Messe Düsseldorf Endlich einig mit Brünn

Die Messe Düsseldorf verkauft die Anteile ihrer tschechischen Tochter. Der Sonderertrag kommt gelegen. Denn es stehen große Umbaupläne an. Bis 2030 will die Messe 636 Millionen Euro in die Modernisierung des Geländes und der Hallen investieren.

Von Helga Einecke

Manche Dinge dauern. Schon 2012 hatte die Messe Düsseldorf der Stadt Brünn (Brno) ihre Anteile an der tschechischen Tochter Veletrhy Brno zum Kauf angeboten. Nun endlich sind die Verträge unterschrieben, der Deal soll Ende Februar rechtlich und finanziell abgeschlossen sein. Der Kaufpreis liegt bei 8,3 Millionen Euro, zudem zahlt Brünn ein Darlehen in Höhe von 13,7 Millionen Euro zurück. Alles geht rückwirkend in die Bücher ein und bessert das Ergebnis der Messe Düsseldorf für 2015 um 22 Millionen Euro auf 26 Millionen Euro auf. Abgeschrieben ist das Engagement in Brünn längst, denn schon seit der Finanzkrise gab es zunehmend Probleme. "Von Düsseldorf aus kann ein so großes, zum Teil denkmalgeschütztes Messegelände wie Brünn nicht dauerhaft wirtschaftlich geführt werden", betont Messechef Werner Dornscheidt.

Die Millionen können die Düsseldorfer Messe-Manager gut gebrauchen. Denn sie haben einige Großbaustellen auf ihrem Gelände zu bewältigen. "Unsere Priorität ist die Modernisierung", so Dornscheidt. Bisher seien nur bestehende Hallen erneuert worden, aber demnächst stehen Neubauten an. In den Jahren 2017 bis 2019 werden die Hallen 1 und 2 abgerissen, der Empfang soll attraktiver, eine Halle völlig neu gebaut werden. "Wir haben ein Riesenpaket vor uns, aber wir finanzieren das selber", sagt der Messechef. Bis 2030 sind für die Modernisierung des Geländes und der Hallen 636 Millionen Euro vorgesehen.

Während 2015 aufgrund des unterschiedlichen Zyklus der Veranstaltungen ein relativ schwaches Jahr war, stehen 2016 mit der Drupa und der K wieder zwei große Messen auf dem Plan. Die Drupa wird den Umbruch der Druckindustrie im digitalen Zeitalter in Betracht ziehen, ihre Länge ist von 14 auf elf Tage geschrumpft. Kürzere Aufenthalte und schnellere Programme tragen dem schmäleren Budget der Branche Rechnung. Dagegen geht es der Kunststoffindustrie, die sich auf der K trifft, blendend. Die Messe ist überbucht.

"2016 wird sehr gut", hofft Dornscheidt. Er rechnet mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro. Das Geld fließt aber nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus den zahlreichen Veranstaltungen im Ausland, vornehmlich in Asien, Nord- und Südamerika. Nur in Russland tut man sich schwer. Der schwache Rubel, die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten sind deutlich spürbar.