#MeineMiete "Der Wohnungsmarkt ist einer der Kreise der Hölle"

#MeineMiete: Und wie teuer wohnen Sie?

(Foto: SZ)

Ein Monat, 32 Fragen, 56 000 Teilnehmer: Die SZ-Umfrage zum Projekt #MeineMiete steht kurz vor dem Abschluss. Wie Sie noch mitmachen können und wie es danach weitergeht.

Von Sabrina Ebitsch, Christian Endt und Moritz Zajonz

"Es ist eine Schande, dass das Grundbedürfnis Wohnen zum Spekulationsobjekt verkommen ist." Das schreibt uns ein Mann, der nach einer Trennung mit seinem Sohn in einer zu großen Wohnung bleibt, weil er zum einen keine neue findet und die neue - kleinere - dann auch nicht günstiger, womöglich sogar teurer als die alte Vier-Zimmer-Wohnung wäre. Es sind Geschichten wie diese, die das Projekt #MeineMiete antreiben, die zeigen, dass auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland etwas schiefläuft.

Das zeigen auch die Zahlen. Vor einem Monat hat die SZ eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, wie groß die Belastung durch die Miete für die Menschen ist. Mehr als 56 000 Leser haben teilgenommen und das Projekt mit ihren Angaben unterstützt. Das sind zehnmal mehr, als wir ursprünglich erwartet hatten - wir sind begeistert, vielen Dank für Ihre Zeit und Mühe! Falls Sie noch nicht mitgemacht haben, können Sie das übrigens hier:

Und wie teuer wohnen Sie?

In vielen Städten explodieren die Mieten. Wie belastend ist die Situation für Sie? Machen Sie mit beim großen SZ-Projekt #MeineMiete. mehr ...

Die Motivation - und damit womöglich auch die Not auf dem Mietmarkt - ist offenbar groß. Weit mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer gibt an, dass die Themen Mietpreise und Wohnungsnot im eigenen Umfeld eine große Rolle spielen.

Schon allein deswegen, weil an solchen Projekten eher Menschen teilnehmen, die - wie die Antworten auf diese Frage zeigen - eher unzufrieden sind, kann die Umfrage allerdings nicht repräsentativ sein. Wir werden das in der Datenauswertung und bei der jetzt folgenden Recherchen berücksichtigen und können, auch dank der großen Datenbasis, mit entsprechenden Analyseverfahren trotzdem zu einem aussagekräftigen Ergebnis kommen.

Über die Informationen zu Wohnort, Wohnungsgröße, Miethöhe oder Zufriedenheit, die wir abgefragt haben, haben uns auch Tausende Zuschriften erreicht, in denen uns Teilnehmer von glücklichen Zufällen, aber vor allem von Ärgernissen, Sorgen und großen Schwierigkeiten berichtet haben. "Der Wohnungsmarkt in Regensburg ist einer der Kreise der Hölle, die von Dante in seiner göttlichen Komödie nicht erwähnt werden", schreibt einer und erzählt von langen Pendelwegen, "unzähligen Massenbesichtigungen" und davon, wie er jetzt in einer "Schuhschachtel" wohne und für drei Minuten Duschen jeweils 50 Cent in einen Automaten werfen müsse.

Die Schwierigkeit, eine passende oder überhaupt eine Wohnung zu finden, ist das eine große Thema. "Katastrophal! Bei der letzten Wohnungssuche musste ich meine Schwangerschaft (8. Monat) vertuschen!", schreibt eine Leserin. Eine andere, wie sie die Wohnungssuche in München "mental, physisch und psychisch" an ihre Grenzen gebracht habe. Das andere große Thema ist die Schwierigkeit, eine bezahlbare Bleibe zu bekommen beziehungsweise die aktuelle weiter bezahlen zu können. Auch mit massiven Auswirkungen auf das Privatleben, wie aus einer Zuschrift hervorgeht: "Ich kenne mehrere Frauen, die sich nicht von ihren Partnern trennen, weil sie sich alleine eine Wohnung nicht leisten können." Wiederum andere erzählen von existentiellen Bedrohungen, wenn etwa Hartz-IV-Empfänger sich mit hohen Mietsteigerungen konfrontiert sehen oder alte Menschen mit der düsteren Einsicht, dass sie die angestammte Wohnung nicht werden halten können, wenn der Partner stirbt.

Solchen und anderen Geschichten wollen wir in den kommenden Wochen nachgehen. Wie unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer (siehe Karte unten) wird dabei der Schwerpunkt der Berichterstattung aus München und Bayern kommen, wir werden aber auch aus vielen anderen Regionen Deutschlands berichten. Wir werden Betroffene besuchen, mit Experten sprechen und natürlich den - dank Ihnen - beachtlich großen Datensatz auswerten, der mit Abschluss der Umfrage zur Verfügung steht. Wenn Sie noch teilnehmen möchten, bitte hier entlang - bis diesen Sonntag, den 15. April, 24 Uhr, können Sie noch mitmachen. Vielen Dank!