Massenentlassungen HP will bis zu 30.000 Stellen streichen

Der angeschlagene US-Computerkonzern greift zu drastischen Mitteln: Um die sinkenden Absatzzahlen beim PC-Verkauf auszugleichen, will Hewlett-Packard offenbar Tausende Arbeitsplätze streichen. Die neue Konzernchefin Meg Whitman reagiert damit auf zuletzt schwache Ergebnisse.

Der US-Technologiekonzern Hewlett-Packard (HP) plant offenbar einen massiven Personalabbau. HP will übereinstimmenden Medienberichten zufolge etwa zehn Prozent der Stellen einsparen. Von dem Vorhaben seien mindestens 25.000 Mitarbeiter betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Nach Schätzungen des Technologie-Blog All Things Digital könnten sogar bis zu 30.000 Beschäftigte ihren Job verlieren.

Offenbar will der Konzern auf diesem Weg versuchen, den Rückgang bei der PC-Nachfrage auszugleichen, da sich immer mehr potenzielle Kunden für den Kauf von Smartphones und Tablet-Computern entscheiden. Ein eigener Ausflug ins Tablet-Geschäft mit dem TouchPad erwies sich als Mega-Flop. Vor kurzem hatte das Unternehmen angekündigt, im Zuge seiner Umstrukturierung die Drucker- und PC-Sparte zusammenzulegen.

HP wollte sich zunächst nicht zu den Medienberichten äußern. Der Konzern könnte den Stellenabbau am kommenden Mittwoch bei der Bilanzvorlage bekannt geben. Analysten rechnen mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent auf 122 Milliarden Dollar (knapp 96 Milliarden Euro). Berechnungen zufolge würde der weltgrößte Hersteller von PCs und Druckern bei einem Abbau von mindestens 18.000 Stellen mehr als eine Milliarde Dollar einsparen.

Sollte das Unternehmen tatsächlich die Mitarbeiterzahl reduzieren, wäre das die drastischste Maßnahme seit Meg Whitman im September vergangenen Jahres das Ruder bei HP von Léo Apotheker übernahm. Die Firmenchefin steht unter Druck: Im ersten Geschäftsquartal brach der Gewinn um fast 44 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar ein.

Whitman hatte gegenüber Analysten geäußert, sie habe ein derartiges Chaos geerbt, dass es Jahre brauchen werde, bis der Konzern sich wieder erhole. Sie wirft insbesondere Mark Hurd, der bis August 2010 Vorstandsvorsitzender war, vor, dass dieser starke Einschnitte bei dem Budget für Forschung und Entwicklung vorgenommen habe. Sie deutete an, dass sie Kosten an anderer Stelle reduzieren werde, um wieder mehr Geld in die Weiterentwicklung investieren zu können.