Auch in der Krise gibt es für die Metaller in Nordrhein-Westfalen mehr Geld. Die IG-Metall unter ihrem Vorsitzenden Berthold Huber blockte die geforderte Nullrunde ab.

Im Tarifstreit in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben sich die Parteien auf einen Kompromiss verständigt. Die Einigung sieht nach Angaben der Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 2,7 Prozent ab April 2011 vor und eine Einmalzahlung von 320 Euro.

IG-Metall-Chef Berthold Huber, Foto: dpa

Berthold Huber hat eine lange Nacht hinter sich: Der IG-Metall-Chef verlässt nach dem Verhandlungsmarathon im jüngsten Tarifstreit ein Düsseldorfer Hotel. (© Foto: dpa)

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Der Tarifvertrag wird demnach in Betrieben angewandt, die seit mindestens zwölf Monaten kurzarbeiten. Hier gibt die Abmachung laut IG Metall für ein Jahr Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

IG-Metall-Bundeschef Berthold Huber wertete die Einigung als "gutes Ergebnis". Die Lösung ermögliche es, auch in der Krise Arbeitsplätze zu sichern. Die Lohnerhöhung sorge zudem dafür, dass die Reallöhne der Arbeitnehmer nicht erodierten. Mit der Einigung sei eine "faire Lastenteilung" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gefunden worden.

Beide Seite hatten in einem 13-stündigen Verhandlungsmarathon um eine Lösung gerungen. Die Arbeitgeber waren Verhandlungskreisen zufolge erst zum Schluss von ihrer Forderung nach einer Nullrunde bei den Löhnen abgerückt.

Ohne konkrete Lohnforderung

Die Gewerkschaft war wegen der Wirtschaftskrise erstmals in ihrer Geschichte ohne konkrete Lohnforderung in die Verhandlungen gegangen. Eine Erhöhung der Entgelte müsse es aber geben, hatte sie immer wieder deutlich gemacht. "Null Geld heißt auch Null Lösung", hatte der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, stets bekräftigt.

Die Gewerkschaft hatte befürchtet, dass ohne ein Gegensteuern durch zusätzliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung in der Branche mit etwa 3,4 Millionen Metallern bis Ende 2012 rund 700.000 Jobs auf der Kippe stehen.

Der deutsche Maschinenbau etwa hatte 2009 ein rabenschwarzes Jahr verzeichnet und einen Rückgang der Bestellungen um 38 Prozent verschmerzen müssen. Für 2010 erwartet der Verband VDMA für die Branche mit Konzernen wie ThyssenKrupp, Gea oder Gildemeister eine Besserung erst in der zweiten Jahreshälfte.

In ihrer letzten Tarifrunde - vor Ausbruch der Krise - hatten Arbeitgeber und IG Metall noch zweistufige Lohnerhöhungen von insgesamt 4,2 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten sowie eine Einmalzahlung vereinbart. Dieser Vertrag läuft Ende April aus.

Die Einigung im bevölkerungsreichsten Bundesland gilt als Pilotabschluss für die gesamte Metall- und Elektroindustrie mit bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten.

Im Video: Arbeitgeber und Gewerkschaft in der Metall- und Elektroindustrie haben sich nach einem Verhandlungsmarathon auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

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(sueddeutsche.de/Reuters/pak)