Schlimmer Verdacht: Mehrere Mitarbeiter des Mercedes-Werks Sindelfingen sollen bewusst Fahrzeuge mit Fehlern gefertigt haben.
Auf diese Weise sollten einer externen Nacharbeitungsfirma Aufträge zugeschanzt werden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte am Sonntag in Stuttgart, dass ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beschäftigte aufgenommen wurde.
Mercedes-Mitarbeiter sollen Oberflächen zerkratzt, Schrauben gelockert und Flüssigkeiten in Bremsleitungen eingespritzt haben. (© Foto: AP)
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Der Konzern wolle bei der Aufklärung des Falles mithelfen, sagte der Daimler-Sprecher auf Anfrage. Damit wurde ein Bericht des Nachrichtenmagazins Focus betätigt.
Dem Magazinbericht zufolge sollen die Daimler-Mitarbeiter aus dem Bereich Qualitätssicherung im Gegenzug in den vergangenen Jahren wertvolle Sachgeschenke und Luxusreisen erhalten haben. Der Schaden soll im hohen Millionen-Euro-Bereich liegen.
Beschuldigt seien drei Mercedes-Angestellte - ein Mechanikermeister und zwei Sachbearbeiter der Qualitätssicherung.
Sie sollen bei den Baureihen der C-, E- und S-Klasse Oberflächen zerkratzt, Schrauben und Schellen gelockert sowie Flüssigkeiten in Bremsleitungen eingespritzt haben.
Neues Sparprogramm
Unterdessen führt die Autokrise bei Daimler angeblich zu weiteren massiven Einschnitten: Laut Medienberichten sollen im kommenden Jahr 150.000 Mercedes-Autos weniger gebaut werden und ein neues Sparprogramm steht auf dem Plan. Im Mercedes-Werk Sindelfingen drohe bereits im Januar Kurzarbeit.
Ein neues Sparprogramm könne noch vor Weihnachten beschlossen werden, berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer neuen Ausgabe.
Im Fokus stehe dabei die Kernsparte Mercedes Car Group mit ihren Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach. Mehrere Unternehmensberatungen seien beauftragt worden, Konzepte zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung vorzustellen. Daimler wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Zwischen Frühjahr 2005 und Herbst 2007 war durch das Vorgängerprogramm "Core" das Konzernergebnis um insgesamt 7,1 Milliarden Euro verbessert worden. Den Einsparungen fielen allerdings auch insgesamt fast 10.000 Arbeitsplätze zum Opfer.
Die Automobilwoche berichtet unter Berufung auf interne Planzahlen, Daimler wolle 2009 unter anderem die Produktion der S- Klasse von Mercedes um 18 000 Fahrzeuge kappen und der E-Klasse um 34.000 Autos.
Das Management erwäge, die Produktion in den Faschingsferien für eine Woche und über Ostern sechs Tage lang zu stoppen. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. In diesem Jahr will Daimler 45.000 Fahrzeuge weniger bauen. In Sindelfingen sollen die Bänder vom 12. Dezember bis 12. Januar stillstehen.
Sindelfingen sei bereits seit Sommer nicht mehr ausgelastet, berichtet Auto Motor und Sport unter Berufung auf Betriebsratskreise.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn)
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Nach den Managern lernen nun auch die einfachen Mitarbeiter das neoliberale Denken und verhalten sich dabei ausschließlich marktwirtschaftlich.
Was soll das Gejammer? Soll der Mann am Band die Moral und Ethik stellvertretend für den Arbeitgeber hochhalten? Solche Skandälchen sind erst der Anfang...
Vor rund vier Jahren war das jedenfalls bei der E-Klasse nicht nötig. Die standen mehr in der Werkstatt als in der eigenen Garage.
daß einstmals Jaguar-Arbeiter in der Tür einen Schraubenschlüssel platziert haben sollen.
das war relativ harmlos. Das, wovon hier die Rede ist, ist hochkriminell.
... auch hier war Gier die eigentliche Triebfeder.