ACS am Ziel Hochtief spricht Spanisch

Der spanische Bau-Konzern wirbt seit langem um das Essener Unternehmen und hat seine Beteiligungen Schritt für Schritt ausgebaut. Jetzt ist ACS endlich am Ziel und sichert sich die Mehrheit an Hochtief. Die Deutschen hatten sich lange erbittert gegen die Übernahme gewehrt - erfolglos.

Der spanische Baukonzern ACS ist bei der geplanten Mehrheitsübernahme des deutschen Konkurrenten Hochtief am Ziel: ACS halte mehr als 50 Prozent der Hochtief-Anteile, teilte der MDax-Konzern am Freitag in Essen mit.

Arbeiter des Bauunternehmens Hochtief im Mai auf der Baustelle des nordrhein-westfälischen Landesarchivs in Duisburg.

(Foto: dpa)

Der Anteil liege zum Stichtag Donnerstag bei 50,16 Prozent. Die Spanier hatten nach einer monatelangen Schlacht um Hochtief bis zur Jahresmitte die Mehrheitsübernahme angestrebt - und erreicht. Die Essener hatten Ihren Widerstand zuletzt aufgegeben.

"Der Vorstand der Hochtief Aktiengesellschaft steht im Dialog mit dem ACS-Management, um die künftige Zusammenarbeit zu gestalten", heißt es im jüngsten Quartalsbericht (PDF-Datei). "Nach Aussage von ACS soll Hochtief ein selbstständiges, an der Deutschen Börse notiertes Unternehmen bleiben."

Der WDR hat im Mai einen Film über die Übernahmeschlacht ausgestrahlt. Seit 2007 währt der Kampf: Damals kaufte die spanische Gruppe Actividades de Construcción y Servicios (ACS) für fast 1,3 Milliarden Euro knapp 25,1 Prozent an dem deutschen Konkurrenten. Man strebe keine Übernahme an, hieß es. Das wurde erst im September 2010 verkündet. Die Spanier wollen den größten Baukonzern der westlichen Welt schmieden. Hochtief wollte gegen den Übernahmeversuch vorgehen.

Im November gab die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht grünes Licht für eine Übernahme. Im Januar hatte ACS seinen Anteil an Hochtief schon auf über 30 Prozent gesteigert. Damit konnten die Spanier ihr Aktienpaket ohne ein teures Pflichtangebot weiter aufstocken.

Linktipp: Das Forschungsinstitut DIW hat sich angeschaut, was mit Unternehmen passiert, die von ausländischen Unternehmen übernommen wurden. Demnach gibt es keine negativen Folgen für Beschäftigung und Produktivität (PDF-Datei).