Aktionäre sind aggressiver, Gerichte härter geworden - und nicht immer hilft eine spezielle Haftpflichtversicherung, wenn Führungskräfte Fehler machen.
Ein paar Tage nach der Razzia der Staatsanwaltschaft im November 2006 - die große Korruptionsaffäre war noch nicht mal in Umrissen erkennbar - schrieb der frühere Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger einen Brief an die ehemaligen Kollegen.
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Er erkundigte sich, ob und zu welchen Bedingungen der Konzern zur Absicherung des Managements gegen Haftungsrisiken eine sogenannte Directors and Officers Liability Insurance, kurz D&O, abgeschlossen habe. Der Weltkonzern hatte eine solche Versicherung. Aber die Akteure dieses Skandals sollten diesmal nicht auf die Assekuranz hoffen.
Bis zu vierzig ehemalige Siemens-Bedienstete müssen sich darauf einstellen, von ihrem früheren Arbeitgeber auf Schadensersatz verklagt zu werden und am Ende mit dem eigenen Vermögen geradestehen zu müssen.
Der Fall Siemens markiert Neuland
"Unserem Unternehmen wurde Schaden zugefügt, nicht von Dritten, sondern aus den eigenen Reihen", hat Siemens-Vorstandschef Peter Löscher in einem Brief an 700 Führungskräfte unmissverständlich erklärt. Der Korruptionsskandal hat Siemens bislang eine Milliarde Euro gekostet.
Die Causa Siemens markiert in vielerlei Hinsicht Neuland und ist doch Zustandsbeschreibung zugleich. Neu sind die Dimensionen des Wirtschaftskrimis (1,3 Milliarden Euro), ungewöhnlich sind auch die Konsequenzen, die im Unternehmen gezogen wurden. Im Vorstand und im Aufsichtsrat ist nichts mehr wie es vorher war.
Aber der Fall macht auch deutlich, dass sich Manager in Deutschland mittlerweile nicht selten zwischen Haft und Haftung tummeln. Vorbei sind die ruhigen Zeiten der alten Deutschland AG, als Staatsanwaltschaften noch einen Bogen um große Unternehmen machten und Aktionäre auf Hauptversammlungen nur eine Bockwurst wollten.
Die Strafverfolger kümmern sich inzwischen um Wirtschaftskriminalität in allen ihren Formen, Aktionäre sind aggressiver, Gerichte härter geworden, und die Pflichten für Manager wurden kräftig ausgeweitet. Das ist eine Reaktion auf eine Fehlentwicklung: Es gibt tatsächlich keinen Fußbreit Boden im weltumspannenden Reich der Wirtschaft, den man sorglos betreten könnte.
Es gibt aber auch keinen Platz mehr, auf den sich das Management unbesorgt zurückziehen kann. Die Grenzen zwischen aggressiver Unternehmensführung und Pflichtverletzung sind fließend.
Insbesondere bei Aktiengesellschaften ergäben sich "immer neue Gefahrenfelder", hat der Bonner Gesellschaftsrechtler Marcus Lutter in einem Aufsatz für das im Vorjahr erschienene rund 1000 Seiten dicke "Handbuch Managerhaftung" festgestellt.
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Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
aber keine Risiken- so gehts natürlich nicht- also einsperren so lange wie möglich!
Und die Ladenöffnungszeiten hier bitte auch wieder amerikanischen Verhältnissen anpassen!
Ansonsten: SZENSO.de
und die Justiz auch in diesem Bereich noch etwas mehr ausdünnen, flügellahm machen.
"Die Strafverfolger kümmern sich inzwischen um Wirtschaftskriminalität in allen ihren Formen, Aktionäre sind aggressiver, Gerichte härter geworden, und die Pflichten für Manager wurden kräftig ausgeweitet. Das ist eine Reaktion auf eine Fehlentwicklung: Es gibt tatsächlich keinen Fußbreit Boden im weltumspannenden Reich der Wirtschaft, den man sorglos betreten könnte." Das geht doch entschieden zu weit, wie soll denn da der freie Unternehmergeist so richtig aufblühen. Gleich ist Schluß hier, das geht ja auch zu weit mit dem Kommentieren rund um die Uhr. OK, auf szenso ist es nachher und auch am Wochenende möglich.