Der Internetgigant Google überlegt, ob er als "Weißer Ritter" den Rivalen Yahoo vor dem Softwareriesen Microsoft retten will. Ob das ein ehrenwerter Job ist und wer sonst noch als Retter in Frage kommt: Ein Überblick von Sarina Märschel.
Die Ritter von heute brauchen keine Lanze mehr, sondern Geld. Im Börsenjargon ist ein "Weißer Ritter" ein Unternehmen, das einem Konzern zu Hilfe eilt, der vor einer feindlichen Übernahme steht. Im Fall Yahoo hat sich Google als Weißer Ritter ins Gespräch gebracht. Laut der New York Times hat Google-Chef Eric Schmidt in einem Telefongespräch am Wochenende dem Yahoo-Mitgründer Jerry Yang seine Hilfe angeboten.
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Heftig umworben: Der Internetgigant Yahoo. (© Foto: AP)
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Der Weiße Ritter, englisch white knight, kauft häufig größere Aktienpakete. Oder er macht Fusionsangebote und versucht, den Angreifer mit einer Gegenofferte aus dem Feld zu schlagen.
Oft ist ein solches Angebot an die Zielgesellschaft der Beginn einer heftigen Übernahmeschlacht - diese Kämpfe ziehen sich meist über Monate hin. Der weiße Ritter versucht, den schwarzen zu überbieten und anders herum: Beide wollen die Herzen der Aktionäre für sich gewinnen.
"Es geht um die Prinzipien des Internets"
Angeblich gab es auch Gespräche zwischen Google und Firmen wie Time Warner, in dessen Besitz sich AOL befindet. Google wollte laut New York Times herausfinden, ob andere Unternehmen Gegenofferten planen - und wie Google diese unterstützen könne.
Nach außen hat Google bislang nur klar kommuniziert, dass es wenig von den Plänen des Konkurrenten Microsoft hält: Google-Vizepräsident David Drummond schrieb im offiziellen Webblog des Unternehmens, es gehe "um mehr als eine finanzielle Transaktion" - es gehe "um die grundlegenden Prinzipien des Internets: Offenheit und Innovation". Google befürchtet, dass Microsoft durch die Übernahme "unangemessenen und unrechtmäßigen Einfluss auf das Internet" gewinnen möchte.
Der Softwareriese Microsoft hatte Yahoo am Freitag ein Übernahmeangebot unterbreitet und für den Konzern 44,6 Milliarden Dollar (rund 30 Milliarden Euro) geboten. Microsoft hofft, dem Konkurrenten Google durch die Übernahme im Bereich der Internetwerbung ernsthaft zusetzen zu können.
Heimliche Gespräche mit Yahoo
Yahoo hat indessen angekündigt, sämtliche Alternativen zur Microsoft-Übernahme zu prüfen - das Management rund um Gründer Yang empfindet das Angebot des Software-Konzerns als zu niedrig. Es soll auch ausgelotet werden, ob Yahoo als unabhängiger Konzern bestehen bleiben könne.
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