Von Von Udo Hoffmann

Google — dieses Wort ist zu einem Begriff und zum Synonym für Internetsuche geworden. Doch die goldenen Google-Zeiten sind einer Analysten-Untersuchung zufolge bald vorbei. Im Hintergrund lauern Microsoft und Yahoo mit neuen Konzepten und Portal-Stärke.

In China war die Internetsuchmaschine Google für zehn Tage von Staats wegen geblockt — als zu erschütternd für die Meinungsbildung der Chinesen galten die Suchergebnisse. Ein Unternehmen, dass sich eines derart "berüchtigten" Rufes erfreut und nun auch bald an die Börse gehen will, könnte seiner Zukunft eigentlich frohgemut entgegensehen — doch wenn es nach dem Forschungsinstitut Forrester Research geht, ist Goggle seine führende Stellung spätestens im Jahr 2005 los.

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Forrester Resarch begründet diese Ansicht mit der zunehmenden Konkurrenz von Yahoo und Microsoft. Die Suchmaschinen dieser beiden Unternehmen stehen vor einem Relaunch, beide sollen dann benutzerfreundlicher sein als die Google-Lösung. Außerdem würde der technische Vorsprung von Google, den es seinem vorbildlichen PageRank-Algorithmus verdankt, an Bedeutung verlieren. Zum einen würden die Konkurrenten auch in diesem Bereich aufholen, zum anderen stünde das Internet vor entscheidenden Veränderungen. Statt eines reinen Hypertext-Mediums würden neue Inhaltsgefäße wie zum Beispiel Datenbanken immer wichtiger.

Drei Suchmaschinen-Bereiche

Forrester Research unterteilt die wichtigsten Aufgaben einer Internetsuchmaschine der nahen Zukunft in drei Bereiche: Es gäbe die Aufgabe eines Portals, welches in der unendlichen Masse der Internet-Informationen als Wegweiser und Führer dient.

Es gäbe den Bereich der ins Desktop integrierten Suche, die Microsoft mit seiner neuen Windowsvariante Longhorn belegen würde. Laut ersten Anwenderbefragungen soll hier das so genannte "Such-Schlitz"-System für das direkte Suchen auf einzelnen Seiten gut ankommen.

Und es gäbe den Bereich des reinen Pay-per-Performance-Anbieters, in dem sich Google auch dank der gerade in jüngster Zeit zahlreich abgeschlossenen Verträge als Marktführer halten wird.

Nicht alles für jeden

"Google hat bei Suchanfragen und bei bezahlten Einträgen ein enormes Wachstum erlebt", bemerkt die verantwortliche Analystin Charlene Li in ihrer Studie. "Google wird auch weiterhin für innovative Technologien stehen, aber es kann nicht alles für jeden bieten. Google steht kurz vor seinem Börsengang und scheint unaufhaltbar zu sein. Aber das Unternehmen wird sich nur als generelles Suchtool halten können, hier aber sehr effektiv und profitabel sein. In den Bereichen strukturierte Suche und Portalintegration hingegen wird Google an Bedeutung verlieren."

Bereits vor einigen Wochen hatte sich George F. Colony, Chairman and CEO von Forrester Research, zum bevorstehenden Börsengang von Goggle geäußert. Das Unternehmen sei hervorragend geführt und hätte das Internet revolutioniert, sei jedoch nicht die angestrebten 15 Milliarden Dollar wert. Viel zu niedrig sei die Eintrittsbarriere für konkurrierende Unternehmen. In diesem Zusammenhang warnte er vor einer neuen Internetaktien-Euphorie zum Börsengang, die schnell zu einer Überhitzung führen könnte.

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(sueddeutsche.de)