Mitten in der Krise hängt die Fast-Food-Kette McDonald's die Konkurrenz ab - mit neuen Produkten und gezielter Imagepflege.
Am Anfang steht ein Hamburger aus quietschbunter Knetmasse. Wenn in der Versuchsküche von McDonald's in der Münchner Drygalski-Allee neue Produkte für den deutschen Markt entwickelt werden, geht es spielerisch zur Sache. Lebensmitteltechniker aus dem eigenen Haus basteln zusammen mit Lieferanten von Saucen, Fleisch, Brötchen und anderen Zutaten an neuen Rezepten. Bis zu hundert neue Burger, Snacks oder Desserts entstehen so jedes Jahr im Labor der Fast-Food-Kette. Hier entscheidet sich auch, was davon später über die Theken der mehr als 1300 Filialen hierzulande geht. Nur die wenigsten Prototypen aus der Versuchsküche schaffen es tatsächlich dorthin.
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McDonald's wächst auch in der Krise, der Umsatz hierzulande steigt. Wer verdient mit? (© Graphik: SZ)
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Während Gaststätten und Restaurants der gehobenen Klasse in der Wirtschaftskrise darüber klagen, dass die Gäste wegbleiben, scheint der Abschwung Fast-Food-Anbietern wie McDonald's wenig anzuhaben. Sie profitieren sogar noch. Angesichts zunehmender Arbeitslosigkeit und knapper Haushaltsbudgets sparen viele Deutsche beim Essengehen. Da kommen günstige McDonald's-Menüs, die sich mit verschiedenen Ein-Euro-Produkten zusammenstellen lassen, gut an.
Doch das allein erklärt nicht den Erfolg. So wächst McDonald's in der Krise schneller als etwa der Konkurrent Burger King. Es sind vor allem die in den vergangenen Jahren angestoßenen Investitionen, die sich nun auszahlen. So bekamen die Filialen ein völlig neues und edleres Design, das die Handschrift des französischen Innenarchitekten Philippe Avanzi trägt. Einer Rundum-Erneuerung werden derzeit auch die McDrive-Stationen unterzogen. Die Orderstationen für Autofahrer tragen knapp 40 Prozent zum Umsatz bei.
Nicht mehr als drei Minuten
Hinzu kommen Verbesserungen im Service, die etwa sicherstellen sollen, dass von der Bestellung bis zur kompletten Essensausgabe nur ungefähr drei Minuten vergehen. Seit diesem Frühjahr gibt es außerdem ein größeres Frühstücksangebot, von dem sich Deutschland-Chef Bane Knezevic viel erwartet: "Wir sehen in diesem Markt ein großes Potential und erwarten hier bis zum Jahr 2011 signifikante Wachstumsraten."
Mit der Gründung der Kaffeehauskette McCafé vor sechs Jahren erschloss sich die Fast-Food-Kette zudem einen völlig neuen Kreis von Kunden, eben jene Generation 50 plus, die früher nie einen Fuß in ein Fast-Food-Restaurant gesetzt hätte. McCafé zählt inzwischen mit mehr als 550 Standorten zu den größten Kaffeehausbetreibern in Deutschland - auch dies ein Angebot, mit dem sich McDonald's deutlich vom Wettbewerber Burger King abgrenzt.
Mit Erfolg kämpft das Unternehmen auch seit einigen Jahren gegen das Image an, das Essen sei ungesund - zu fett, zu kalorienreich und zu wenig Vitamine, lautet immer wieder der Vorwurf. Es ist gerade einmal fünf Jahre her, da prangerte der amerikanische Kinofilm "Supersize me" die gesundheitsschädlichen Folgen von täglichem Burger-Konsum an - Regisseur Morgan Spurlock hatte sich dafür einen Monat lang nur von Fast Food ernährt und dabei elf Kilo zugenommen.
"Wir sind keine Oberlehrer"
Seitdem hat sich viel getan. Keine andere Restaurantkette verkauft mehr Salat im Jahr als McDonald's. Das Angebot jenseits von Big Mac, Fritten und Limo wächst stetig. Sogar Bioprodukte wie Bionade finden sich inzwischen im Sortiment. Trotzdem weiß man auch bei McDonald's, dass die meisten Gäste nach wie vor wegen einer Sache kommen: um einen nicht gerade kalorienarmen Hamburger zu essen. An dieser Realität orientieren sich auch die Produktentwickler. "Wir sind schließlich keine Oberlehrer, die irgendetwas vorschreiben oder verbieten", sagt die Münchner Entwicklerin Heike Bierweiler.
Doch niemand kann heute mehr behaupten, dass er nicht wüsste, was er da zu sich nimmt. Ausführliche Nährwert-Tabellen liegen in den Restaurants unter anderem auf den Tabletts aus. Der Bestseller Big Mac schlägt demnach mit exakt 495 Kalorien zu Buche und 2,3 Gramm Salz je Portion. "Das Essen ist dadurch nicht gesünder geworden. Aber McDonald's muss sich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen, dass der Verbraucher hintergangen wird", stellt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fest.
Mit mehr als 58.000 Mitarbeitern hierzulande gilt McDonald's als größter Arbeitgeber in der Branche, aber auch als einer, der in der Vergangenheit umstritten war. In seinem Buch "Ganz unten" kritisierte der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff 1985 die damaligen Arbeits- und Hygienebedingungen in einem Restaurant. Heute sind die Bedingungen andere. So gilt seit 2007 für die Beschäftigten ein mit der NGG ausgehandelter Tarifvertrag. "In den vergangenen zehn Jahren hat sich vieles zum Besseren verändert", sagt NGG-Mann Zeitler. Was nach seinen Worten aber nicht heißt, dass es nichts zu beanstanden gäbe. Nicht in allen Filialen seien die Arbeitsbedingungen gleich gut. Doch für ihn sei erkennbar, dass sich McDonald's bemühe, Missstände zu beseitigen.
Der Umgang mit den Nahrungsmitteln ist streng reglementiert. So wandert ein frisch zubereiteter Burger automatisch in den Abfall, wenn er nicht innerhalb von zehn Minuten abgerufen wird. Überwacht werden dieser und andere Prozesse mit Hilfe einer besonderen Küchenausstattung, die teilweise computergesteuert ist. In diesem System bleibt selbst die Salzmenge beim Salzen der Pommes Frites nicht dem Zufall überlassen, sondern einem genormten Streuer. Warum McDonald's Qualitätssicherung so wichtig nimmt, liegt für Zeitler auf der Hand: "Für einen Gastronomiebetrieb dieser Größe käme es einem Supergau gleich, wenn er wegen schlechter Qualität in die Schlagzeilen geriete."
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(SZ vom 11.08.2009/mel)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
aber ich habe hier in und um München mehrheitlich in normalen Restaurants und Biergärten wesentlich schlechter gegessen und deutlich mehr bezahlt als (hin und wieder) beim goldenen "M".
Mit mehr als 58.000 Mitarbeitern hierzulande gilt McDonald's als größter Arbeitgeber in der Branche
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McDonald´s ist hier in Deutschland Franchisegeber. Die Angestellten sind daher gar nicht "seine" Angestellten.
Dass die Onlinepräsenzen der diversen Tageszeitungen in Deutschland zum Teil von beschämend schlechter Qualität sind, ist kein Geheimnis. Aber dieser Artikel schlägt dem journalistischen Fass den Boden aus. Eine derartig euphemistische Verzerrung der Tatsachen ist mir (im Bezug auf Fastfood) noch nicht unter die Augen gekommen.
Ich gehe jetzt garnicht auf die diversen Halbwahrheiten und Verbiegungen ein - Herr Wombats z. B. hat ja bereits die Zuckerarten im Salat erwähnt - aber dass Sie, meine lieben Journalisten von der Süddeutschen, die ja neben der FAZ noch das einzige, respektable Printjournal ist, sich nicht schlaflos im Bette wälzen, nach dem Schreiben einer solchen BILD-Posse.
ps: Verweigern Sie jetzt auch diese kritische Stimme mit Verweis auf Ihre Netiquette?
Zumal der Salat nicht einmal das sprichwörtliche Feigenblatt darstellt: Nachgewiesenermaßen ist dieser mit so vielen Zuckerarten angereichert, dass man hier auf keinen Fall von gesunder Ernährung sprechen möchte/sollte!
Wie so üblich handelt es sich bei einer durchaus intelligent gestalteten Marketing-Offensive um eine überdimensionierte Mogelpackung, welche leider Früchte trägt. "Subway" funktioniert übrigens nach ähnlichem Prinzip.
Beste Grüße!
Herr Wombats
Wenn ich 7 Euro ausgebe, möchte ich satt werden, bei BurgerKing oder McDonalds ist das aber nicht der Fall. Außer dass man Sodbrennen bekommt, passiert nichts. Wahrscheinlich sind spezielle Appetitanreger beigemengt, was aber keiner zugibt. Es ist doch erschreckend dass die Leute zu faul oder zu dumm sind ihr Essen selbst zuzubereiten um gerade in den "schlechten Zeiten" Geld zu sparen. Es gibt einschlägige Sendungen (Fastfood Duell), wo ein Koch gegen den Lieferservice antritt, der mit Sicherheit besser als Mc & Co. ist. In den meisten Fällen kann es der Koch besser und biliger als der Lieferswervice, der natürlich Lohnkosten hat und deshalb teuerer sein muss! Warum begreifen das die Leute nicht? Wenn, gehe ich richtig essen, was 3-5 Euro mehr kostet, ich aber dann ein wirklich gutes Essen bekomme und satt werde. Der Verfall der Esskultur ist erschreckend, wie kann man es sich sonst erklären, dass der normale Mensch fertigen Grießbrei oder Pfannkuchenteig benötigt? So etwas musste ich als Jugendlicher selbst machen, sonst hätte ich nämlich nichts zu essen gehabt. Es ist an der Zeit umzudenken, nicht zu jammern dass es einem so schlecht geht, sondern zu fragen warum! Ich muss gestehen, ich kann und will (!) mir solche Frertigprodukte gar nicht leisten. Anderen ergeht es ähnlich, sie sind nur zu bequem, da sie evtl. zu sehr verwöhnt worden sind. Dafür haben sie jetzt die Quintessenz !
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