Ein Kommentar von Heribert Prantl

Manager tragen nicht die Verantwortung für ihr Tun, selbst für miserable Leistung kassieren sie Bonuszahlungen. Das muss sich ändern.

Was im mittelalterlichen Königreich die Hausmeier waren, sind in der kapitalistischen Wirtschaft die Manager. Die Hausmeier waren, wie heute Vorstandsvorsitzende, eigentlich nur Verwalter.

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(© Foto: AP)

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Sie waren Vorsteher des Hausgesindes, also leitende Angestellte, gerierten sich aber als Schattenkönige. Als die Hausmeier dann aber wirklich alle Macht hatten, trugen sie auch die Verantwortung. Das ist bei den Managern nicht der Fall.

Anders als die Eigentümer, die mit ihrem Eigentum für Fehlentscheidungen einstehen müssen bis hin zum Konkurs, stehen die Manager für gar nichts ein. Im Gegenteil, sie bereichern sich noch nach ihrem Versagen. Es gibt Boni selbst für Mali, viel gutes Geld für miserable Leistung.

Das ist der Kern des Desasters bei Hypo-Real-Estate, das ist der Kern der Finanzkrise; und das müßte die Stoßrichtung der Demonstrationen sein, wie sie soeben in ganz Europa stattgefunden haben. Da wurde eher pauschal gegen den "Kapitalismus" protestiert und dagegen, dass der Staat dessen Krankenpfleger macht.

Wenn man konkret werden will (und das sollte man, weil sich sonst gar nichts ändert), dann muss gegen die Boni vorgegangen werden - nicht nur wegen deren Höhe, sondern wegen der gefährlichen Fehlsteuerung, die sie bewirken.

Boni verleiten zu kurzfristiger Gewinnmaximierung - zu Lasten langfristiger Risiken. An kurzfristigen Gewinnen verdient der moderne Hausmeier exzellent; wenn der Laden später zusammenbricht, juckt ihn das nicht. Der Gesetzentwurf "zur Angemessenheit der Vorstandvergütung" ändert daran leider nichts.

Es gilt daher, die Regeln zur wirtschaftlichen und rechtlichen Verantwortung zu spezifizieren; wir brauchen ein modernes Hausmeier-Haftungsgesetz.

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(SZ vom 30.03.2009/liv)