Ein Kommentar von Marc Beise

Als der glücklose Kai-Uwe Ricke als junger Chef der Telekom antrat, versprach er eine neue Ära. Doch die Realität sah anders aus.

Auch Manager sind Menschen. Sie sind deshalb auch nur so gut oder so schlecht wie andere Menschen auch. So überlegt oder impulsiv, geradeheraus oder trickreich, ehrenhaft oder intrigant.

Auch der Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel war eher Akteur denn nüchterner Kontrolleur. Weil Ricke diese Dinge nicht in den Griff bekam, musste er gehen. (© Foto: AP)

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Wenn Manager eher bessere Menschen sind, helfen ihre guten Eigenschaften meist auch, das Unternehmen gut zu führen. Wenn sie aber eher schlechte Menschen sind, dann schaden ihre charakterlichen Fehler immer auch der Firma; wenn nicht sofort, dann später.

Die Deutsche Telekom wird nun davon eingeholt, dass dort zu lange zu viele schlechte Menschen das Sagen hatten.

In der Ära des glücklosen Kai-Uwe Ricke war das Unternehmen insgesamt schlecht geführt. Der junge Chef hatte seinerzeit eine neue Ära versprochen. Die Realität sah anders aus.

Der Skandal könnte Obermann das Amt kosten

Einige im Führungszirkel spielten ihr eigenes Spiel, auch der Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel war eher Akteur in diesem Treiben denn nüchterner Kontrolleur. Weil Ricke diese Dinge nicht in den Griff bekam, war es richtig, dass er gehen musste.

Nun hat sein Nachfolger einen Skandal am Hals, der ihn sein Amt kosten kann. René Obermann, der noch zu Wochenbeginn wie ein Aufklärer wirkte, muss jetzt aufpassen, am Ende nicht als Mittäter dazustehen.

Immer geht es um die große Frage: Wie schafft es ein Unternehmen, Firmengeheimnisse im Haus zu behalten? Das ist ein berechtigtes Anliegen - ebenso wie die Berichterstattung der Medien, wenn ihnen entsprechende Informationen bekannt werden.

Verschwiegenheit aber schafft man nicht durch Bespitzeln der Mitarbeiter und auch nicht durch schärfere Gesetze - sondern vor allem durch eine offene, faire, vertrauensvolle Firmenkultur.

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(SZ vom 29.05.2008/jkr)