Aus und vorbei: Für den insolventen Fertighaushersteller Kampa gibt es keine Zukunft mehr. Die meisten der 750 Mitarbeiter verlieren wohl ihren Job.

Kein Happy End: Im März hatte Kampa überraschend Insolvenz anmelden müssen, nun hat sich jede Hoffnung für die Rettung des Unternehmens zerschlagen.

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Fertighaushersteller Kampa: Im Februar noch zuversichtlich, doch jetzt ist die letzte Hoffnung zur Rettung des Unternehmens erloschen. (© Foto: dpa)

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Nach ergebnislosen Gesprächen mit möglichen Investoren werde nun die Entlassung der Mitarbeiter unverzüglich eingeleitet, teilte Insolvenzverwalter Werner Schreiber am Mittwoch mit. Zuletzt hatte das Unternehmen aus Minden 750 Menschen beschäftigt.

Der Insolvenzverwalter werde versuchen, für die Standorte und Werke der Kampa-Gruppe "auch Einzellösungen zu finden", hieß es. Wo dies nicht gelingt, sollen Immobilien, Musterhäuser, Maschinenpark und Markenrechte einzeln abgestoßen werden.

Gespräche mit 69 Interessenten

Insgesamt hatte es Gespräche mit 69 Interessenten gegeben. Zuletzt hatte der Verwalter auf einen deutsch-schweizerischen Kandidaten gesetzt. Dieser hatte sich als Einziger bereit gezeigt, 450 Arbeitsplätze zu erhalten.

Jedoch seien die nötigen finanziellen Zusagen zur Auffanggesellschaft, zum Kaufpreis und den Investitionen ausgeblieben. Die Finanzierungszusage einer schweizerischen Großbank habe sich "als nicht belastbar herausgestellt". Die Annahme dieses Kaufangebots sei als "nicht mehr realistisch" zu bezeichnen, hieß es.

Die mehrheitlich zum Finanzinvestor Triton gehörende Kampa hatte bei der Anmeldung der Insolvenz im März ihren Auftragsbestand noch als "sehr ordentlich" bezeichnet.

Restrukturierung 2008

Für das Geschäftsjahr 2008 hatte das Hausbauunternehmen einen Verlust von knapp 30 Millionen Euro ausgewiesen. Grund dafür waren unter anderem Rückgänge bei Absatz und Umsatz sowie ein neun Millionen Euro teures Restrukturierungsprogramm.

Zur finanziellen Absicherung stellte die Hauptaktionärin, die PFH Holding GmbH, daraufhin eine Kapitalerhöhung und ein Darlehen von insgesamt 17 Millionen Euro bereit.

Wegen der schlechten Ertragslage hatte Kampa bereits vor dem Insolvenzantrag 200 von zuvor insgesamt 1000 Stellen und diverse Standorte geschlossen. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages hatte das Unternehmen noch insgesamt sechs Produktionswerke in Deutschland und Österreich sowie Vertriebsbüros in Polen, Ungarn, Italien und den Niederlanden.

Im Jahr 2006 war Triton bei Kampa eingestiegen und hielt zuletzt rund 75 Prozent der Anteile. Der Finanzinvestor gewährte Kampa damals einen Kredit und ein Überbrückungsdarlehen über insgesamt 58 Millionen Euro. Das Geld sollte am Ende mit zehn Prozent pro Jahr verzinst zurückgezahlt werden.

Bis zuletzt guter Auftragsbestand

Noch im Februar 2009 hatte Kampa sich zuversichtlich gezeigt, aufgrund eines guten Auftragsbestands im laufenden Jahr ein "nachhaltig positives Ergebnis" erreichen zu können.

Kampa war nach eigenen Angaben Europas führender industrieller Komplettanbieter im Ein- und Zweifamilienhausbereich.

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(sueddeutsche.de/dpa/pak/mel)