Schotten dicht: In Zeiten der Wirtschaftskrise tendieren die Industriestaaten zu einer restriktiveren Zuwanderungspolitik - doch das ist kurzsichtig, warnt die OECD.
Appell für langfristigeres Denken: Die OECD warnt angesichts der Wirtschaftskrise vor einer "Abschottung gegen Migranten" und fordert eine "verantwortliche Rekrutierungspolitik" der Industriestaaten. "Migration funktioniert nicht wie der Wasserhahn, der sich nach Belieben auf- und zudrehen lässt", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría am Dienstag in Paris.
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Afrikanische Elendsflüchtlinge warten in Fuerteventura auf ihre Abschiebung: Ab 2015 gehen in den Industriestaaten mehr Menschen in den Ruhestand als Arbeitskräfte nachwachsen. Durch Zuwanderung ließe sich das Problem zumindest lindern. (© Foto: dpa)
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Die Zuwanderungspolitik müsse "den kurzfristigen konjunkturellen Bedingungen Rechnung" tragen, "ohne die strukturellen Bedürfnisse auszublenden". Ab 2015 werden in den Industrieländern mehr Menschen in den Ruhestand gehen, als Arbeitskräfte nachwachsen, schreibt die OECD in ihrem neuen Migrationsbericht. Ein Teil der Lösung liege in der Zuwanderung. Aktuell bremst die Krise allerdings die Wanderströme.
"In Großbritannien und Irland ist die Zuwanderung aus den neuen EU-Staaten um mehr als die Hälfte eingebrochen", schreibt die OECD. "Gleichzeitig sind Migranten und ihre Familien in den OECD-Ländern besonders stark von der Krise betroffen." Denn sie arbeiten oft in krisenanfälligen Branchen wie dem Bau oder dem Gastgewerbe und haben oft unsichere Arbeitsverhältnisse.
Anreize für die Rückkehr
"Politiker sollten angesichts dieser Herausforderungen die Arbeitsmarktintegration von Migranten zu einer Priorität machen", sagte Gurría. In Spanien waren zuletzt mehr als 27 Prozent der Zuwanderer arbeitslos; bei der übrigen Bevölkerung lag die Quote bei 15,2 Prozent. "In Deutschland gehörten Migranten schon vor der Krise zu den benachteiligten Gruppen", erklärt die OECD.
"So lag die Arbeitslosenquote für Migranten im Jahr 2007 knapp doppelt so hoch wie bei im Inland geborenen." In Österreich und der Schweiz sei die Quote sogar mehr als doppelt so hoch wie bei den Einheimischen. Tschechien, Japan und Spanien versuchen bereits durch spezielle Angebote, Migranten zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer zu bewegen.
"Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen jedoch, dass solche Programme meist nur geringe Wirkung zeigen", meint die OECD. Sie schlägt Maßnahmen vor, "um Arbeitsmigration an den langfristigen Bedarf anzupassen und gleichzeitig irreguläre Migration und illegale Beschäftigung in legale Kanäle zu überführen". Migrationspolitik müsse in guten wie in schlechten Zeiten funktionieren.
(sueddeutsche.de/dpa/pak)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
tendiert es dann, wenn das Problem unter dem Aspekt "pauschal argumentiert" angegangen wird.
Migrationspolitik lässt sich nur dann human und gerecht regulieren, wenn sich eine klare Differenzierung (Menschen aus Kriegsgebieten/ illegale Zuwanderer etc.) durchsetzt.
Deutsche Migrationspolitik scheint noch längst nicht "Hand und Fuss" zu haben...
Dass durch den demografischen Wandel, der sich in der starken Überalterung der Bevölkerung der EU zeigt, ein steigender Bedarf an Zuwanderung von Arbeitskräften besteht, ist seit langem bekannt. Die drohenden Konsequenzen der Überalterung für das System der sozialen Sicherung (Deutschland) sind ebenso seit geraumer Zeit bekannt. Selbst ohne diese Überalterungsdimension besteht die Gefahr des Mangels an Arbeitskräften, vor allem im Bereich höher qualifizierter Berufe, durch den zunehmenden Brain-Drain.
Und das sind nur einige ökonomische Argumente. Die moralischen werden in der Öffentlichkeit scheinbar zu selten bemüht.
Eine schöne und für jeden interessierten Kritiker der menschen- und fremdenfeindlichen EU-Migrationspolitik zu empfehlende (bottom up) Initiative:
http://www.save-me-kampagne.de
Flüchtlinge aufnehmen!
Aber natürlich sollten die Personalchefs der europäischen Unternehmen ihr Personal bei den Immigranten suchen. In den Lagern der bei Tag und Nacht klammheimlich nach Europa geschleusten "Einwanderer" finden sich sicher die gesuchten Ingenieure und Facharbeiter mit Gesellenbrief und mehrsprachige IT-Fachleute . Hoffentlich. Denn unter den abertausenden von "Zugereisten" aus Afrika sind meist nur Ex-Soldaten der verschiedenen "Rebellenarmeen", Ex-Fischer, die wegen der Überfülle vor Somalias Stränden keinen Platz auf den Piratenbooten ergattern konnten, Ex-Bauern, die es satt sind, auf dem Feld zu arbeiten und lieber Europas Wohlstand genießen wollen Usw. usw. usw. usw. Wer wirklich schreibt, damit könnte die europäische Gesellschaft ihren Arbeitsmarkt verbessern, der ist nicht nur vermutlich falsch gewickelt.
oh Gott. Schlimm! Da muss jetzt natürlich gehandelt werden.
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