Massentierhaltung Deutsche Fleisch-Fabriken werden immer größer

Die Kritik an der Massentierhaltung nimmt zu. Noch stärker aber wächst die Zahl der Tiere, die in deutschen Fleischfabriken auf Schlachtgewicht gemästet werden. Das zeigen Zahlen, die zwei Grünen-Politiker zusammengetragen haben.

Von Thorsten Denkler, Berlin

Es sind Bilder, der jeden erschaudern lassen, der sie einmal gesehen hat: Hühner, die im Millisekunden-Takt von Maschinen getötet werden. Küken, die geschreddert werden, weil sie männlich sind, und sich darum ihre Mast nicht lohnt. Schweine, denen die Ringelschwänzchen abgeschnitten werden, weil sie sich die sonst unter dem Stress der Massentierhaltung gegenseitig abknabbern würden.

Derartige Zustände sind in Deutschland Realität und eine Folge der Massentierhaltung. Und von diesen Betrieben gibt es in Deutschland immer mehr, wie eine Studie nun zeigt.

Die Grünen-Politiker Friedrich Ostendorff und Bärbel Höhn haben sich genau angeschaut, wie viele neue Masttierplätze zwischen 2009 und 2012 beantragt und/oder genehmigt worden sind. Dafür haben sie die Daten in den Genehmigungsbehörden der dafür meist zuständigen Landkreise oder Länder abgefragt. Ihre Zahlen liegen Süddeutsche.de jetzt vor - und die Steigerungsraten sind enorm.

2,5 Millionen Schweinemastplätze

Im Zeitraum 2009 bis 2012 wurden bundesweit gut 38 Millionen neue Geflügelplätze beantragt beziehungsweise genehmigt. Die Zahl bezieht sich lediglich auf Masttiere. Legehennen und anderes Geflügel sind außen vor. Erstaunlicher noch sind die Steigerungsraten. Zwischen 2003 und 2005 lag die Zahl noch bei gut zehn Millionen. Zwischen 2005 und 2008 bei etwa 26 Millionen.

Nicht anders sieht es nach den Zahlen, die Höhn und Ostendorff ermittelt haben, bei den Schweinen aus. Gegenüber dem Zeitraum 2005 bis 2008 hat sich die Zahl der beantragten und/oder genehmigten Schweinehaltungsplätze um satte 60 Prozent auf über 2,5 Millionen erhöht. Damals waren es noch 1,54 Millionen. In den Jahren 2003 bis 2005 waren es 1,45 Millionen.

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