dem frischen Geld anderer Investoren zahlte. 2008 in der Finanzkrise brach das Schneeballsystem zusammen. Madoff wurde zu 150 Jahren Haft verurteilt.

Treuhänder Irving Picard, der Madoffs Firma seitdem abwickelt, geht von einem Schaden in Höhe von 20 Milliarden Dollar aus. Bei Fondsverwalter Breeden gingen Anträge über die doppelte Summe ein. Diese müssten zwar noch auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft werden, doch gehe er von "wesentlich höheren Verlusten aus als bislang dokumentiert".