Der Gleisnetz der Bahn ist durch starke Belastung derart verschlissen, dass das Unternehmen mittlerweile den Verkehrskollaps befürchtet.

Die Deutsche Bahn rechnet offensichtlich schon bald mit erheblichen Störungen ihres Schienenverkehrs. Die immer größer werdende Zahl schwerer Güterzüge habe den Verschleiß der Hauptstrecken derart beschleunigt, dass der Konzern jetzt in aller Eile eine Generalsanierung plane, schreibt das Handelsblatt. Innerhalb von drei Jahren sollen rund fünf Milliarden Euro in das marode Netz gesteckt werden, zitiert die Zeitung aus einem Strategiepapier der Bahn-Konzerntochter DB Netz AG.

Marodes Schienennetz: Bahn bekommt Angst vor sich selbst

Auch Gleise können brechen. (© Foto: ddp)

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Besonders betroffen: Hamburg - Frankfurt - Basel

Ein Konzernsprecher wollte auf Anfrage keine Stellung dazu nehmen. Er kündigte zugleich eine Pressekonferenz für kommende Woche an. Ab dem Frühjahr würden zahlreiche Baustellen bundesweit zu Einschränkungen und Verspätungen im Personen- und Güterverkehr führen, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Besonders betroffen sei die Nord-Süd-Route von Hamburg über Frankfurt nach Basel. Die Hauptstrecken in der alten Bundesrepublik seien zuletzt vor 30 Jahren umfassend erneuert worden.

Der Zustand des Schienennetzes wird auch den Bundestag beschäftigen. Die Probleme seien am 7. März Thema im Verkehrsausschuss, sagte der CDU-Abgeordnete Dirk Fischer der Rheinischen Post. Der Bundesrechnungshof hatte in einem Bericht 2300 Mängel aufgelistet. Konkret wird der Bahn vorgeworfen, durch verschleppte Instandhaltung in den Jahren 2001 bis 2005 notwendige Reparaturarbeiten im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro unterlassen zu haben. Fischer sprach von gravierenden Vorwürfen. "Die bekannt gewordenen Mängel an der Schieneninfrastruktur geben Anlass zu großer Sorge", sagte er.

Gebot für Hamburger Hafen

Einem Zeitungsbericht zufolge bietet die Deutsche Bahn zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro für den zum Verkauf stehenden Anteil am Hamburger Hafenbetreiber HHLA.

Dabei handele es sich um die Bewertung von 49,9 Prozent des Unternehmens einschließlich Schulden und Pensionsverpflichtungen, berichtete die Financial Times Deutschland vorab. Das Blatt berief sich dabei auf Aussagen aus dem Umfeld des Verkäufers, der Hansestadt Hamburg. Die Bahn war am Sonntag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut Medienberichten soll es insgesamt sechs Bieter für den HHLA geben. Sie haben angeblich bis zum Montag Zeit, konkrete Angaben zur Finanzierung des Anteilskaufs sowie zur Eigenkapitalausstattung der HHLA zu machen.

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(SZ vom 27.02.2007)