Martin Shkreli "Meistgehasster Mann des Internets" nennt US-Abgeordnete "Idioten"

Shkreli bei der Anhörung vor US-Abgeordneten.

(Foto: Bloomberg)
  • Martin Shkreli geriet zuletzt in die Kritik, weil er das Patent eines Aids-Medikaments kaufte und den Preis um mehr als das 50-Fache anhob.
  • Im Dezember wurde er wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Investorengeld verhaftet und kam auf Kaution wieder frei.
  • Nach einer Vernehmung durch US-Kongressabgeordneten setzte er jetzt einen Tweet ab, in dem er die Abgeordneten als "Idioten" bezeichnete.
Von Jan Schmidbauer

Der Mann, dem der Ruf vorauseilt, der meistgehasste Mann des Internets zu sein, ramponiert sein Image munter weiter. Dafür reichte dem Amerikaner Martin Shkreli diesmal ein einziger Tweet, den er nach einer Anhörung vor US-Abgeordneten absetzte. Shkreli wird vorgeworfen, Geld veruntreut zu haben. Aus der von ihm gegründeten Biotech-Firma Retrophin soll er Gelder abgezweigt zu haben, um alte Rechnungen zu bezahlen. Die US-Polizei verhaftete ihn im vergangenen Dezember. Einen Tag später kam Shkreli allerdings gegen fünf Millionen Dollar Kaution wieder frei.

Im vergangenen Jahr geriet er zudem in die Kritik, weil er mit seinem Unternehmen Turing Pharmaceuticals das Patent für ein Aids-Medikament kaufte und den Preis für die Pillen danach um mehr als das 50-Fache anhob.

Für seine Kritiker, beispielsweise die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, hatte Shkreli nur Häme übrig. Clinton, die ihn dazu überreden wollte, den Preis für das Medikament wieder zu senken, bekam für ihre Forderung nur ein digitales "lol" zu hören. "Lol" steht für laughing out loud.

Bei der Anhörung im Kongress wollte Shkreli die Fragen der Abgeordneten gestern nicht beantworten. Dafür verkündete er seinen 60 000 Followern auf Twitter, dass er die Volksvertreter für "Idioten" hält.

Nur wenige Minuten nach der Anhörung war der Tweet draußen

Vor dem US-Kongress war er zunächst ungewöhnlich still. "Was sagen Sie der schwangeren Frau, die vielleicht aidskrank ist und kein Geld hat", um das teure Medikament zu bezahlen, fragte ein Abgeordneter den 32-jährigen Shkreli. Eine Antwort gab er darauf nicht. Stattdessen grinste Shkreli hämisch und erklärte, dass er von seinem Recht gebraucht mache, die Aussage zu verweigern.

Wenige Minuten nach der Verhandlung wollte er aber doch etwas loswerden. Und setzte den beleidigenden Tweet ab: Es sei schwer zu akzeptieren, dass imbeciles - Idioten - das Volk repräsentierten, schrieb Shkreli. Der Abgeordnete Jimmy Duncan sagte laut Financial Times, dass er nie zuvor ein solch "neunmalkluges und hämisches Verhalten" bei einer Anhörung erlebt habe.

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