Mehr Arbeitslose im März Pessimismus pur

Niemand weiß, wie lange diese Krise noch dauern wird. Im Extremfall werden aus vielen Kurzarbeitern schon bald viele neue Arbeitslose.

Ein Kommentar von Thomas Öchsner

Wenn der Frühling kommt, ist das für den Arbeitsmarkt normalerweise eine gute Nachricht. Im März geht die Zahl der Arbeitslosen zurück, weil Menschen, die draußen ihr Geld verdienen, bei steigenden Temperaturen eher einen Job finden. So war das zumindest in den vergangenen 80 Jahren. Doch 2009 ist alles anders. Erstmals in einem März gibt es mehr Erwerbslose als im Februar. Das ist beunruhigend und wirft ein Licht darauf, wie stark die Wirtschaftskrise bereits den Arbeitsmarkt erfasst hat.

Agentur für Arbeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März deutlich gestiegen.

(Foto: Foto: AP)

Nun mag der Anstieg auch mit dem langen kalten Winter zusammenhängen, der gerade das Baugewerbe stark behindert hat. In der Arbeitslosenstatistik steckt aber noch eine andere erschreckend hohe Zahl: Seit Januar haben 50.000 Betriebe für etwa 1,7 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das einzig Gute daran ist, dass die Firmen ihre Mitarbeiter nicht gleich herausschmeißen. Die Chefs haben aus der letzten Rezession gelernt. Sie wissen, dass sie Fachkräfte brauchen werden, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Doch zugleich zeigt der sprunghafte Anstieg der Kurzarbeiterzahlen, wie pessimistisch viele Betriebe ihre nähere Zukunft einschätzen.

Niemand weiß, wie lange diese Krise noch dauern wird. Um Jobs zu erhalten, sollte die Bundesregierung deshalb das Kurzarbeitergeld von 18 auf 24 Monate verlängern, was manche Koalitionspolitiker bereits fordern.

Brechen allerdings weiter für den Exportweltmeister Deutschland die Aufträge weg, wird auch dies langfristig nichts nutzen. Aus vielen Kurzarbeitern werden viele neue Arbeitslose. Dann wird sich auch zeigen, dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung vor allem nur ein Strohfeuer war - wie die Abwrackprämie.