Manipulation im Devisenhandel Deutsche Bank suspendiert Währungs-Trickser

Der Trick mit dem Peso: Der weltweite Skandal um Manipulationen im Handel mit Währungen erreicht die Deutsche Bank. Mehrere Trader dürfen vorerst nicht arbeiten.

Von Andrea Rexer, Frankfurt

Der Devisenskandal holt die Deutsche Bank in schnellen Schritten ein. Nach Informationen aus Finanzkreisen hat das Geldhaus mehrere Mitarbeiter suspendiert, die mit Währungen gehandelt haben. Aufsichtsbehörden in der ganzen Welt ermitteln seit Sommer 2013 gegen Großbanken, darunter sind neben der Deutschen Bank auch Barclays, JP Morgan und Citigroup. Die britische Finanzaufsicht, das US-Justizministerium und die deutsche Finanzaufsicht Bafin gehen dem Verdacht nach, dass die Banken bei Geschäften mit Währungen getrickst haben könnten.

Die Deutsche Bank hat im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen schon vor einigen Monaten eine interne Untersuchung eingeleitet. Dabei hat das Institut Unterlagen, Protokolle von Chat-Rooms und E-Mails ausgewertet. Offenbar liegen jetzt erstmals Hinweise vor, dass einzelne Mitarbeiter in unsaubere Geschäfte mit Devisen involviert sein oder sich mit anderen Händlern unerlaubt abgesprochen haben könnten.

Das Geldhaus selbst will zu den Informationen keine Stellung nehmen, bestätigt lediglich, dass es von den Behörden Anfragen zum Devisenhandel bekommen hat. "Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen", sagte eine Sprecherin des Instituts.

Noch im Dezember hatte Raimund Röseler, Chef der Bankenaufsicht der Bafin, gesagt, dass es bislang keine Anzeichen für eine Verwicklung von Mitarbeitern der Deutschen Bank gebe. Das hat sich nun offensichtlich geändert. Die Bafin wollte auf Anfrage den Stand der noch andauernden Erhebungen nicht kommentieren.

International wurden bereits mehr als zehn Händler bei verschiedenen Banken beurlaubt, es gibt jedoch noch in keinem der Fälle eine Anklage. Die Untersuchungen der verschiedenen Behörden sind Aufsichtskreisen zufolge noch in einem frühen Stadium. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Skandal größere Ausmaße annehmen könnte als die Libor-Affäre, bei der Banken Referenzzinsen manipuliert haben sollen. Deswegen mussten sie an die EU-Kommission und an US-Behörden bereits Milliardenstrafen zahlen.

Das Geschäft mit Devisen umfasst ein immenses Volumen: Täglich werden mehr als 5,3 Billionen Dollar gehandelt. Gleichzeitig ist das Geschäft hoch konzentriert: Die fünf größten Banken teilen sich mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes, die Deutsche Bank hat dabei global den größten Marktanteil.

Die hohe Konzentration ist den Aufsehern ein Dorn im Auge, weil sie Absprachen erleichtert. Die Kontrolleure vermuten, dass sich zentrale Händler in verschiedenen Großbanken gegenseitig über ihre Auftragslage ausgetauscht haben könnten, kurz bevor wichtige Referenzkurse erhoben wurden.

Wissen Händler, in welche Richtung sich Kurse bewegen, können sie das Wissen nutzen, um Geschäfte auf eigene Rechnung erfolgreich abzuschließen. Möglich wäre auch, dass Händler gezielt Geschäfte kurz vor einer solchen Erhebung abgeschlossen haben, um den Kurs zu manipulieren. Je höher das gehandelte Volumen ist, desto schwieriger sind Manipulationen durchzuführen. Daher sind vor allem auch kleine Währungen im Fokus der Behörden. Dazu passt, dass die Deutsche Bank einem Bericht der Tageszeitung Die Welt zufolge einen Händler suspendiert haben soll, der mit argentinischen Pesos zu tun hatte.