Der Flugzeugbauer Airbus will den Festpreisvertrag für den neuen Militärtransporter A400M nachträglich zu seinen Gunsten ändern.
Nach Informationen der Financial Times Deutschland (Montagausgabe) aus Branchenkreisen plant Airbus Military eine Änderung der bisher vorgesehenen Preissteigerungsklausel in den A400M-Verträgen.
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Demnach soll der Preis für das Flugzeug nicht mehr gemäß der EU-Inflationsrate angepasst werden sondern stattdessen ein spezieller Luftfahrtbranchenindex mit höheren Steigerungsraten maßgeblich sein.
Zudem wolle Airbus erreichen, dass Lieferverzögerungen von bis zu einem Jahr ohne Strafzahlungen möglich sind. Dem bisherigen Vertrag zufolge müssten A400M-Kunden ein Flugzeug nach zehn Monaten Verspätung nicht mehr abnehmen und könnten ihre Anzahlung zurückfordern.
Rückstellungen wieder einspielen
Durch die Änderungen hoffe Airbus mit seiner Mutterfirma EADS, zumindest einen Teil der Rückstellungen von 1,7 Milliarden Euro für bereits absehbare Verspätungen wieder einzuspielen. Zudem wolle Airbus neue Verluste vermeiden und das Rücktrittsrecht der insgesamt sieben europäischen Kundenländer hinauszögern.
Airbus habe seine wichtigsten A400M-Kunden Deutschland, Frankreich und Großbritannien bereits über die Änderungswünsche informiert. Der Vertrag mit sieben Ländern seien über die Rüstungsagentur Occar geschlossen worden. Das Unternehmen begründe seine Vorschläge für neue Preiskonditionen auch mit dem Druck durch die EADS-Aktionäre.
Der Militärtransporter A400M mit 20,33 Milliarden Euro Festpreis für 180 Flugzeuge habe sich für EADS zur zweiten großen Verlustquelle nach dem Riesenairbus A380 entwickelt. Konzernchef Louis Gallois habe den 2003 unter dem Ex-Management geschlossenen Vertrag als großen Fehler kritisiert.
Ein EADS-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass im A400-Programm "eine Reihe von Möglichkeiten untersucht werden. Details können aber nicht genannt werden."
- Airbus Fluggesellschaften fordern Super-A380 20.02.2008
- MT Aerospace Airbus-Werke sollen an die Börse 08.02.2008
(sueddeutsche.de/dpa-AFX/hgn)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
Merke: Bei staatlichen Aufträgen wird immer alles teuerer und später fertig als geplant! (Abwandlung des Prinzips von Murphy)
Es ist immer faszinierend zu sehen, wie sich die Abwicklung solcher Gross-Projekte in der Privatwirtschaft gegenüber staatlichen Aufträgen unterscheidet.
Hier wird ein Auftrag vergeben, was wann mit welchen Spezifikationen abzuliefern ist. Wenn nicht, gibt's eine Konventional-Strafe (Siehe Airbus)
Dort wird der Auftrag vergeben, dann passiert lange Zeit gar nichts. Danach werden Preissteigerungen ins Feld geführt, um mehr Geld zu bekommen. Noch immer nichts geliefert. Dann wird ein Prototyp gebaut, der nichts taugt. Die geforderten Nachbesserungen schlagen sich wieder auf den Preis nieder.
Usw. usw.
Man muss nur sehen, welche Leute in den Aufsichtsräten der betreffenden Unternehmen sitzen, dann weiss man, warum das nie klappen kann.
nach dem die rot-grüne Koalition durch ihre "hervoragende" Aussen- und Sicherheitspolitik für grossen Bedarf nach Millitärtransportern gesorgt hat
Gesamtleistung Lufttransportkommando im Rahmen Humanitärer Hilfe seit 1958
171 Operationen
rund 45.000 Flugstunden
rund 74.000 t Hilfsgüter
rund 49.000 Passagiere
Gesamtleistung MedEvac
Bisher ca. 3.400 Patienten
davon cirka 42% Intensivpatienten
(Stand 31.12.2005)
"Man wird aabwarten müssen, wie die Vertragspartner reagieren..."
da EADS ein Kind "europäischer" Zusammenarbeit ist, und der A400M politisch gewollt, das Ergebnis ist doch schon bekannt, leider.
pacta sunt servanda...
Selbstvertändlich kann EADS versuchen, die Vertragskonditionen zu verändern. Nur muß sich ja niemand auf diesen Zug einlassen. Besonders nicht, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erhalten... Man wird aabwarten müssen, wie die Vertragspartner reagieren...
Die gefühlte Inflation!
Beide wissen, daß die offiziellen Preissteigerungsraten bestenfalls als geschönt zu betrachten sind.
Hedonistische Qualitätsbereinigung in der Statistik nutzt beiden nichts.
Beide werden von den Regierungen getäuscht und beide wissen es.
Paging