Marcegaglia SpA ist das zehntgrößte Industrieunternehmen von Italien. Der Familie geht die Firma über alles: Alle Gewinne fließen zurück in den Konzern.

Gazoldo degli Ippoliti, 30 Kilometer südlich von Verona, ist die Melonen-Hochburg Italiens. Mitten in den Feldern ragt das Hauptquartier von Europas größtem Stahlverarbeiter in den Himmel. Fünf Millionen Tonnen Stahl verwandelte die Marcegaglia SpA 2007 in Röhren, Paneele, Spulen und Bänder. 47 Werke in Europa, den USA, Brasilien und China gehören zum Konzern. Mit 4,2 Milliarden Euro Umsatz ist Marcegaglia das zehntgrößte Industrieunternehmen in Italien. Ein halbes Jahrhundert nach der Gründung ist der Konzern noch vollständig im Familienbesitz. Berühmt sind die Marcegaglias für ihre Verwaltungsratssitzungen am Küchentisch. Beim Frühstück in der nahe der Konzernzentrale liegenden Villa degli Ippoliti aus dem Jahre 1520 versammeln sich Unternehmenspräsident Steno Marcegaglia, seine Frau Mira und die beiden Kinder, den Antonio und Emma, die das Unternehmen inzwischen leiten. In Italien hat die bescheiden auftretende Stahldynastie den Ruf "die arme Inhaberin eines reichen Unternehmens" zu sein. Die Gewinne fließen in den Konzern zurück. So wächst Marcegaglia im Schnitt jährlich um 20 Prozent.

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(SZ vom 14.4.2008/sme)