Markenrechtsverletzung Birkenstock kündigt Vertrag mit Amazon

Ein Mitarbeiter sortiert Birkenstock-Schuhe.

(Foto: dpa)

Der Sandalen- und Schuhhersteller stellt die direkte Belieferung des weltweit größten Onlinehändlers komplett ein. Denn Amazon verkaufe Fälschungen.

"Wir haben beschlossen, zum 1. Januar 2018 die direkte Belieferung von Amazon in Europa komplett einzustellen", schreiben Oliver Reichert und Markus Bensberg. Sie sind die Chefs des größten deutschen Schuhherstellers, wenden sich mit ihrer Ankündigung an gut 3500 Mitarbeiter. Bild am Sonntag zitiert dies aus einem Mitarbeiterschreiben der Birkenstock-Chefs.

Der Grund: "Auf der Amazon-Plattform in Europa mussten wir weitere Markenrechtsverletzungen feststellen." Das "Angebot von Produktfälschungen" bei Amazon widerspreche einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. "Der weltweit größte Online-Händler ist nicht mit dem nach unseren Maßstäben erforderlichen Engagement an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz unserer Kunden vor Irreführung und Täuschung interessiert."

Der Bild am Sonntag zufolge habe Birkenstock zwischen April und Juli 2017 Amazon mehrfach auf Anbieter von Produktkopien hingewiesen. "Doch anstatt dem kriminellen Treiben von Marken- und Produktpiraten auf dem Marketplace konsequent ein Ende zu setzen, schaut Amazon weg oder wird nur auf unser Drängen hin aktiv", schreiben die Firmenchefs. "Aus der Zusammenarbeit mit anderen Online-Händlern wissen wir, dass es technisch und organisatorisch möglich ist, derartigen Verstößen einen Riegel vorzuschieben - vorausgesetzt der Wille ist da."

Durch die Kündigung schütze das Unternehmen Arbeitsplätze, Birkenstock denke auch über rechtliche Schritte gegen Amazon nach. Der Online-Händler wollte "die Beziehung zu Geschäftspartnern" nicht kommentieren, teilte nur mit: "Amazon duldet keine gefälschten Produkte und deren Angebot auf Amazon Marketplace ist laut unseren Teilnahmebedingungen nicht erlaubt".