Die Metall- und Elektroindustrie feiert sich selbst: Die Branche habe im Januar so viele Jobs geschaffen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Allerdings hatten die Firmen zuvor auch Zehntausende Jobs abgebaut.
In der Metall- und Elektroindustrie ist die Freude groß: Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, jubelt in der Bild-Zeitung über die "Super-Leistung" seiner Branche. Im Januar seien so viele Jobs entstanden wie seit 40 Jahren nicht mehr. 3,58 Millionen Menschen seien nunmehr in dem Gewerbe beschäftigt.
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Die Rekordzahlen sind allerdings auch ein Indiz für den forschen Stellenabbau, den die Metall- und Elektroindustrie in den vergangenen Jahren betrieben hat.
Radikaler Abbau von Jobs
Nach einer Verbandsgrafik erreicht das Job-Niveau nun erst wieder den Stand des Jahres 2002. Damals begannen die Unternehmen der Branche einen radikalen Abbau von Jobs, der die Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie auf unter 3,4 Millionen drückte.
Als die Konjunktur ab 2006 dann wieder deutlich anzog, konnten die Unternehmen gar nicht so schnell neue Mitarbeiter finden, wie sie die Produktion hochfuhren. Besonders gravierend wirkte sich das zuletzt aus: "Zwölf Prozent unserer Unternehmen erlitten im Januar 2008 Produktionsstörungen wegen Arbeitskräftemangel", sagte ein Sprecher von Gesamtmetall zu sueddeutsche.de.
Auf Grund des Mangels an Fachkräften stiegen auch die Gehälter in der Branche deutlich an: Für den laufenden Tarifvertrag setzte die IG Metall eine Gehaltserhöhung von 4,1 Prozent durch. Die Verdienste der Branche stiegen damit schneller als die Inflation.
IG Metall freut sich
Die jetztigen Erfolgsmeldungen nimmt die IG Metall vor diesem Hintergrund gerne zu Kenntnis: "Der Beschäftigungsaufbau ist positiv, sagte ein IG-Metall-Sprecher zu sueddeutsche.de. Die kommenden Tarifverhandlungen beginnen im Herbst 2008.
Anfang März hatte die IG Metall allerdings die kräftige Zunahme der Leiharbeit in der Metall- und Elektroindustrie moniert. Unter Berücksichtigung der Fluktuation beim Leiharbeitseinsatz betrage die Zahl der Leiharbeitnehmer demnach rund 260.000 - bei rund 900.000 in der Gesamtwirtschaft.
"Vielen Unternehmern geht es heute um Zusatzprofite auf dem Rücken schlechter bezahlter Leiharbeiter. Mit Leiharbeit werden Belegschaften gespalten und gegeneinander aufgebracht. Das ist für die IG Metall nicht akzeptabel", heißt es in einer Analyse der Gewerkschaft. Immerhin sei es positiv, dass Gesamtmetallchef Kannegiesser in seiner jetztigen Erfolgsmeldung von 27.000 Stammarbeitsplätzen gesprochen habe, so der IG-Metall-Sprecher.
(sueddeutsche.de/pak/mel)
Streit um Parteispitze bei der Linken
"Zwölf Prozent unserer Unternehmen erlitten im Januar 2008 Produktionsstörungen wegen Arbeitskräftemangel", sagte ein Sprecher von Gesamtmetall .
Tja, so ist das, wenn man nur noch nach Rendite und Kennzahlen blickt. Meistens währe gesunder Menschenverstand eben besser. Aber wir sollten doch nicht vergessen, dass die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, getreues Anhängsel von Gesamtmetall und von dort mit 8 Millionen Euro pro Jahr gesponsert, an der Ideologie der Unternehmen einen erheblichen Anteil hat. Wenn auch andererseits die Umerziehung der Bevölkerung zur Zeit einen herben Rückschlag erleidet.
Daher müssen nun in den Medien Kannegiesser, Hundt, Braun, Thumann und Wolfgang Clement ran. Und wenn die es alleine - wie zu erwarten - nicht schaffen, haben wir ja noch die Professoren Sinn, Rürup, Franz und Straubhaar, um die beklanntesten zu nennen.
Das sich Gesamtmetall ausgerechnet "Bild" aussucht für seine Selbstbeweihräucherung ist ja wohl auch kein Zufall. Immerhin würde mich die Personalkurve interessieren, aus der die Verhältnisse hervorgehen. Wenn man dann die Leiharbeiter berücksichtigt, sieht das Ganze gar nicht mehr so gut aus!
brauchts ein vernünftiges Personalmanagement. Erst feuern, dann über mangelnde Fachkräfte jammern ist hirnrissig. Hoffentlich lernen diese SAP hörigen Kennzahlfetischisten aus ihren Fehlern und vertrauen dem gesunden Menschenverstand.