Zwar hatten sich die Finanzmärkte zuletzt beruhigt - ausgestanden ist die Kreditkrise aber noch. Jetzt gießt Steinbrück wieder Öl ins Feuer.
Die Krise an den globalen Finanzmärkten könnte nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück noch zu weiteren Verwerfungen führen. Der Minister schloss am Rande des G-7-Treffens in Washington nicht aus, dass eine internationale Bank durch die Turbulenzen in Schwierigkeiten geraten könnte, wie die Financial Times Deutschland (Montagausgabe) berichtete.
Bundesfinanzminister Steinbrück und sein US-Kollege Henry Paulson (© Foto: dpa)
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Es könne durchaus passieren, dass eine Bank zu Verkaufsaktionen gezwungen sein könnte, "die man durchaus als Notverkäufe bezeichnen kann". Dazu könne es "eventuell gar nicht mal in Deutschland, sondern woanders" kommen.
Steinbrück sprach davon, dass sich die Krise noch bis 2008 hinziehen werde. Bislang waren lediglich kleinere Institute wie die deutsche Mittelstandsbank IKB oder die Sachsen LB durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten.
Commerzbank-Chef Müller hatte am Wochenende bereits eingeräumt, dass sein Institut härter von der Krise betroffen sei als bislang vermutet. "Die bisher angekündigten Abschreibungen von 80 Millionen Euro spiegeln den Informationsstand von Anfang Juli wider. Das wird nicht reichen", sagte Müller. Die Prognosen sollen allerdings unberührt bleiben.
(sueddeutsche.de)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Es besteht Gefahr bei der Konstrukiton des Rettungsfonds, daß er den größten Hasardeuren zu Gute kommt und Institute, die solide wirschaften, die Dummen sind!
Nach der gestrigen Veröffentlichung der Commerzbank-Risiken durch den Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller befürchte ich das auch andere Institute Deutschlands und Europas ihre Leichen im Keller haben. Die Veröffentlichung wird scheibchenweise erfolgen. Auf der anderen Seite scheint das Desaster in Amerika nicht so groß zu sein, wie uns glauben gemacht wird. Die Bank of America zum Beispiel ist nicht so betroffen wie anfangs berichtet wurde.
Vorsicht also mit Fingerzeigen! Genau hinschauen, den Wortlaut von äußerungen genau lesen, vor allem wen es sich um Vertreter von EZB und FED handelt. Und den Zeitungen nicht immer trauen. Vor allem die SZ glänzt derzeit im Print- und im Online Bereich durch eine lausige Wirtschaftsberichterstattung.
Dass der Fonds bei Europas Bankern nicht beliebt ist, nehme ich Ihnen gern ab. Schließlich dient er ausschließlich US-Banken und wird den europäischen Spekulanten nicht helfen, wenn sie in der roten Tinte ertrinken. Falls Sie recht haben mit dem 1:2 Eurokurs, dann Gute Nacht mit dem EU-Export. Hoffentlich stimmt das nicht. Inzwischen steigt der US-Export laufend an und das US-Handelsdefizit fällt rapide wegen des niedrigen Dollarkurses.
Das Problem dürfte diesmal ja weniger Steinbrücks Kasse sein, sondern dass das Konzept der deutschen Wirtschaft demnächst aufhört zu funktionieren: mit den zusammenbrechenden US-Exporten (durch den implodierenden Dollar) wird der Moment kommen, an dem man sich eine Alternative einfallen lassen muss zur bisher gnadenlosen Exportorientierung.
Wolfgang Münchau von der Financial Times erwartet einen Dollarkurs von 2$ /Euro http://www.ftd.de/recherche/suche.html?q=m%FCnchau
Das wird der Autoindustrie gar nicht schmecken und man wird versuchen, auf die Inflationstube zu drücken, um das zu vermeiden.
Und alle deutschen Banken werden ihre US-Anlagen großenteils abschreiben müssen: die paar Milliarden, die kürzlich ausgewiesen wurden,waren erst der Anfang des großen Offenbarungseides, der noch folgt: das Gezeitenhoch, dass die US-Anlagen bisher ständig aufgebläht hat, ist vorüber und nun kippt der Strom ganz mächtig. Selbst die US-freundlichen Golfstaaten wollen nun heraus aus dem Dollar.
Und bei dem erwähnten Kandidaten unter den Banken, deren Zusammenbruch in Aussicht steht, könnte es sich um die Citibank handeln, deren Manager sich von der Gier verleiten ließen und nun auf über 100 Milliarden an faulen Papieren in notleidenden Zweckgesellschaften sitzen, nebenher das global führende Finanzinstitut. Das dürfte einen größeren Krater verursachen. Und der Super-Rettungsfonds, der ihr aus der Patsche helfen soll, weckt bisher bei Europas Bankern nicht so viel Begeisterung.
Dass es nutzt, dem schlechten Geld gutes hinterherzuwerfen, glauben scheinbar nicht alle.
Warum so pesimistisch? Die Steuereinnahmen wurden in letzter Zeit eher vorsichtig geschätzt. Ich glaube nicht, das sie nach unten korrigert werden müssen. Der Aufschwung ist auch nicht in gefahr.
Nein, öl auf die Wogen!
Die schwappen nämlich auf "unseren tollen Aufschwung" zu, und der liebe Peer weiß das ganz genau... Denn demnächst wird er wohl all die groß herrausposaunten Erfolgsmeldungen über Steuermehreinnahmen revidieren müssen. Und den lieben "Firle- Franz" Müntefering kann ich fast schon hören...- wenn er dem staunenden Volk wortreich erklärt warum der "tolle Aufschwung auf dem Arbeitmarkt" trotz der "epochalen Reformen seiner SPD" einfach nicht durchschlagen will.
Es ist die Kriese am, selbstverständlich globalisierten Finanzmarkt, der "unsere tolle Wirtschaftspolitik" konterkariert... Man hätt sie fast erfinden müssen, diese Imobilienkriese aus dem Wirtschaftswunderland(!) USA!