SZ: Dann versuchen Sie es doch bitte mal in wenigen Sätzen.
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Kennedy: Es ist schlicht und einfach so, dass heute nichts finanziert werden kann, was nicht mindestens den Zins erwirtschaftet, den man bei der Bank zahlt, um einen Kredit aufzunehmen. Es geht immer um Zins und Zinseszins.
SZ: Was ist denn so schlimm daran?
Kennedy: Vermögen verdoppeln sich in regelmäßigen Abständen und wachsen in kurzer Zeit in astronomische Bereiche. Damit kann kein Wachstum in der Natur mithalten - außer dem Krebs. Wir haben ein System, dessen Hauptziel es ist, mehr Geld aus Geld zu machen. Die internationalen Finanzmärkte sind darauf ausgerichtet, das exponentielle Wachstum über spekulative Transaktionen für einige wenige zu nutzen. Die große Menge der Menschen zahlt drauf.
SZ: Wieso? Es kann doch beinahe jeder sein Glück mit Aktien versuchen.
Kennedy: Tatsache ist, dass 80 Prozent der Menschen mehr als doppelt so viele Zinsen zahlen, als sie je selbst erhalten - und zwar über Preise, in denen Zinsanteile enthalten sind.
SZ: Sie meinen Güter des Alltags wie zum Beispiel Lebensmittel?
Kennedy: Wenn wir auf unseren Produkten eine Auflistung hätten, wie viel die Rohstoffe kosten, wie viel die Arbeit und wie viel der Bankkredit - dann würde man sehen, welchen riesigen Anteil der Zins ausmacht. Wenn man dazu noch die Zinsen in den Steuern dazurechnet - der Staat ist ja der am höchsten verschuldete Gläubiger - dann kommt man zu dem Ergebnis, dass 50 Prozent dessen, was wir heute ausgeben, Zinsen sind.
SZ: Das trifft doch alle gleichermaßen.
Kennedy: Nein. Höchstens zehn Prozent profitieren, die aber hervorragend.
SZ: Die bloße Gier nach Geld ?
Kennedy: Geld ist ein Suchtmittel. Neben Sexismus und Rassismus gibt es "Pekunismus", Geldgier. Den Sexismus haben wir illegalisiert, den Rassismus bekämpft. Den Pekunismus erachten wir noch als legal. Eine Geldaristokratie beherrscht die Welt. Alles fließt jenen zu, die ihr Geld verleihen können. Die Masse der Kreditnehmer sind die neuen Sklaven, die leider ihre Ketten nicht sehen.
SZ: Sie sind ja als Architektin nicht gerade berufen, die Zusammenhänge über Geld zu ergründen.
Kennedy: Ich habe mehr als nur Architektur studiert. Meine Doktorarbeit machte ich im Fachbereich Öffentliche und Internationale Angelegenheiten der Universität von Pittsburgh, und zwar an einer Schule, die von den Gründern des Marshallplans ins Leben gerufen wurde. Ich betrachte das Geld tatsächlich als öffentliche und internationale Angelegenheit und nicht als rein ökonomische.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wieso ein veränderter Zugang zu Geld für Margrit Kennedy dringend notwendig ist.
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Unterstellung der "Süddeutschen",Frau Kennedy könnte Genugtuung empfinden,weil ihre Vorausschau wahr geworden ist,ist schon eine Frechheit.Es gibt eben Menschen die nicht nur die neoliberale Brille aufhaben.Die Geldverleiher haben noch nie zum Segen der Menschheit beigetragen.
gerade lese ich: General Electric kriegt auch Staatsknete! Perverser geht es nicht mehr...
Im Prinzip müsste GE zukünftig etwaige Gewinne komplett an den Staat abführen, statt Aktionäre damit zu füttern und ansonsten Steuern zu drücken und zu umgehen.
Das absolute Ende des "freien Marktes", diese Aktion...
Die Sache ist überhaupt nicht zum Lachen. Wir verzeichnen eine starke Minderung des Volksarbeitseinkommen durch 1-Euro-Jobbs und Zeitarbeit, unbezahlte Überstunden, sinkende Löhne (Leiharbeiter) und Massenentlassungen wegen Produktionseinstellungen (Automobil ist erst der Anfang) bei gleichzeitiger Teuerung der Monopolgüter (Öl, Energie) und Teuerung wegen Fehlallokation (Weizen verrottet wegen fehlender Letters of Credit, Mangelweizen wird teurer). Die eigentlich zu hohen Geldansprüche der Hedge-Fonds und Superreichen wurden nun durch den Staat mit "Hilfspaketen" "garantiert". So müssen wieder die Arbeitenden mit ihren Steuern die Zeche zahlen. Die Ausplünderung des Volkes geht weiter.
@ naknak: Immer wenn ich mal herzhaft lachen will, dann führe ich mir die hier verbreiteten abstrusen Theorien zu gemüte. Das heißt aber nicht, daß ich über diesen Unsinn auch noch diskutieren will. Suchen Sie sich einen anderen Spielkameraden, dieses Niveau genügt mir nicht.
Herr Waldheim hat keine Argumente und betet nur das nach ihm was über die Medien und von den sog. Experten souffliert wird und uns genau die Krise gebracht hat und uns deshalb immer weiter nach unten bringt. Man muss ganz klar sagen dass Kapitaleinkünfte leistungslos sind und dagegen Löhne zu stellen unrichtig ist, weil Löhne aus Arbeitsleistung entspringen. Unternehmensgewinne übrigens auch, ich schmäler nicht unternehmerische Leistung, wenn man auch die Leistung von Spitzenmanager anzweifeln sollte. doch der Mittelstand ist das Herz unserer Wirtschaft und unter normalen Bedingungen ziehen Unternehmer und Arbeitnehmer an einem Strang, hat ja auch Jahrzehnte gut funktioniert. Man muss das Geldsystem so ändern, dass nur noch ausschließlich Arbeitsleistung honoriert wird und nicht mehr die Bereitstellung von Kapital. Die eigenen Zinsen am Jahresende sind zwar ganz nett und jeder freut sich darüber, jedoch muss man am Arbeitsmarkt Kapitaleinfünfte in viel größerem Umfang erwirtschaften. Die Gesamtverschuldung der Volkswirtschaft muss ja analog der Guthaben stetig steigen und tut es ja auch trotz Wirtschaftswachstum. Doch irgendwann ist Ende der Fahnenstange, wie wir alle gerade erleben müssen.
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