Ein anderer Dorn im Auge des BDM ist der Umrechnungsfaktor. Das Problem: Zwar wird die Milch im Supermarkt pro Liter verkauft. Der Bauer wird aber pro Kilogramm Milch bezahlt. Für die Umrechnung zwischen Liter und Kilogramm bei Milch gibt es einen festgesetzten Faktor von 1,02. Um auf 100 Liter Milch zu kommen, muss der Bauer seinen Kühen 98 Kilo Milch abnehmen. Im Rest Europas ist der Faktor jedoch höher. Er liegt bei 1,03. Für 100 Liter Milch benötigt der Bauer in Holland also nur 97 Liter. "Das ist nicht fair", klagt Milchwirt Foldenauer. "Ein Prozent der Produktion verschenken wir quasi."
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Verbände arbeiten nicht miteinander
Unberechenbar macht den Markt auch die Saldierung. Die Milchquote darf nur in der Summe nicht überschritten werden. Zwar bekommt jeder Milchbauer eine eigene Quote zugewiesen. Aber er kann sie überschreiten, wenn anderen Bauern zu wenig Milch produzieren. Manche Bauern spekulieren geradezu darauf, dass sich die Kühe des Nachbarn als weniger spendabel zeigen. Schließlich wird jedes Kilo Milch bezahlt, solange die Quote insgesamt nicht überschritten wird. BDM-Sprecher Foldenauer ist deshalb für eine "konsequente Mengenregulierung" um solchen Spekulationen ein Ende zu machen.
Wenig hilfreich ist dabei die Dauerfehde zwischen dem Milchbauernverband und dem Deutschen Bauernverband (DBV). Beide Verbände haben im Grunde das gleiche Ziel: höhere Milchpreise. Doch von Gemeinsamkeiten will BDM-Mann Foldenauer nichts hören. "Der Bauernverband lehnt alle unsere marktwirtschaftlichen Forderungen ab, da können wir doch kaum das gleiche wollen."
Tatsächlich klingen die Forderungen des DBV wie ein Gegenprogramm zum BDM: Der Bauernverband will die Quotenerhöhung sofort auf die Landwirte umgelegt sehen. Auch Saldierung und Umrechnungsfaktoren sollen bleiben wie sie sind. Laut DBV hätten Änderungen eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit zur Folge. Marktanteile der deutschen Bauern würden an die EU verloren gehen, heißt es in einer Erklärung des DBV.
DBV-Sprecherin Agnes Scharl bestreitet dennoch, dass man die Ziele des BDM untergraben wolle. "Natürlich haben wir gemeinsame Interessen, nur sind die Wege, um die Ziele zu erreichen, unterschiedlich."
Ob Bauer Josef die Politik wachrütteln konnte, wird sich am kommenden Montag zeigen, wenn der Agrarausschuss des Bundesrates zusammenkommt, in dem die Landesagrarminister die Änderung der Milchquotenverordnung beraten. Das könnte bitter für den BDM werden. Momentan sprechen sich die meisten Minister für einen sofortige Verteilung der Quote aus. Den Bauernverband wiederum dürfte das freuen.
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(sueddeutsche.de/ld)
Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.
Wie heißt doch gleich noch unser Bundeslandwirtschaftsminister ?
Irgendwas mit P....oder S...?
Aaah-ja, der Milchtrinker
War schon ein dummer Fehler vom Beckstein, sich als Biertrinker zu outen - in Bayern.
Also jedenfalls trinkt der Minister zuwenig Milch, sonst müßten die Bauern nicht protestieren.
Mindestlohn für Selbständige gibts auch bei den Apothekern - in Bayern sogar mit Unterstützung der FDP. Vielleicht sollten die Bauern sich mal an die FDP wenden? Die nimmt zur Zeit ja alle Forderungen gerne auf.
Zitat:"Sonst können wir unsere Betriebe zumachen", erklärt BDM-Sprecher Hans Foldenauer.
Genau das wäre die Lösung des Problems.
Genau so kann man das sehen...
Nur fehlt manchem Demonstranten jedes Verständnis für Marktwirtschaft. Bei der Regel "Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis" vergessen diese manchmal die Nachfrage, und gerade die ist in den letzten Monaten regelrecht zusammengebrochen. Gründe dafür sind vielfältig: schwächelnde Konjunktur, hohe Preise für Milchprodukte, aber auch fehlendes Vertrauen von Abnehmern in Ihre Lieferanten. Wurden doch während des Lieferstreiks einige Molkereien in Lieferschwierigkeiten gebracht. Und die haben nun ein Problem bei Preisverhandlungen bezüglich Ihrer Liefersicherheit.
Da gibts ja noch so nen Spruch: "Beiß nie in die Hand die dich füttert!!"
Gruss LL
Fordern die etwa einen Mindestlohn?