McDonald's und die Öko-Frage "Wir sind kein grünes Unternehmen"

Grün ja, aber nur auf dem Papier: Der Deutschland-Chef von McDonald's relativiert die neue Farbenlehre - einen vegetarischen Burger gibt es dennoch.

Von Silvia Liebrich

Auch für Deutschlands größte Schnellrestaurant-Kette McDonald's sind die fetten Jahren vorbei. Der Wirtschaftseinbruch hat das Umsatzwachstum des Unternehmens gebremst. "Klar, auch wir spüren die Krise, aber längst nicht so stark wie andere in der Branche", sagte Deutschland-Chef Bane Knezevic am Dienstag in München. Er kündigte zudem an, dass die Preise für Big Mac und Co. im Laufe des Jahres steigen könnten. Dabei werde sich das Unternehmen an der allgemeinen Teuerungsrate orientieren. Ein Absatzplus verspricht er sich von einem neuen Gemüse-Burger, mit dem McDonald's mehr Frauen für Fast-Food-Kost begeistern will.

Nach Angaben von Knezevic wuchs der Umsatz 2009 nur noch um 2,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für 2008 hatte die Tochter des amerikanischen Konzerns noch ein Plus von 5,1 Prozent gemeldet. Sorgen bereitet Knezevic die steigende Arbeitslosigkeit, die sich offensichtlich auch auf das Geschäft von McDonald's niederschlägt. Zwar nahm die Zahl der Besucher in den Restaurants um 3,6 Prozent zu - mit 2,7 Millionen Gästen am Tag erreichte das Unternehmen sogar einen neuen Rekord. Doch im Schnitt gab jeder Kunde weniger Geld aus als noch im Vorjahr.

Für den Fall, dass sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland weiter verschlechtern sollte, schloss Knezevic Einschnitte nicht aus. Dann müsse man reagieren. Vorerst könne davon aber keine Rede sein, ergänzte er. McDonald's will in diesem Jahr 2000 neue Stellen schaffen. Das Unternehmen und seine selbständigen Franchisenehmer beschäftigen in Deutschland 60.000 Mitarbeiter.

Eine Wende vollzog der Deutschland-Chef in Bezug auf den Farbwechsel im Firmendesign. Vor knapp drei Monaten hatte der Konzern angekündigt, dass das Firmenlogo, ein goldgelbes "M", künftig auf grünem Hintergrund prangen soll und nicht wie bisher auf einem knallroten. Knezevic stellte nun klar, dass die Umstellung nur eine Frage des Designs sei und keinesfalls ein stärkeres Umweltbewusstsein signalisieren solle. "Das war nie Teil der Strategie. Wir sind kein grünes Unternehmen", sagte er dazu.

Zu Beginn klang das anders: In der Financial Times Deutschland ließ sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Holger Beeck mit den Worten zitieren, der Farbwechsel sei auch als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten. Laut Knezevic sei dies von den Medien falsch interpretiert worden. "Wir haben keinen Anlass gesehen, diesen falschen Eindruck zu korrigieren", ergänzte er. Schließlich habe McDonald's dadurch viel Publicity erhalten. Der angekündigte Farbwechsel und das angebliche Bekenntnis zu mehr Umweltschutz waren auf Kritik gestoßen. McDonald's betreibe "greenwashing" und wolle sich ein grünes Mäntelchen umlegen, hieß es etwa bei Greenpeace.

Probleme mit Franchisepartnern

Doch Knezevic verwies darauf, dass das Unternehmen künftig "nachhaltiger" wirtschaften werde. So seien Programm für die Landwirtschaft und den Energieverbrauch aufgelegt worden. Außerdem sollen Abfall und CO2-Emissionen reduziert werden. Zu Details wollte er sich nicht äußern.

Knezevic räumte zugleich ein, dass das Unternehmen nicht immer mit seinen Subunternehmern zufrieden ist. "Mit einigen Franchisenehmern gibt es Probleme, deshalb verlängern wir nicht nicht alle auslaufenden Verträge." Mit der große Mehrheit funktioniere die Zusammenarbeit jedoch gut, betonte er. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung hat McDonald's einer Handvoll Restaurantbetreiber die Verträge fristlos gekündigt. Vor deutschen Gerichten sind deshalb mehrere Verfahren anhängig.

Den Vorwurf, dass McDonald's Franchisenehmer aus dem Geschäft drängen wolle, um die Zahl seiner Subunternehmer zu reduzieren, wies Knezevic zurück - die 260 deutschen Franchisenehmer steuern immerhin 82 Prozent zum Umsatz bei. Ihre Zahl soll laut Knezevic konstant bleiben, gleichwohl erhöht sich die Zahl der von ihnen betriebenen Gaststätten: Bis zu 30 neue Standorte will das Unternehmen in diesem Jahr eröffnen, damit würde die Zahl der Restaurants in Deutschland auf knapp 1400 steigen. Die Obergrenze sieht Knezevic damit nicht erreicht. Es gebe noch viel Spielraum.

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