Von Uwe Ritzer

Ein Topmanager geht: Völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung verlässt nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Klaus Peter Voigt Europas größte Elektronik-Fachmarktkette Media-Saturn.

Über die Gründe für den Weggang des bisherigen Konzernvizes herrscht Rätselraten und Verwunderung. Schließlich ist der 48-jährige Voigt seit fast 20 Jahren im Unternehmen und gilt als treibende Kraft beim Ausbau der Media-Markt-Kette.

Klaus Peter Voigt verlässt Media-Saturn - mit sofortiger Wirkung. (© Foto: oH)

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Mail an Führungskräfte verschickt

Intern wurde am Mittwoch verbreitet, der Abgang erfolge "in freundschaftlichem Einvernehmen". In Kreisen des zur Metro AG gehörenden Ingolstädter Konzerns wird allerdings über ein Zerwürfnis Voigts mit Media-Saturn-Chef Roland Weise spekuliert.

Gerade mal neun Zeilen umfasst die Meldung, die am Mittwoch per E-Mail an Führungskräfte des Konzerns verschickt wurde und die der SZ vorliegt. Darin wird nüchtern über "Veränderungen in der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding" berichtet.

Man bedauere, dass Voigt das Unternehmen verlasse, schließlich habe er seit 1989 großes Engagement gezeigt und "intensiv am nationalen und internationalen Erfolg mitgearbeitet". Das interne Rundschreiben endet mit dem formalen Satz: "Für seine Zukunft wünschen wir ihm alles Gute." Ein herzlicher Abschied liest sich gemeinhin anders.

Zumal im Falle Voigt über Gründe für den Weggang ebenso wenig verlautete wie über seinen Nachfolger. Letzteres lässt darauf schließen, dass die Entwicklung überraschend kam und die Verantwortlichen darauf nicht vorbereitet waren. Auf Nachfrage mochte ein Media-Saturn-Sprecher dazu keine Angaben machen. Er ließ auch Informationen aus Kreisen des Unternehmens unkommentiert, wonach die Chemie zwischen Klaus-Peter Voigt und dem Media-Saturn-Chef Roland Weise seit geraumer Zeit schon nicht mehr stimmt. Letzterer soll öfter über den Kopf seines Vize hinweg Entscheidungen auch im Personalbereich getroffen und damit auch in Voigts Zuständigkeiten eingegriffen haben.

Zoff um strategische Fragen

Zudem soll man sich in strategischen Fragen häufig uneins gewesen sein. Die Beschäftigten wurden von der Personalie dem Vernehmen nach kalt überrascht. "Der Name Voigt wird bei uns intern sehr stark mit dem Erfolg von Media-Markt verbunden und geradezu damit identifiziert", sagte ein Mitarbeiter. "Umso unverständlicher ist dieser Abgang."

Vieles deutet darauf hin, dass Voigt das bislang letzte Opfer des als kühlen Verstandesmensch beschriebenen Media-Saturn-Chef Weise beim Umbau der Unternehmensspitze ist. Erst im Herbst verließ mit Utho Creußen ein weiterer Topmanager die Firma und wurde durch einen Weise-Gefolgsmann ersetzt.

Kurioserweise wurde Creußens Abgang damit begründet, dass er neuer Präsident der Katholischen Universität Eichstätt werde. Tatsächlich war diese Entscheidung zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen und am Ende machte nicht Creußen, sondern ein anderer Bewerber das Rennen.

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(sueddeutsche.de/mel)